Lebensmittel - Wie gut ist Bio?

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  • Lebensmittel - Wie gut ist Bio?

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    Lebensmittel - Wie gut ist Bio?

  • Der Mindeststandard: Seit 2001 garantiert das staatliche Bio-Siegel, dass die Produkte, auf denen es prangt, der EG-Öko-Verordnung entsprechen.

    © Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft

    Der Mindeststandard: Seit 2001 garantiert das staatliche Bio-Siegel, dass die Produkte, auf denen es prangt, der EG-Öko-Verordnung entsprechen.

  • Seit Juli 2010 gibt es ein neues Bio-Logo, das EU-weit einheitlich ist. Nachteil: Öko-Bauern werden weniger häufig und streng kontrolliert als bisher.

    © Dusan Milenkovic/Europäische Kommission

    Seit Juli 2010 gibt es ein neues Bio-Logo, das EU-weit einheitlich ist. Nachteil: Öko-Bauern werden weniger häufig und streng kontrolliert als bisher.

  • Verbandszeichen Biokreis: Die Mitglieder betreiben kontrolliert ökologischen Landbau und halten sich an die Verbandsrichtlinien "regional & fair".

    © Biokreis e.V.

    Verbandszeichen Biokreis: Die Mitglieder betreiben kontrolliert ökologischen Landbau und halten sich an die Verbandsrichtlinien "regional & fair".

  • Bioland: Es sind weniger Zusatzstoffe als etwa beim Bio-Siegel erlaubt. "Bio" dürfen sich nur Produkte nennen, die zu 100 Prozent aus Öko-Zutaten bestehen.

    © Bioland

    Bioland: Es sind weniger Zusatzstoffe als etwa beim Bio-Siegel erlaubt. "Bio" dürfen sich nur Produkte nennen, die zu 100 Prozent aus Öko-Zutaten bestehen.

  • Im Mittelpunkt stehen bei Ecoland die ökologische Fleisch- und Getreideerzeugung. Aber auch auf die Verarbeitung von Nahrungsmitteln sowie den Arten- und Umweltschutz wird geachtet.

    © Ecoland

    Im Mittelpunkt stehen bei Ecoland die ökologische Fleisch- und Getreideerzeugung. Aber auch auf die Verarbeitung von Nahrungsmitteln sowie den Arten- und Umweltschutz wird geachtet.

  • Ecovin: Der "Bundesverband ökologischer Weinbau" (BÖW) vergibt sein Zeichen an Trauben, Weine, Säfte, Sekte und Weinbrand aus kontrolliert ökologischem Anbau.

    © Ecovin

    Ecovin: Der "Bundesverband ökologischer Weinbau" (BÖW) vergibt sein Zeichen an Trauben, Weine, Säfte, Sekte und Weinbrand aus kontrolliert ökologischem Anbau.

  • Die Vereinigung Ökologischer Landbau entsprang der Umweltbewegung der ehemaligen DDR.

    © Gäa e.V.

    Die Vereinigung Ökologischer Landbau entsprang der Umweltbewegung der ehemaligen DDR.

  • Naturland ist einer der weltweit größten ökologischen Anbauverbände. Unter anderem verbietet der Verband Tiertransport über mehr als acht Stunden.

    © Naturland

    Naturland ist einer der weltweit größten ökologischen Anbauverbände. Unter anderem verbietet der Verband Tiertransport über mehr als acht Stunden.

  • Biopark: Mehr als 50 Prozent des Tierfutters müssen vom eigenen Hof stammen; für die Herstellung der Bio-Produkte sind weniger Zusatzstoffe erlaubt, Nitritsalz zum Pökeln ist nur begrenzt zugelassen.

    © Biopark/Jonathan Haas

    Biopark: Mehr als 50 Prozent des Tierfutters müssen vom eigenen Hof stammen; für die Herstellung der Bio-Produkte sind weniger Zusatzstoffe erlaubt, Nitritsalz zum Pökeln ist nur begrenzt zugelassen.

  • Demeter ist ein weltweit tätiger Anbauverband mit biologisch-dynamischer Bewirtschaftung im Sinne des Anthroposophen Rudolf Steiner.

    © Demeter

    Demeter ist ein weltweit tätiger Anbauverband mit biologisch-dynamischer Bewirtschaftung im Sinne des Anthroposophen Rudolf Steiner.

Bio liegt bei den Deutschen voll im Trend. Der Konsum von Biolebensmittel hat in den letzten Jahren drastisch zugenommen – vielfach werden Bioprodukte deshalb schon aus dem Ausland importiert. Viele Supermärkte, Discounter und sogar Drogerieketten bieten mittlerweile Produkte der Marke „Bio“ an.

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Der Run auf Biolebensmittel hängt aber auch mit den jüngsten Skandalen um BSE, Gammelfleisch, Dioxin-Eier, EHEC und Pestizid-Gemüsen zusammen. Das alles verdirbt vielen Menschen den Appetit. Auch Massentierhaltung von Schweinen, Rindern und Geflügel oder die gigantischen Obst- und Gemüsefarmen machen nicht unbedingt Lust auf viele Lebensmittel.

Bioprodukte gelten dagegen als gesund, umweltschonend produziert und ethisch korrekt. Es gibt unzählige Biosiegel und Verbandszeichen, die dem Verbraucher Informationen über die Herkunft und Produktionsweise eines Lebensmittels verraten. Beispiele sind das Bio-Siegel und das EU-Logo. Den neun ökologischen Anbauverbänden in Deutschland (z.B. Demeter, Naturland, Bioland) gehen die Mindestanforderungen des Bio-Siegels nicht weit genug. Ihre Mitglieder müssen zusätzliche, manchmal auch strengere Richtlinien für die Erzeugung und Produktion von Bioprodukten erfüllen.

Sind Bioprodukte gesünder?

Diese Frage ist nicht ganz einfach zu beantworten. Die Stiftung Warentest (2010) kam zu dem Ergebnis, dass Bioprodukte nicht grundsätzlich gesünder sind oder besser schmecken als konventionell erzeugte Lebensmittel. Die Verbraucherschützer hatten 85 Untersuchungen aus acht Jahren ausgewertet. Beide Produktkategorien erhielten in gleichem Maße die Noten "sehr gut" bis "mangelhaft". Allerdings waren die Ökolebensmittel weniger mit Pestiziden belastet und die Bioproduzenten legten viel mehr Wert auf Umwelt und Soziales als die Hersteller herkömmlicher Produkte.

Das Magazin Ökotest hatte 2010 die Biolebensmittel der Discounter unter die Lupe genommen. Ihr Fazit: Wenn Bio drauf stehe, sei auch Bio drin – bis auch wenige schwarze Schafe, die das Bio-Siegel vermutlich zu Unrecht trügen. Die meisten Bioprodukte enthielten keine problematischen Inhaltsstoffe und entsprachen den Kriterien der EU-Bio-Verordnung, so die Tester.

Schöne Werbebotschaften

Beachten sollten Kunden aber irreführende Werbeaussagen wie "aus Vertragsanbau", "aus integrierter/kontrollierter Landwirtschaft" oder "aus alternativer Haltung". Hier muss es sich nicht unbedingt um Biolebensmittel handeln, denn diese Bezeichnungen sind nicht geschützt. Das Vollkornbrot "aus umweltschonendem Anbau" klingt zwar gut, ist aber selten Bio.

Bio oder nicht?

Bioprodukte, die aus der Region stammen, schonen die Umwelt. Sie müssen nicht über viele Kilometer auf der Autobahn transportiert werden. Auch die Tiere leben unter besseren Bedingungen als jene, die in Massen gehalten werden. Bioprodukte sind außerdem weniger mit Pestiziden belastet. Jeder Mensch sollte sich am besten ausgewogen ernähren, also viele pflanzliche Produkte wie Obst, Gemüse und Vollkornprodukte zu sich nehmen. Wer sich insgesamt ungesund ernährt (Hambuger, Pommes, Pizza und Co), dem hilft auch eine Bio-Orange gesundheitlich nicht. Auch der Geldbeutel spielt eine Rolle: Bio-Produkte kosten meist mehr als herkömmlich erzeugte Lebensmittel.

Vorlage: Irmgard Reichhardt, Dipl.-Oecotrophologin
Redaktion:

Stand: 23.08.2012