Hämorrhoiden – Hausmittel, die helfen

So lindern Sie Hämorrhoiden auf natürliche Art.

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Juckender Po, Schmerzen, Blut am Klopapier – so können sich Hämorrhoiden bemerkbar machen. Sie sind ein Problem, über das man nicht gerne spricht. Dabei sind die Beschwerden ziemlich verbreitet. Vor allem mit zunehmendem Alter steigt auch die Wahrscheinlichkeit für das lästige Leiden, aber auch Schwangere trifft es häufig. Die gute Nachricht: Es gibt ein paar Hausmittel, die helfen können.

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Zuerst einmal: Jeder hat Hämorrhoiden! Bei ihnen handelt es sich um die Schwellkörper im Enddarm. Ihre Funktion ist es, den After abzudichten. So geben sie den Menschen die Möglichkeit, seinen Darm willentlich zu kontrollieren. Bei manchen sind die Schwellkörper allerdings größer als normal und können sogar hervorstehen. Typische Symptome sind dann Juckreiz, Nässen und Brennen beim Stuhlgang oder rote Blutspuren auf dem Klopapier.

Bei einem entsprechenden Verdacht führt der erste Weg zum Arzt. Dieser kann abklären, wie stark das Leiden ausgeprägt ist – insgesamt unterscheidet man vier verschiedene Grade bei Hämorrhoiden – und was Sie dagegen tun können. Und das ist einiges.

Verstopfung fördert Hämorrhoiden

Hämorrhoiden können zum Problem werden, wenn beim Stuhlgang zu stark gepresst werden muss. Insbesondere Menschen mit Verstopfungen sind deswegen gefährdet. Als erste Maßnahme gegen Ihre Beschwerden sollten Sie dementsprechend versuchen, Ihren Stuhlgang leichter gängig zu machen. Und damit sind nicht Abführmittel gemeint – das ist keine langfristige Lösung, weil dadurch der Darm auf Dauer noch träger werden kann. Und dauernd zu weicher Stuhl kann auch die Hämorrhoiden reizen und Beschwerden verschlimmern.

Hausmittel für leichteren Stuhlgang

Am besten wirken Sie Verstopfungen entgegen, indem Sie viele Ballaststoffe zu sich nehmen und dazu auch ausreichend trinken. Gut sind zum Beispiel Lein-, Flohsamen oder Kleie, mit denen Sie Ihr Essen anreichern können. Aber auch Gemüse wie Artischocken, Schwarzwurzel oder Topinambur, getrocknetes Obst oder Hülsenfrüchte enthalten besonders viel der Quellstoffe. So werden Ballaststoffe auch genannt, weil sie das Volumen des Stuhls vergrößern, indem sie Wasser binden. Damit „flutscht“ es besser.

Verzicht ist bei Lebensmitteln vorerst angeraten, die Verstopfungen eher fördern. Dazu gehören zum Beispiel Schokolade, schwarzer Tee, Weißbrot oder Kartoffeln.

Ebenfalls hilfreich kann es sein, wenn Sie morgens gleich nach dem Aufstehen ein Glas Wasser oder Saft auf nüchternen Magen trinken. Als gutes Mittel gegen Darmträgheit gelten außerdem Pflaumen, Feigen und Sauerkraut.

Entspannt auf dem Klo

Es klingt vielleicht etwas seltsam, aber Experten raten dazu, beim Stuhlgang nicht zu pressen, sondern sich zu entspannen. Nehmen Sie sich also Zeit auf der Toilette. Gut ist es, wenn man dabei eine hockende Haltung einnimmt – ähnlich, wie das unsere Vorfahren in der freien Natur taten. Dafür kann zum Beispiel ein kleiner Hocker vor das Klo gestellt werden, damit man die Beine automatisch mehr anwinkelt und den Rücken mehr nach vorne krümmt.

Im Anschluss ist es gut den After mit einem feuchten Lappen zu reinigen. Dabei kann es sich auch um feuchtes Klopapier mit entzündungshemmenden Stoffen handeln. Es sollte allerdings frei von Parfüm- oder Konservierungsstoffen sein. Nach der feuchten Reinigung wird die Region vorsichtig trockengetupft. Oft hilft dieses Vorgehen schon, damit nicht Kotreste Juckreiz auslösen.

Nicht reizen, sondern pflegen!

Wer bereits Schmerzen beim Stuhlgang verspürt, sollte versuchen Lebensmittel, die die empfindliche Schleimhaut reizen, wegzulassen. Dazu gehören zum Beispiel Kaffee, aber auch scharfes Essen.

Gegen den Juckreiz und die Schmerzen gibt es zahlreiche Salben, Cremes und Zäpfchen, die man lokal auftragen kann. Sie können als Alternative aber auch ein warmes Sitzbad probieren. Dabei sind nur der Unterleib und Teile des Oberschenkels unter Wasser. Wenn man die normale Badewanne dafür verwendet, kann man zum Beispiel die Beine über den Beckenrand hängen lassen. Die Wassertemperatur sollte circa 37 Grad betragen und das Bad um die 15 Minuten andauern.

Als Wirkstoff gibt man dafür Eichenrinden- oder Hamamelis-extrakt ins Wasser. Dies Hausmittel stoppen das Entzündungsgeschehen und lindern das Jucken und Brennen. Wer kein Sitzbad machen möchte, kann Eichenrindenextrakt oder Quark auch als kühle Kompressen lokal anwenden.

Mehr Bewegung!

Bewegungsmangel und sitzende Tätigkeiten können Hämorrhoiden ebenfalls fördern. Hier können Sie gegensteuern: Bringen Sie mehr Aktivität in Ihren Alltag! Denn wer sich bewegt, bringt auch die Verdauung in Schwung. Versuchen Sie zum Beispiel, täglich 10.000 Schritte zu tun – das entspricht der Bewegungsempfehlung der Experten. Hilfreich kann hier ein Schrittzähler sein.

Abspecken!

Es gibt eine einfache physikalische Regel: Je mehr Druck im Bauchraum herrscht, umso mehr drückt es die Hämorrhoiden nach außen. Und wodurch entsteht auch Druck? Durch zu viel Gewicht. Wenn Sie überflüssige Pfunde mit sich herumtragen ist das jetzt vielleicht ein guter Zeitpunkt, um zu versuchen, sie loszuwerden.

Hausmittel mit Medikamenten kombinieren

Die Hausmittel lassen sich bei der Hämorrhoiden-Behandlung auch gut medizinischen Therapien, die der Arzt verschrieben hat, kombinieren. Hilfreich sind sie vor allem bei leichten bis mittleren Hämorrhoidalleiden. Sind die Beschwerden allerdings zu stark, um sich so besänftigen zu lassen, gibt es auch verschiedene operative Techniken, die dauerhaft Linderung bringen können.

Stand: 08.09.2016
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Quellen:

  • Rath, W. & Friese, K.: Erkrankungen in der Schwangerschaft, Georg Thieme Verlag, 1. Auflage, 2005
  • Wolff & Weihrauch: Internistische Therapie 2012-2013, Urban & Fischer Verlag, 19. Auflage, 2012
  • S1-Leitlinie „Hämorrhoidalleiden“. Deutsche Gesellschaft für Koloproktologie (Stand: 2010)