Grüner Star: Vorbeugen mit Gemüse

Studie: Die richtige Ernährung könnte vor Grünem Star schützen.

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Schleichender Gesichtsfeldausfall, Verlust der Sehschärfe oder Lichtscheu – mit Grünem Star ist nicht zu spaßen. Tatsächlich ist die Schädigung der Sehnerven beziehungsweise der Netzhaut eine der häufigsten Ursachen für Erblindung. Doch womöglich lässt sich der Augenerkrankung vorbeugen – das legt zumindest eine Studie amerikanischer Wissenschaftler nahe. Demnach könnte der Verzehr der richtigen Gemüsesorten schützend wirken.

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Erhöhter Augendruck bekommt dem Sehorgan nicht gut. Das bringt das komplexe Organ durcheinander und stört zum Beispiel die Versorgung mit Nährstoffen. Beim sogenannten Offenwinkelglaukom – die häufigste Form des Grünen Stars ist meist der Abfluss des Kammerwassers durch Ablagerungen gestört. Die Erkrankung trifft vor allem ältere Menschen. Inwiefern die richtige Ernährung vorbeugend wirken könnte, untersuchten Wissenschaftlern der Harvard Medical School in Boston unter der Leitung von Jae H. Kang.

Die Forscher wertete Daten der Nurses‘ Health Study und der Health Professionals Follow-up Study mit knapp 64.000 Frauen und 41.000 Männern über 40 Jahre aus. 1.483 von ihnen entwickelten innerhalb des Beobachtungszeitraums von über 25 Jahren ein primäres Offenwinkelglaukom.

Grünkohl ist Spitzenreiter

Alle zwei bis vier Jahre wurden die Ernährungsgewohnheiten der Studienteilnehmer mittels eines Fragebogens erfasst. Anhand der durchschnittlichen Verzehrmengen von grünem Gemüse teilten die Forscher die Probanden in fünf Gruppen ein: Von Viel-Gemüse-Essern, die täglich mindestens eineinhalb Portionen grünes Blattgemüse vertilgten bis zu Wenig-Gemüse-Essern. Letztere aßen nur alle drei Tage eine Portion, was einer Tasse entsprach.

Das Ergebnis zeigte, wer viel Gemüse konsumiert, profitiert: Die Liebhaber des grünen Blattgemüses hatten ein um 18 Prozent niedrigeres Risiko ein primäres Offenwinkelglaukom zu bekommen als die Wenig-Gemüse-Esser. Den größten Schutzeffekt hatte dabei Grünkohl: Wer viel davon verzehrte, erkrankte sogar um 28 Prozent seltener als diejenigen, die das Gemüse links liegen ließen.

Verbesserter Blutfluss dank Nitrat

Aber was ist drin im grünen Blattgemüse, das eventuell die Entstehung von Grünem Star hemmen könnte? „Beim primären Offenwinkelglaukom wird der Sehnerv beschädigt“, erklärt Kang gegenüber mydoc. „Für einen optimalen Blutfluss sind Signalwege wichtig, an denen Stickoxide beteiligt sind. Beim Grünen Star sind diese Signalwege eventuell beeinträchtigt“, so Kang. „Möglicherweise sind sie auch daran beteiligt, den Augeninnendruck niedrig zu halten.“

Und hier kommen Grünkohl und Co. ins Spiel. Denn grünes Blattgemüse enthält viel Nitrat. „Wenn wir mehr Nitrat mit der Nahrung aufnehmen, verbessert das wahrscheinlich die Stickoxid-Signalwege und schützt so möglicherweise vor Grünem Star“, vermutet Kang. In weiteren Studien wollen die Wissenschaftler demnächst überprüfen, ob sich der Zusammenhang zwischen Nitrat und Grünem Star bestätigt.

Stand: 21.12.2016
Autor:
Quelle: Kang J.H. et al.: Association of Dietary Nitrate Intake With Primary Open-Angle Glaucoma: A Prospective Analysis From the Nurses’ Health Study and Health Professionals Follow-up Study. JAMA Ophthalmol. Published online January 14, 2016. doi:10.1001/jamaophthalmol