Lebensmittel der Marke "Light"

Light-Produkte sind beliebt und machen ein gutes Gewissen.

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Cola light, Joghurt light, Käse light – mittlerweile gibt es eine ganze Palette an Lebensmittel, die das Etikett „light“ tragen. Sie sollen fett-, salz- und zuckerarm sein und rank, schlank, gesund und glücklich machen. Verbraucher haben bei solchen Lebensmitteln ein gutes Gewissen, weil sie damit weniger Kalorien und ein Mehr an Gesundheit assoziieren.

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Herstellern dürfen ihre Produkte "light" oder "leicht" nennen, wenn sie mindestens 30 Prozent weniger Fett oder Zucker als das Originalprodukt enthalten. Das Wort „light“ muss sich aber nicht unbedingt auf die Kalorienzahl beziehen, sondern kann sich auch auf Koffein, Zucker, Salz, Kohlensäure, Nikotin oder Alkohol beziehen. Die Produkte beinhalten entweder geringere Mengen oder sind gänzliche frei davon.

Was ist light?

Eine EU-Verordnung legt fest, wann ein Produkt als "light" gekennzeichnet werden darf. Der Hersteller muss angeben, auf welche Eigenschaft sich das "leicht" bezieht – ob also weniger Fett- oder Energie enthalten sind.

Bei Produkten mit der Kennzeichnung "light" oder „leicht“ müssen mindestens 30 Prozent weniger Fett beziehungsweise Zucker enthalten sein als im herkömmlichen Produkt. Der Verbraucher muss erkennen könne, ob sich die Bezeichnung auf den Fett- oder den Zuckergehalt bezieht.

„Energiereduzierte“ Produkte müssen ebenfalls mindestens 30 Prozent weniger Energie enthalten als vergleichbare Lebensmittel. Der Hersteller muss die Eigenschaften angeben, die zur Senkung des Brennwertes führen.

Was ist fett-, zucker und salzarm?

„Fettarm" sind nur feste Lebensmittel mit maximal 3 Gramm Fett je 100 Gramm, für flüssige gilt ein Richtwert bis 1,5 Gramm.

Die Angabe „fettfrei“ oder „ohne Fett“ ist nur erlaubt, wenn das Lebensmittel nicht mehr als 0,5 Gramm Fett pro 100 Gramm oder 100 Milliliter enthält. Angaben wie X % fettfrei sind verboten.

„Zuckerarm“ heißt, dass das Lebensmittel maximal 5 Gramm Zucker je 100 Gramm enthalten darf, bei Getränken gilt ein Grenzwert von 2,5 Gramm.

Als „natrium- bzw. kochsalzarm“ dürfen nur Produkte gekennzeichnet werden, die höchstens 0,12 Gramm Natrium oder den gleichwertigen Salzgehalt pro 100 Gramm bzw. 100 Milliliter enthalten. „Sehr natrium- oder salzarm“ dürfen künftig Lebensmittel heißen, die nicht mehr als 0,04 Gramm Natrium oder den entsprechenden Gehalt an Salz pro 100 Gramm bzw. 100 Milliliter enthalten

Die Kennzeichnung „fettarm“ bedeutet nicht automatisch, dass weniger Kalorien im Produkt stecken. Denn die Hersteller fügen oft umso mehr Zucker oder Salz als Ausgleich für den Geschmacksträger Fett hinzu, damit das Produkt auch gut schmeckt.

So sind fettarme Lebensmittel oft wahre Zucker- oder Salzbomben. Zwei Beispiele:

  • Bei einer Mayonnaise wurde zwar der Fettgehalt um 85 Prozent reduziert, gleichzeitig war der Salzgehalt aber mehr als doppelt so hoch wie beim konventionellen Produkt.
  • Frühstückszerealien mit dem Aufdruck 1,5 % Fett versprechen ein "Diät-freies Leben". Mit 17 Prozent lag der Zuckeranteil aber doppelt so hoch wie bei klassischen Cornflakes. 17 Gramm Zucker auf 100 Gramm – das sind sechs Stück Würfelzucker.

Was ist kalorienreduziert?

Auch bei kalorienreduzierten Produkten sollten Sie nicht ungehemmt schlemmen. Denn zwei Becher Diät-Joghurt können mehr Kalorien enthalten als ein Becher des konventionellen Produkts. Menschen konsumieren oft viel größere Mengen an Light-Produkten. Hier heißt es: maßvoll genießen, auch bei "leichten" Lebensmitteln.

Tipp! Wer Lebensmitteln mit weniger Kalorien, Fett oder Zucker sucht, sollte sich nicht auf die Bezeichnung „light“ verlassen, sondern immer zusätzlich einen Blick aufs Etikett werfen!

Stand: 14.01.2013

Vorlage: Irmgard Reichhardt, Diplom-Oecotrophologin
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