Fünf Gründe Schokolade zu essen

Schokolade macht dick? Nicht wenn man sie in Maßen isst. Und  wer die richtige verzehrt, tut auch noch etwas für seine Gesundheit.

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Kakao – das ist der Stoff, aus dem die Träume aller Schokoladenfans sind. Schokolade ist nicht nur lecker – dank ihrer vielen Inhaltsstoffe, hat sie auch manch überraschenden Effekt auf ihren Esser. Wir haben fünf gute Gründe für Sie zusammengetragen, warum sich Schokolade essen lohnt.

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Kakao labt Körper und Seele – dieser Auffassung sind die Menschen schon lange. Bereits bei den Indios in Südamerika, dem Ursprungsland des Kakaos, wurde er verwendet um Infektionen oder Verdauungsproblemen zu bekämpfen. Auch in Europa galt Schokolade bis ins 19. Jahrhundert als Arzneimittel. Sie wurde vor allem zur Stärkung der Konstitution geschätzt.

Heute steht vor allem der Genuss beim Verzehr im Vordergrund – das verrät auch der Pro-Kopf-Verbrauch der leckeren Ware. Stolze 10,11 Kilo knabberte durchschnittlich jeder Deutsche 2013. Viele greifen sich bei diesen Zahlen unwillkürlich an die Hüften, dabei hat Schokolade auch durchaus positive Effekte.

Dunkle Schokolade macht wach

Was kaum jemand weiß – Schokolade enthält Koffein. Und das nicht zu wenig: 100 Gramm Halbbitterschokolade haben zwischen 50 und110 Milligramm des Wachmachers zu bieten. Das ist vergleichbar mit der Menge, die in einer Tasse Kaffee schlummert. Auch Theobromin ist in Schokolade enthalten. Die Substanz hat einen ähnlichen Aufbau wie Koffein und wirkt ebenfalls anregend und sogar stimmungsaufhellend. Manchmal wird Theobromin sogar zum Doping von Rennpferden verwendet.

Ein Herz für Schokolade

Schokoladenliebhaber haben es schon lange geahnt, amerikanische Forscher haben auch Beweise dafür geliefert: Dunkle Schokolade ist gut fürs Herz. Ihre Begründung: Bestimmte Komponenten in der braunen Süßigkeit schützen die Flexibilität der Gefäße und verhindern gleichzeitig, dass es zu Ablagerung von weißen Blutzellen an den Blutgefäßen kommt. Insgesamt soll Kakao so vor Arterienverkalkung bewahren.

Schokolade gegen Schlaganfälle

Zu einem ähnlichen Ergebnis kam das Deutsche Institut für Ernährungsforschung: Demnach schützt der tägliche Verzehr schon eines kleinen Stückchens Schokolade vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen, insbesondere vor einem Schlaganfall. Dazu könnte auch der blutdrucksenkende Effekt zu beitragen, den das Genussmittel haben kann.

Schokoladiger Entzündungshemmer

Wer Schokolade isst, beglückt damit nicht nur sich selbst, sondern auch unzählige Darmbakterien, die sich an die Weiterverarbeitung der Speise machen. Dabei, so konnten Forscher der American Chemical Society zeigen, passiert etwas Erstaunliches: Wenn die richtigen Bakterienarten sich an der Schokolade gütlich tun, fermentieren sie die Bestandteile der Schokolade und produzieren dabei antientzündliche Substanzen, die dem menschlichen Körper zugutekommen. Bekommen allerdings die falschen Bakterienarten die Schoki zu fassen, können Blähungen, Verstopfungen oder Durchfall die unliebsame Folge sein.

Schokolade fühlt sich gut an

Für Schokoladenfans ist ihr steter Griff zur Tafel leicht erklärbar: Schokolade hebt die Stimmung. Wissenschaftlich lässt sich dieser subjektive Eindruck nicht so richtig bestätigen, zumindest nicht aufgrund der in der Schokolade enthaltenen Zutaten. Wenn überhaupt, so schlussfolgern Forscher aus Australien, ist die Wirkung auf Botenstoffe wie Dopamin nur gering. Glück könne man beim Essen von Schokolade trotzdem empfinden, alleine durch die sensorischen Gefühle, die sie im Mundraum auslöst – denn nichts schmeckt und fühlt sich so an, wie Schokolade.

Hochprozentiges ist gesünder

Also immer her mit der Schokolade? Die Antwort ist hier leider ein klares Jein – denn die wenigsten knabbern Kakaobohnen, obwohl darin der größte Anteil der gesundheitsförderlichen Stoffe zu finden wären. Kakaobohnen sind aber pur verzehrt ziemlich bitter. Um die Schokolade genießbar zu machen, wird dem Kakao reichlich Fett und Zucker zugesetzt. Und diese Zutaten sind nicht besonders gesund. Deswegen gilt beim Verzehr, zumindest wenn es um die Gesundheit geht, je höher der Kakao-Anteil, desto besser.  Experten empfehlen einen Anteil von 85 Prozent und propagieren den Genuss lieber in Maßen als in Massen.

Stand: 14.01.2015
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Quellen:

  • D. Esser, M. et al. Dark chocolate consumption improves leukocyte adhesion factors and vascular function in overweight men. The FASEB Journal, 2013; 28 (3): 1464 DOI: 10.1096/fj.13-239384
  • Tokede OA et al. Effects of cocoa products/dark chocolate on serum lipids: a meta-analysis. European Journal of Clinical Nutrition 65, 879-86, 2011
  • Stephen J. Crozier, Amy G. Preston, W. Jeffrey Hurst, Mark J. Payne, Julie Mann, Larry Hainly and Debra L. Miller. Cacao seeds are a 'Super Fruit': A comparative analysis of various fruit powders and products. Chemistry Central Journal, 2011; 5: 5 DOI: 10.1186/1752-153X-5-5
    Pressemitteilung der American Social Society: The Precise Reason For The Health Benefits Of Dark Chocolate: Mystery Solved. (Abruf 18.04.2014)
  • Universtität Stuttgart, Ernährungsnewsletter 10 (Abruf 14.01.2014)
    Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie e.V. (www.bdsi.de; Abruf 14.01.2015)
  • Scholey A. and Owen L. Effects of chocolate on cognitive function and mood: a systematic review. Nutr Rev. 2013 Oct;71(10):665-81. doi: 10.1111/nure.12065.