Hämorriden – so beugen Sie vor

Beschwerdefreie Hämorriden

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Zuerst einmal - jeder hat Hämorriden. Es handelt sich dabei um einen Teil des Enddarms, der den Schließmuskel im After unterstützt. Der gut durchblutete Schwellkörper sorgt dafür, dass alles "dicht" bleib. Bei gut 50 Prozent der über 50-jährigen allerdings ist dieser Teil krampfaderartig erweitert. Das können Sie im akuten Fall und vorbeugend tun.

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Schmerzen beim Stuhlgang, brennen, nässen aber auch schleimige Ausscheidungen, Afterjucken oder Geschwüre am After können auf Hämorriden hinweisen. Afterjucken alleine kann allerdings zum Beispiel auch bei mangelnder Hygiene auftreten, auch Würmer oder Analekzeme können dahinter stecken. Spätestens wenn Sie Blut im Kot feststellen, sollten Sie einen Arzt zur Rate ziehen. Denn je früher die korrekte Diagnose gestellt wird, desto erfolgreicher ist die Behandlung. Grundsätzlich gilt aber, Hämorriden sind zwar lästig aber keine bedrohliche Erkrankung.

Salben, Zäpfchen und Sitzbäder

Gelegentliche Beschwerden lassen sich nach Rücksprache mit dem Arzt gut mit Salben behandeln, die Stoffe gegen Entzündungen, Juckreiz und Schmerzen enthalten. Bevor Sie die Salbe auftragen, sollten Sie nach jedem Stuhlgang die Region mit Wasser sanft reinigen. Die Haut nur abtupfen, nicht reiben - jetzt die Salbe auftragen. Meist haben die Mittel einen Spezialaufsatz, der drei bis vier Zentimeter in den Enddarm eingeführt werden kann. Je nach Öffnung vorher etwas Salbe aus der Tube drücken, dann gleitet der Aufsatz leichter in den After. Applizieren Sie nun das Medikament. Bei Plastiktuben sollten Sie beim Herausziehen die Tube gedrückt halten, damit der Inhalt nicht wieder zurück gesaugt wird.

Ersatzweise gibt es auch Zäpfchen für die Behandlung. Diese aber nicht so weit in den Enddarm schieben, wie es zum Beispiel bei Schmerzzäpfchen der Fall ist. Mit der Fingerkuppe sollten sie noch ertastbar sein. Zäpfchen eignen sich vor allem zur Anwendung am Abend, da sie einige Zeit ruhig liegen können sollten, um nicht zu verrutschen.

Einige Betroffene empfehlen auch Sitzbäder zur Linderung der Beschwerden. Besonders entzündungshemmende Gerbstoffe wie Eichenrinde werden als angenehm empfunden. Für unterwegs bieten sich Feuchttücher mit entzündungslindernden Extrakten an.

Das hilft beim Vorbeugen von Hämorriden

1. Richtige Ernährung

Der wichtigste Punkt, um Hämorriden vorzubeugen, ist ballaststoffreiche Nahrung. Denn durch zu kleine Kotmengen wird der Enddarm nicht genügend gefüllt und die Darmwand nicht genügend gedehnt. Dadurch ist man versucht, stärker zu pressen. Das erhöht den Druck auf die Darmgefäße, die sich dann erweitern. Gut sind Vollkornbrot, Müsli, Weizenkleie, Sesam, Haferflocken, Gemüse und Obst - am besten mit Schale. Vermeiden sollten Sie dagegen Weißbrot, Reis, Kartoffeln, Schokolade, schwarzen Tee oder Früchte ohne Schale - und alle Sachen, die zu Verstopfungen führen können. Darüber hinaus sollten Sie auf jeden Fall viel trinken, 2,5 bis 3 Liter pro Tag sind die Empfehlung.

2. Bewegung

Sport und viel Bewegung im Alltag hilft der Verdauung, reibungslos zu funktionieren. Aktivität kann außerdem helfen, ein paar Pfunde zu verlieren, wenn man übergewichtig ist - ein zusätzlicher Risikofaktor für Hämorriden.

3. Richtiges Kloverhalten

Pressen Sie beim Stuhlgang nicht zu stark, nehmen Sie sich lieber ein wenig Zeit für Ihren Klobesuch. Auf Abführmittel - egal ob pflanzlich oder nicht - sollte verzichtet werden.

4. Drüber reden

"Ich hab da was" - das Schamgefühl hält viele davon ab, diesen Satz ihrem Arzt gegenüber auszusprechen. Dabei ist es wichtig, frühzeitig mit der Behandlung zu beginnen, so kann Komplikationen vorgebeugt werden. Werfen Sie also Ihre Hemmungen über Bord und sprechen Sie rechtzeitig mit Ihrem Arzt.

Stand: 21.12.2015
Autor:

Vorlage: Dr. med. Katharina Larisch
Quellen:

  • Rohde H.: Was sind Hämorrhoiden? Sammelbegriff, Symptom oder Erkrankung? Deutsches Ärzteblatt 2005; 102(4):209-13
  • Block B.: Innere Medizin- Leitlinien 2007/2008: Zusammenstellung evidenzbasierter Leitlinien und Empfehlungen. Thieme Verlag. 1. Auflage 2007
  • Leitlinien der Dt. Ges. f. Koloproktologie (DGK): Hämorrhoidalleiden (Stand: Juli 2008)
  • Leitlinien der Dt. Dermatologischen Ges. (DDG) und der Dt. Ges. f. Koloproktologie (DGK): Analer Pruritus (Stand: August 2009)
  • Baenkler H.-W. et al.: Innere Medizin. Thieme Verlag. 2. Auflage 2009
  • Hofer U.: Hämorrhoidalchirurgie in der gültigen GOÄ. Deutsches Ärzteblatt 2010; 107(12):