Gut gegen Fettleber

Die richtige Ernährung hilft gegen eine Fettleber.

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„Fettleber“- das klingt nicht nur unappetitlich, das kann auch gefährlich werden. Speichert das Organ auf Dauer mehr Fett als ihm guttut, drohen Folgeerkrankungen wie etwa eine Leberentzündung. Aber soweit muss es nicht kommen – einer Fettleber kann man entgegenwirken. Erfahren Sie außerdem in der Bildergalerie, woran Sie die Erkrankung erkennen.

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Grundsätzlich kann sich eine Fettleber wieder vollständig zurückbilden. Wie gut das klappt, hängt davon ab, wie klar man die Ursachen für die Verfettung ausmachen kann und wie gut man gegensteuert. Handelt es sich beispielsweise um eine alkoholbedingte Fettleber, muss der Alkoholkonsum drastisch reduziert werden.

Wöchentlicher Gemüsesuppentag

Auch ein ungesunder Lebenswandel kann die Leber verfetten lassen. Zu viel Fett, aber auch übermäßiges Futtern von Kohlenhydraten tun dem Organ nicht gut. Hier hilft ein Wechsel zu einem tendenziell eher fettarmen Lebensstil. Gesund ernähren heißt also die Devise.

Eine ordentliche Verschnaufpause für die Leber verschafft ihr, wer zum Beispiel drei Wochen lang auf Zucker und Alkohol verzichtet sowie seinen Fettkonsum drastisch herunterfährt. Wem das zu viel ist: Etwas Gutes tun Sie Ihrer Leber bereits, wenn Sie fett- und zuckerreiche Snacks zwischen den Mahlzeiten weglassen. Einen weiteren Schritt in die richtige Richtung können Sie beispielsweise gehen, wenn Sie einen wöchentlichen Gemüsesuppentag einführen.

Zusätzlich kann man auch bei der Auswahl der Lebensmittel die Leberfunktionen unterstützen. Die Leber mag es gerne bitter – denn die Bitterstoffe im Essen regen die Produktion der Galle an und helfen so, die Fette besser zu verdauen. Viele Bitterstoffe sind zum Beispiel in Artischocken, Rosenkohl oder Radicchio enthalten.

Vier Prozent weniger Körpergewicht

Ein weiterer wichtiger – und vor allem beeinflussbarer – Auslöser für die Fettleber ist die mit der Nahrung aufgenommene Energie. Wer ständig mehr Kalorien zu sich nimmt, als er eigentlich braucht, lagert Fett ein, auch in der Leber. Besonders gefährdet sind dabei Menschen, die vor allem Bauchfett ansammeln. Dieses sendet Entzündungs- und Botenstoffe aus, die die Leberverfettung begünstigen. Ist die Leber erste einmal verfettet, sollten vier bis 14 Prozent des Körpergewichts runter. Dann wird auch Fett in der Leber abgebaut. Wichtig: Nehmen Sie nicht zu schnell ab, sonst belastet das aus der Leber freiwerdende Fett andere Organe. Eine langsame Gewichtsreduktion ist gesünder. Das bedeutet so 0,5 bis maximal 1 Kilo pro Woche.

In Bewegung kommen!

Vielen fällt es allerdings schwer abzunehmen. Die gute Nachricht: Es gibt noch eine weitere Stellschraube, an der Sie drehen können, um Ihrer Fettleber beizukommen – mehr Bewegung! Wer etwa 75 bis 150 Minuten in der Woche beispielsweise schwimmt, Tennis spielt oder andere Ballsportarten betreibt, kann sein Risiko für eine Fettleber um 35 bis 47 Prozent senken – so lautet die Empfehlung in der Behandlungsleitlinie zur Fettleber. Wer bereits eine solche entwickelt hat, der wird sie dank Bewegung auch schneller wieder los.

Für welche Ausdauersportart Sie sich entscheiden, können Sie von Ihren individuellen Vorlieben abhängig machen.

Für diejenigen, die noch einen letzten Motivationsschub brauchen, um ihrer Fettleber zur Leibe zu rücken: Die Wirkung von sportlicher Aktivität ist schnell messbar. So reichten in einem Experiment bereits acht Wochen Training auf dem Fahrradergometer aus, den Fettgehalt in der Leber von Betroffenen um 13 Prozent zu reduzieren.

Gewichtreduktion, Bewegung und gesunde Ernährung – das sind bisher die einzigen Möglichkeiten, eine Fettleber zu bekämpfen. Denn Medikamente gegen das Leiden gibt es im Moment noch nicht.

Stand: 01.09.2016
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Quellen:

  • Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten: Leitlinie Nicht-alkoholische Fettlebererkrankung; Stand 2015
  • Keating S.  et al. Effect of aerobic exercise training dose on liver fat and visceral adiposity; Journal of Hepatology; DOI: http://dx.doi.org/10.1016/j.jhep.2015.02.022.
  • Pressemitteilung der DGVS, Neue Leitlinie zur Volkskrankheit Nicht- alkoholische Fettleber: Bewegung hilft – selbst wenn`s mit dem Abnehmen nicht klappt, Juli 2015