Vitamin D hilft gegen Demenz

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In Deutschland leben rund 1,2 Millionen Menschen mit Demenz. Bis zum Jahr 2015 wird sich diese Zahl sogar verdoppeln, schätzen Experten, weil der Anteil älterer Personen in der Bevölkerung steigt. Darum arbeiten Forscher mit Hochdruck daran, die Krankheit besser zu verstehen und so vielleicht eines Tages verhindern zu können. Auf ihrem Weg dahin entdeckten sie jetzt den unerwarteten Nutzen von Sonnenlicht.

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Das Risiko für Demenz steigt mit dem Alter stark an. So leiden schätzungsweise zwischen zehn und 17 Prozent aller 80 bis 84-Jährigen unter Beeinträchtigungen des Denkvermögens. Sowohl für die Patienten als auch für die Angehörigen kann diese Erkrankungen zu erheblichen Problemen im Alltag führen. Demenzen sind der häufigste Grund für Einweisungen in ein Pflegeheim.

Vorbeugen möglich

Obwohl sich eine Alzheimer-Demenz nicht verhindern lässt, gibt es durchaus bestimmte Formen der Erkrankung, denen man vorbeugen kann – etwa die vaskuläre Demenz, die durch Arteriosklerose verursacht wird. Hier helfen Maßnahmen, die die Arterienverkalkung verhindern.

Ganz generell hilft bei der Vorbeugung von Demenz sogar die Sonne, zeigten Untersuchungen eines Wissenschaftlerteams von der University of Exeter Medical School. Für ihre Studie rekrutierten die Forscher 1.658 gesunde Senioren über 65 Jahre und bestimmten deren Vitamin-D-Gehalt im Blut. Nach einem Beobachtungszeitraum von sechs Jahren hatten 102 Teilnehmer Alzheimer und 70 eine andere Form von Demenz entwickelt.

Risiko doppelt so hoch

Dabei zeigte sich, dass Menschen mit einem Mangel an Vitamin D ein mehr als doppelt so hohes Risiko hatten, an Demenz zu erkranken. Lag ein besonders starker Vitamin-D-Mangel vor, stieg die Wahrscheinlichkeit sogar um 125 Prozent. Ein ähnliches Bild zeichnete sich ab, wenn die Forscher Patienten mit Alzheimer separat betrachteten.

Mechanismus unklar

Welcher Zusammenhang hinter diesen Mechanismen steckt, ist den Forscher bisher noch nicht bekannt. Unklar ist auch, ob Nahrungsergänzungsmittel – etwa Vitamin-D-Pillen – das Demenzrisiko senken können. „In großen klinischen Studien wollen wir als nächstes testen, welchen Effekt eine Steigerung des Vitamin-D-Spiegels hat“, sagt Llewellyn.

Klar ist jedoch, dass Vitamin D viel Gutes für die Gesundheit bereit hält. So zeigte eine Studie jüngst, dass Sonnenlicht Asthma vorbeugen kann. Außerdem wirkt sich das Sonnenvitamin offenbar auch positiv auf den Blutdruck aus.

Das Sonnenvitamin

Wer seinen Vitamin-D-Spiegel auffüllen möchte, sollte sich deshalb viel an der frischen Luft bewegen. Denn der Bedarf an Vitamin D wird fast zu 90 Prozent durch die Einwirkung von Sonnenstrahlen in der Haut gebildet. Gerade im Winter leiden Schätzungen zufolge jedoch 60 Prozent aller Bundesbürger unter Vitamin-D-Mangel – denn wer sich zu mollig anzieht und das Sonnenlicht nicht an die Haut lässt, blockiert den Mechanismus. Wer also täglich eine halbe Stunde spazieren geht, tut nicht nur etwas für die körperliche Fitness, er füllt auch seine Vitamin-D-Speicher wieder auf. 

Stand: 25.08.2016
Autor:

Quelle: Llewellyn D. J. et al.: Vitamin D and the risk of dementia and Alzheimer disease. Neurology, August 2014, DOI: 10.1212/WNL.0000000000000755