Sodbrennen - Seele unter Verdacht
Schmerzender Magen und saures Aufstoßen – bei Menschen, die unter Sodbrennen leiden, ist manchmal auch die Psyche beteiligt. Wer seine Probleme sprichwörtlich in sich hineinfrisst, riskiert gesundheitliche Schäden. Vor allem Magen und Speiseröhre leiden unter anhaltendem Dauerstress. Warum Stress Sodbrennen auslösen kann und was Sie tun können, lesen Sie hier.
Etwa jeder zweite Deutsche leidet unter Sodbrennen. Das schmerzhafte Brennen in Magen und Hals entsteht, wenn Magensaft in die Speiseröhre zurückschwappt und die empfindlichen Schleimhäute reizt. Auf Dauer können dadurch Krankheiten wie Reflux, Speiseröhrenentzündung oder sogar Speiseröhrenkrebs entstehen. Ausgelöst wird Sodbrennen zum Beispiel durch eine ungesunde Ernährung, aber auch durch psychische Beschwerden, zum Beispiel Stress oder Depressionen.
Stress hemmt Verdauungsprozesse
Bei anhaltendem Stress und belastenden Lebenssituationen übernimmt der sogenannte Sympathikus die Regie der Körperprozesse. Dieser Teil des vegetativen Nervensystems bereitet den Körper auf Flucht und Kampf vor und beschleunigt den Herzschlag und die Atemfrequenz. Energieaufwändige Prozesse, beispielsweise die Verdauung, werden dafür heruntergefahren. Das wiederum stört die Verdauung empfindlich.
Verkrampfter Magen, zu viel Säure
Darüber hinaus verkrampft der Magen und produziert zu viel Säure. In der Regel verkraftet der Körper eine kurzzeitige Magensäureüberproduktion sehr gut. Dauerstress kann allerdings länger anhaltende Störungen wie Sodbrennen auslösen. So trägt also auch der gestresste Mensch zur Entstehung von Sodbrennen bei.
Seelentröster verschlimmern Sodbrennen
Um Kummer zu beseitigen und Stress zu bekämpfen, greifen viele zu „Seelentröstern“, etwa Schokolade, Fast Food, Zigaretten oder Alkohol. Diese Faktoren verschlimmern bestehendes Sodbrennen nur weiter und reizen den Magen zusätzlich. Aber auch Medikamente wie Antidepressiva oder Schlaftabletten können dem Verdauungssystem schwer zusetzen. Um dem Teufelskreis zu entrinnen, sollten Betroffene demnach nicht nur auf eine magenfreundliche Ernährung achten, sondern auch dem Dauerstress einen Riegel vorschieben.
Die Seele behandeln
Ist die Psyche Ursache für das Sodbrennen, bietet das gleichzeitig auch einen Hebel für die Behandlung des Magenleidens.
Entspannungsübungen gegen Sodbrennen
Eignen Sie sich Techniken an, um Ihre Gefühle besser zu verarbeiten, und Stressoren zu vermeiden. Um zur Ruhe zu kommen und einen Gang runter zu schalten, eignen sich Entspannungsverfahren, zum Beispiel Yoga, Autogenes Training oder Progressive Muskelentspannung. Das wirkt sich indirekt auch entkrampfend auf den Magen-Darm-Trakt aus.
Entspannt essen
Achten Sie darauf, den Magen nicht noch zusätzlich mit säurehaltigen und zu fetten Mahlzeiten zu belasten. Auch Alkohol und Zigaretten schaden und verursachen Sodbrennen. Um der Seele und dem Magen auch beim Essen Ruhe zu gönnen, planen sie Pausen nach dem Essen ein. Die Verdauung kann nämlich nur in Ruhe aktiv werden. Falls Sie aus eigener Kraft keine Ruhe mehr finden, sollten Sie sich Hilfe von Fachleuten suchen.
Professionelle Hilfe für Psyche und Körper
Psychotherapeuten können Ihnen helfen, mit dem Stress besser umzugehen. Gemeinsam können Sie nach den Auslösern Ihrer Probleme suchen und Lösungsansätze erarbeiten. Wer lernt, entspannter durchs Leben zu gehen, heilt nicht nur seine Seele, sondern auch seinen Körper - und beugt damit auch Sodbrennen vor.
Autor: Ingrid Müller
Redaktion: Janine Berdelmann
Quellen:
- Guille V. et al.: An examination of acute changes in serotonergic neurotransmission using the loudness dependence measure of auditory cortex evoked activity: effects of citalopram, escitalopram and sertraline. Biological Psychology 2008; 23: 231-241
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Essen und Psyche (www.dge.de; Stand: Dezember 2000)
- Von Koerber K. et al.: Vollwert- Ernährung. Thieme Verlag. 10. Auflage 2004
