Diabetesrisiko - so gefährlich ist Zucker

Purer Zucker ist nicht ungefährlich

© NatUlrich/Fotolia.com

Es stimmt zwar, dass Übergewicht das Diabetesrisiko beträchtlich erhöht - trotzdem können auch schlanke Menschen zuckerkrank werden. Wer sich falsch ernährt, treibt seinen Blutzuckerspiegel nicht nur kurz-, sondern auch langfristig in die Höhe. Wie zuckergefährlich leben Sie? Außerdem in der Klickstrecke: Mit diesen Nahrungsmitteln schützen Sie sich vor Diabetes.

Mehr zum Thema

Die Veranlagung dafür, einen Typ-2-Diabetes zu entwickeln, steckt in den Genen. Allerdings entscheidet der Lebensstil darüber, ob die Krankheit tatsächlich ausbricht oder nicht. Die richtige Ernährung ist dabei ein wesentlicher Faktor - insbesondere der Umgang mit Kohlenhydraten.

Kohlenhydrate sind wichtige Energielieferanten. Etwa die Hälfte des täglichen Energiebedarfs soll über sie gedeckt werden, das empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Entscheidend ist allerdings, dass es die Richtigen sind - und das hängt vor allem von der Größe der Zuckermoleküle ab.

Der Grund: Einfachzucker wie Glukose muss der Körper nicht erst aufschlüsseln. Sie gelangen direkt vom Darm ins Blut und lassen den Blutzuckerspiegel rasant ansteigen. Das setzt die Bauchspeicheldrüse unter Stress. Um den Blutzucker zu stabilisieren, muss sie kurzfristig größere Mengen Insulin ausschütten. Dieses Hormon schleust den Zucker aus dem Blut in die Körperzellen, wo er entweder verbrannt oder eingelagert werden.

Gestresste Bauchspeicheldrüse

Bei Menschen, die ständig große Mengen einfacher Zucker verzehren, läuft die Bauchspeicheldrüsen somit ständig auf Hochtouren. Verstärkend kommt hinzu, dass Menschen mit einer genetischen Veranlagung für Diabetes - abhängig von ihrem Lebensstil - schleichend eine Insulinresistenz entwickeln. Das bedeutet, ihre Körperzellen reagieren weniger sensibel auf das Hormon und brauchen immer größere Insulinportionen, um Zucker aufnehmen zu können. Die Bauchspeicheldrüse muss sich also noch stärker ins Zeug legen.

Irgendwann ist sie erschöpft - sie produziert dann nicht mehr genug Insulin um den Zucker schnell genug aus dem Blut zu bekommen. Damit steigt der Blutzuckerspiegel auf ungesunde Werte - ein Diabetes entsteht.

Vorsicht vor Einfachzucker

Auch wenn Zucker einem das Leben versüßt - gerade Menschen mit einem familiären Risiko für Diabetes sollten ihre Bauchspeicheldrüse schonen und mit kurzkettigen Kohlenhydraten vorsichtig sein. Dazu gehören neben den Einfachzuckern Traubenzucker (Glukose), Fruchtzucker (Fruktose) und der in Milchprodukten enthaltene Schleimzucker (Galaktose). Aber auch Zweifachzucker wie der gewöhnliche Haushaltszucker (Saccharose) und Milchzucker (Laktose) sind schnell geknackt. Sie lassen den Blutzuckerspiegel ebenfalls schnell steigen.

Zucker zum Abgewöhnen

Vertilgen Sie solche Zuckerarten darum nicht in rauen Mengen, sondern verwenden Sie ihn wie ein Gewürz. Auch wer sich bisher drei Löffel Zucker in den Kaffee gerührt hat, wird schnell feststellen, dass man sich den pappsüßen Geschmack auch relativ schell wieder abgewöhnen kann. Das geht ganz einfach, indem Sie schrittweise die Dosis reduzieren.
Weit besser verträglich sind größere Kohlenhydratmoleküle, die aus vielen Zuckerbausteinen bestehen. Da der Körper sie erst aufspalten muss, gehen sie viel langsamer ins Blut über - die Bauchspeicheldrüse kann es ruhig angehen lassen und wird geschont.

Der wichtigste Mehrfachzucker ist die Stärke. Sie ist unter anderem allem in Getreide, Kartoffeln und Hülsenfrüchten enthalten. Aber auch die nicht verdaulichen Ballaststoffe gehören zu den langkettigen Mehrfachzuckern. Sie verzögern die Aufnahme kleinerer Zuckermoleküle aus dem Darm ins Blut - und schützen auf diese Weise vor Diabetes.

Stand: 18.10.2016
Autor:

Quellen:

  • Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG): Aktuelle Evidenzbasierte Leitlinien (Abruf: 09.01.2016)
  • Deutsches Diabetes-Zentrum (DDZ) (Abruf: 09.01.2016)