Magenschmerzen – die häufigsten Ursachen

Ingwer kann bei Magenschmerzen helfen

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Gerade noch in kulinarischen Freuden geschwelgt und gleich darauf die Quittung für die Völlerei bekommen: stechende Magenschmerzen und Sodbrennen. Wer kennt das nicht? Nicht immer ist allerdings das Essen schuld an den Beschwerden, es können auch ernste Krankheiten dahinter stecken. Erfahren Sie in der Klickstrecke wie Ingwer gegen Magenschmerzen hilft und welche Hausmittel den Schmerz sonst noch lindern.

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Zu viel und falsches Essen verursacht Magenschmerzen

Nach einer ausgiebigen Mahlzeit wandert die Hand mancher zum Magen, um ihn mit sanftem Druck zur Verdauung anzuregen. Nicht immer aber hilft die kleine Streicheleinheit. Denn ist der Magen überfordert, zeigt er das seinem Besitzer auf unangenehme Art und Weise. 

Magenschmerzen können in ganz unterschiedlichen Qualitäten auftreten: mal stechend oder brennend, mal bohrend oder dumpf. Meist ist der linke beziehungsweise der mittlere Oberbauch betroffen. Bei manchen äußern sich die Schmerzen aber auch in regelrechten Krämpfen, die plötzlich und in kurzen Abständen auftreten.

In den meisten Fällen ist eine Magenverstimmung harmlos. Auslöser sind oft falsches oder zu reichhaltiges Essen. Viele Menschen bekommen zum Beispiel mit dem extrascharfen Curry beim Inder Magenprobleme. Aber auch Kaffee, Cola, Zitrusfrüchte, Kohl, Bohnen oder Zwiebeln können den Magen reizen. Rauchen und Alkoholgenuss - vor allem auf nüchternen Magen - goutiert der Magen ebenfalls nicht. Wer empfindlich ist, muss mit einem schmerzenden Magen rechnen.

Stress schlägt auf den Magen

Nicht zu unterschätzen ist die Wirkung der Psyche auf den Verdauungsapparat. Manche Menschen reagieren auf Stress mit einer vermehrten Produktion von Magensäure - in der Folge kommt es zu Magenschmerzen, die auch chronisch werden können. Typische Begleitsymptome eines gestressten Magens sind Sodbrennen, Durchfall oder Übelkeit. Im Extremfall kann die seelische Belastung sogar zu einem Magengeschwür führen.

Kranker Magen schmerzt

Normalerweise schützt eine Schleimschicht den Magen von innen vor der zersetzenden Wirkung der Magensäure. Manche Krankheiten bewirken allerdings, dass dieser Selbstschutz nicht mehr richtig funktioniert und die Säure die Magenwand angreift. Patienten mit andauernden Magenschmerzen leiden oft sehr unter den Beschwerden, die zu ihrem ständigen Begleiter werden.

Angegriffener Magen

Neben den chronischen Schmerzen sind auch plötzlich einsetzende und sehr heftige Schmerzen ein Fall für den Arzt. Diese Krankheiten können dahinter stecken:

Magenschleimhautentzündung (Gastritis)
Hier ist die Schleimhaut vorübergehend oder dauerhaft gereizt. Zusätzlich leiden Patienten oft unter Übelkeit, Erbrechen und haben keinen Appetit. Der Auslöser kann zum Beispiel das Bakterium Helicobacter pylori sein. Es gibt aber auch Medikamente, die den Magen reizen und zur Entzündung der Schleimhaut führen.

Magengeschwür (Ulcus ventriculi)
Bei einem Magengeschwür hat sich die Magensäure ihren Weg durch die Schleimhaut gebahnt und greift jetzt die darunterliegenden Muskelschichten an. Hierbei kann es zu Blutungen kommen. Bei gut 75 Prozent der Betroffenen steckt ebenfalls Helicobacter pylori dahinter. Aber auch Faktoren wie Rauchen oder bestimmte Medikamente können die Entstehung begünstigen.

Refluxkrankheit (Refluxösophagitis)
Auch hier ist die Magensäure für die Beschwerden verantwortlich. Der Mageninhalt (mit Säure) fließt wieder in die Speiseröhre zurück und reizt diese. Vor allem die Übergangsstelle zwischen Magen und Speiseröhre kann sich entzünden. Die Schmerzen können auch im Bereich des Magens auftreten.

Lebensmittelvergiftung
Fleisch, Fisch, Meeresfrüchte, Pilze oder verunreinigte Konserven - verschiedene Lebensmittel können eine Lebensmittelvergiftung auslösen. In den meisten Fällen besiedeln Bakterien das Nahrungsmittel - bei ihrer Vermehrung produzieren sie Giftstoffe. Isst ein Mensch diese Lebensmittel, kann er Vergiftungserscheinungen bekommen. Magenschmerzen sind eine mögliche Folge. Meist kommen Durchfall oder Erbrechen hinzu; so versucht der Körper, sich von den toxischen Stoffen zu befreien.

Eine Vergiftung kann ein Notfall sein, zum Beispiel beim Verzehr von Giftpilzen. Sie sollten sofort den Notarzt rufen!

Lebensmittelunverträglichkeiten
Manche Menschen bekommen nach dem Verzehr von Milchprodukten Magenschmerzen. Ein möglicher Grund ist die Unverträglichkeit von Milchzucker (Laktose). Andere vertragen Lebensmittel mit Fruktose oder Gluten nicht, dann reagiert die Verdauung entsprechend. Neben Durchfall oder Übelkeit sind Magenschmerzen die Folge.

Magenkrebs
Magenschmerzen können auch Hinweis auf eine Magenkrebserkrankung sein. Fatalerweise verspüren Patienten oft lange keine Beschwerden. Erst im fortgeschrittenen Stadium der Krankheit meldet sich das Verdauungsorgan mit Schmerzen. Ein erhöhtes Risiko für Magenkrebs haben vor allem Menschen, die viel Alkohol trinken. Auch scharfes Essen kann das Risiko klettern lassen.

Achtung Herzinfarkt!

Nicht immer liegt die Ursache für Magenschmerzen tatsächlich beim Magen selbst. Bei manchen Menschen äußert sich zum Beispiel ein Herzinfarkt durch Magenschmerzen. Wenn Übelkeit hinzu kommt und die Schmerzen linksseitig vermehrt auftreten oder zum Arm hin ziehen, sollten Sie unbedingt den Notarzt alarmieren!

Es gibt aber auch noch eine Reihe von weiteren Erkrankungen, die ebenfalls Beschwerden in der Magengegend auslösen. Dazu gehören insbesondere Erkrankungen des Verdauungstrakts, vor allem des Darmes. Aber auch die Bauchspeicheldrüse oder die Leber können beispielsweise Magenschmerzen verursachen. Gehen Sie deshalb im Zweifel lieber zu einem Arzt, um eine ernste Krankheit ausschließen zu lassen.

Stand: 05.07.2017
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Quellen:

  • Hahn J.M.: Checkliste Innere Medizin, Stuttgart 2007, Thieme Verlag
  • Schmiedel V. et al.: Leitfaden Naturheilkunde, Jena 2003, Urban & Fischer
  • www.ugb.de – Verein für unabhängige Gesundheitsberatung