Knochenhärte – Milchprodukte sind unterschiedlich wirksam

Kalzium und Vitamin D sind gut für die Knochen. Das steckt in Milchprodukten - Forscher haben herausgefunden, welche besonders gut helfen

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Kalzium und Vitamin D sind gut für die Knochen. Diese Stoffe stecken beispielsweise in Milch, Joghurt oder Käse. Doch Milchprodukt ist nicht gleich Milchprodukte, wenn es um die Knochengesundheit des Menschen geht. Eine amerikanische Studie hat jetzt untersucht, welche Lebensmittel gute Mineralienlieferanten sind - und welche nicht. In unserer Klickstrecke erfahren Sie, was Ihren Knochen sonst noch gut tut.

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"Milchprodukte enthalten viele Nährstoffe, die wichtig für die Knochengesundheit sind", erklärt Shivani Sahni vom Institut für Altersforschung in Boston. Um herauszufinden, welche Milchprodukte sich wie auswirken, untersuchten die Forscher 3.200 Probanden mit einem Durchschnittsalter von 55 Jahren. Diese gaben mithilfe von Fragebögen Auskunft über ihre Essgewohnheiten. Im anschließenden 12-jährigen Beobachtungszeitraum wurde festgehalten, welche Knochenbrüche sich ereigneten. Außerdem wurde bei 2.500 Personen die Knochendichte gemessen.

Joghurt schützt vor Hüftfraktur

"Wir konnten zeigen, dass 2,5 bis 3 Portionen Milch oder Joghurt mit einer besseren Knochendichte assoziiert waren", so Sahni. Allerdings war der positive Effekt vor allem für die Hüftknochen nachweisbar, nicht aber für die Wirbelsäule. Keine Wirkung zeigte dagegen der Konsum von Käse oder Sahne. Im Gegenteil: Sahne auf dem Speiseplan schien sich sogar eher negativ auszuwirken. Warum das so ist, wissen die Forscher nicht. Das sollen künftige Studien zeigen.

Osteoporose vorbeugen

Der in den Milchprodukten enthaltene Mineralstoff Kalzium sowie das Vitamin D gelten als entscheidend für eine gute Knochengesundheit - sie schützt vor Osteoporose. Denn bauen die Knochen ab, steigt auch das Risiko für Knochenbrüche.

Der Großteil des Kalziums ist im Körperskelett gebunden. Pro Tag wird von Experten eine Aufnahme von einem Gramm empfohlen. Die Speicher lassen sich am besten über die Nahrung auffüllen - der Tagesbedarf ist zum Beispiel mit 83 Gramm Parmesan oder 833 Gramm Quark (Magerstufe) gedeckt. Neben den Milchprodukten gelten auch manche grünen Gemüsesorten wie Brokkoli oder Grünkohl als gute Lieferanten. Einigen Lebensmitteln wie Cerealien oder Snacks wird künstlich Kalzium zugesetzt. Ein Blick auf die Inhaltsangaben kann hier weiterhelfen. Aber Achtung: Spitzen in der Kalziumzufuhr, ausgelöst durch Kalziumpräparate, standen wiederholt im Verdacht, das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkankungen zu erhöhen. Die Lösung: Auf eine konstante, nicht zu hohe Versorgung mit dem Spurenelement achten.

Vitamin D dagegen ist das einzige Vitamin, dass der Mensch selbst produzieren kann. Dazu muss allerdings die Haut dem Sonnenlicht ausgesetzt sein. Darum wird gerade Senioren empfohlen, pro Tag eine halbe Stunde im Freien zu verbringen.

Mehr Frauen betroffen

Grundsätzlich sind mehr Frauen als Männer von dem Knochenschwund betroffen. Als häufigste Ursache gilt hier die Hormonumstellung nach den Wechseljahren. Daneben gibt es aber auch noch den "normalen" Abbau der Knochen, an dem beide Geschlechter gleichermaßen leiden.

Stand: 04.10.2016
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Quelle:

  • S Sahni et al. Milk and yogurt consumption are linked with higher bone mineral density but not with hip fracture: the Framingham Offspring Study; Archives of Osteoporosis, 2013; 8 (1-2) DOI: 10.1007/s11657-013-0119-2
  • Universität Hohenheim (Abruf 05.02.2013)
  • National Osteoporosis Foundation; http://www.nof.org (Abruf 05.02.2013)