Schnelle Hilfe bei Muskelschmerzen

Muskelschmerzen sind häufig Folge einer Fehlbelastung, Verletzung oder Überanstrengung

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Wer kennt das nicht: Der Rücken spannt beim Aufstehen, die Wade zwickt mitten in der Nacht oder der Nacken ist nach dem Arbeitstag ganz steif. Es sind aber vor allem die Schulter-, Nacken- und Rückenmuskulatur, die durch den modernen Lebensstil beansprucht werden und Schmerzen verursachen. Das können Sie im Akutfall tun und erfahren Sie in der Klickstrecke, wie Sie vorbeugen können.

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Verspannung: Leichtes Ziehen der Muskeln

Heutzutage gehört Bewegungsmangel und eine stetige Fehlhaltung zu den häufigsten Ursachen von Muskelschmerzen. Stundenlanges Sitzen vor Computer, Fernseher oder im Auto kann Verspannungen auslösen.

Tipp: Massieren Sie die schmerzende Stelle und behandeln Sie sie mit Wärme, zum Beispiel in Form von Wärmepflastern, einer Wärmflasche oder beheizbaren Kissen.

Der richtige Ausgleich zum Alltagsstress

Damit Verspannungen erst gar nicht entstehen, hilft es, die Muskulatur zu stärken. Dafür eignet sich Ausdauersport wie Radfahren oder Joggen sowie leichtes Krafttraining.

Muskel- und Wadenkrämpfe: Schrecken der Nacht

Im Gegensatz zu sich langsam versteifenden Verspannungen setzen Muskel- und Wadenkrämpfe schlagartig und heftig ein. Durch einen Engpass an Magnesium, einem lebenswichtigen Mineral, das unter anderem für die normale Muskelfunktion notwendig ist, bleibt ein muskelentspannender Nervenimpuls aus und die Kraftpakete verkrampfen. Dies kann bei starker Belastung während des Trainings sowie bei Entspannung in der Nacht auftreten.

Schnelle Hilfe durch Dehnen

Schnelle Abhilfe bei Krämpfen verschafft ausgiebiges Dehnen des schmerzenden Bereichs, indem der Gegenspieler des betroffenen Muskels angespannt wird. Im Falle eines Wadenkrampfes erfolgt dies, indem die Fußspitze in Richtung Knie gezogen wird.

Tipp: Um einen ausgewogenen Magnesiumhaushalt zu gewährleisten und Krämpfen vorzubeugen, sollten Sie Vollkornprodukte, Gemüse wie Sojabohnen und Kartoffeln, Beeren, Orangen, Bananen, Geflügel und Fisch essen. Auch Wasser ist ein guter Magnesiumlieferant.

Muskelkater: Muskelschmerzen nach dem Sport

Die gängigste Form der Muskelschmerzen kennt jeder: Muskelkater. Er ist ein Anzeichen für falsches Training, zum Beispiel wenn Muskeln vor dem Sport schlecht oder gar nicht aufgewärmt wurden. Im Nachhinein schmerzen die Kraftpakete, da sich winzige Risse in den Muskelfasern, Ansammlungen von Stoffwechselabfallprodukten sowie kleinste Schwellungen gebildet haben.

Gut gegen Muskelkater

Auch wenn Muskelkater nach ein paar Tagen meist wieder von selbst verschwindet, können die Muskeln mit kleinen Tricks beruhigt werden. Hierzu eignen sich warme Bäder sowie Massagen mit Wärmebalsam oder -cremes. Zudem helfen leichte Dehnübungen und lockere Bewegung dabei, die Muskeln wieder geschmeidig zu machen.

Tipp: Wärmen Sie sich vor dem Sport ausgiebig und konsequent auf. Zudem sollte das Training die eigene Leistungsfähigkeit nicht übersteigen - so beugen Sie dem Muskelkater erfolgreich vor.

Überbeanspruchung: Muskelzerrung und Muskelriss

Während der Muskelkater noch keine schwerwiegenden Einschränkungen mit sich bringt, zählt die Muskelzerrung zu den hartnäckigeren Sportverletzungen. Sie tritt auf, wenn ein nicht ausreichend aufgewärmter Muskel zu sehr beansprucht und dabei über sein physiologisches Maß hinaus gedehnt wird. An den betroffenen Stellen reißen einzelne Muskelfasern und ein Bluterguss entsteht. Ist der Muskel vollständig durchtrennt, handelt es sich um einen Muskelriss.

Vermuten Sie hinter einer Zerrung einen Muskelfaser- oder Muskelriss, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Denn der betroffene Muskel muss geschont und gekühlt werden, in seltenen Fällen sogar operiert.

Tipp: Der beste Schutz vor Muskelzerrung und -riss ist das konsequente Aufwärmen und Dehnen - deswegen ist Zeit darin gut investiert. Zusätzlich sollten Sie die Belastung beim Training langsam steigern.

Stand: 09.05.2017
Autor: Lisa Davidson

Vorlage: Dr. med. Felicitas Witte