Schlank durch Sex

Kann Sex wirklich schlank machen?

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Schlank werden durch Sex? Das klingt vielversprechend, als könnte man gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen! Ein Sexakt – vorausgesetzt, Sie haben einen guten Liebhaber – soll rund 250 Kilokalorien verbrauchen. Gleich sechs Kilos in acht Wochen sollen sich im Bett abspecken lassen. Wir erklären, was hinter der neuen Sex-Diät steckt.

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Diäten sind reine Frauensache. Rund 90 Prozent aller Abspeckprogramme werden von den weiblichen Geschöpfen getestet. Sie wollen schlank und attraktiv sein und schrecken nicht vor Metabolic Balance, Schlank im Schlaf oder Low Carb zurück. „Dabei machen fast alle Diäten dicker, weil niemand diese Hungerkuren lange durchhält“, sagt Uwe Knop, Ernährungswissenschaftler und Erfinder von „Sex dich schlank“. „Wenn man anschließend normal isst, sind die Pfunde schnell wieder auf den Hüften – manchmal sogar mehr als zuvor“. Wer schon häufiger Diäten gemacht hat, kennt diesen Jojo-Effekt nur allzu genau.

Alles essen, aber nicht in jeder Menge

Bei der Bett-Diät dürfen Frauen essen, was und wann sie wollen. Alles sei zu jeder Zeit erlaubt, so Knop. Aber wie bei allen anderen Diäten gilt auch hier: Die Energiebilanz muss negativ sein. Erlaubt sind rund 1400 Kilokalorien pro Tag. „Man muss dem Körper weniger Energie zuführen als er verbraucht - dann muss er an die Reserven“, sagt Knop. Deshalb sei eine Diät auch kein kurzfristiges Projekt, sondern eine lebenslange Angelegenheit, die gut überlegt sein will.

Ein Mann muss her

Für die Diät brauchen Frauen außerdem einen Mann, der mitmacht. Und er ist dann auch auf Diät, obwohl der vielleicht gar nicht abspecken will. Möglich sei eine Gewichtsabnahme von etwa sechs Kilos in acht Wochen, verspricht der Erfinder. Für jeden guten Sex von 25 Minuten oder länger dürfe man sich 250 Kcal zusätzlich gönnen – das entspricht ungefähr einer halben Tafel Schokolade. Je mehr Minuten Sport im Bett, desto mehr Kalorien darf man sich genehmigen. Das lässt sich beliebig hochrechnen.

Kummerspeck verhindern

Sex soll außerdem positive Effekte auf die Psyche haben. „Guter Sex macht gute Laune, da er den Spiegel an körpereigenen Glückshormonen hebt“, so Knop. Die Menschen sind entspannter und weniger gestresst. Und das führt dazu, dass man weniger dem sogenannten Emotional Eating verfällt, also dem Frustessen. Viele Übergewichtige essen weniger aus Hunger, als vielmehr aus Kummer, Stress oder Langeweile. Es wird schnell und viel überflüssige Energie aufgenommen, die irgendwann als Hüftgold enden. „Das sind Pfunde, die da nicht hingehören.“

Schwerer als zuvor

Die Realität ist aber offenbar, dass fast alle Diäten nicht schlank, sondern dicker machen, wie kürzlich eine Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) unter mehr als 2000 Frauen ergab. Die Abnehmkuren funktionierten so gut wie nie. Der Hauptgrund sei das mangelnde Durchhaltevermögen. Fast zwei Drittel der Frauen waren ein Jahr nach der Diät entweder schwerer oder genauso schwer wie zuvor.

Autorin: Ingrid Müller

Stand: 22.11.2012