Entspannung gegen Rückenschmerzen
Rückenschmerzen, vor allem wenn sie chronisch sind, können bei den Betroffenen großes Leid verursachen. Das wiederum verursacht Stress – denn nichts scheint gegen das lästige Ziehen zu helfen. Und Stress wiederum kann die Muskeln noch mehr verspannen und die Schmerzen verstärken.
Entspannungsübungen sind daher für die Behandlung und Vorbeugung vor allem von chronischen Rückenschmerzen unerlässlich. Sie wirken nicht nur auf angespannte Muskeln und andere Stressreaktionen wie zum Beispiel einen beschleunigten Herzschlag. Mit ihrer Hilfe lernt der Patient, überhaupt erst wahrzunehmen, ob und wo im Körper er angespannt ist – und auch, was die Auslöser für diese Spannungszustände sind. Entpannungsmethoden geben den Betroffenen auch die Möglichkeit, selbst etwas gegen die Schmerzen tun zu können und ihnen nicht hilflos ausgeliefert zu sein.
Sollten Sie allerdings unter akuten Rückenbeschwerden leiden, kann Entspannung nur bis zu einem gewissen Grad helfen. Meist sind sie auch nicht alleiniges Therapiemittel, sondern werden mit Techniken aus der kognitiven Verhaltenstherapie kombiniert. Die gängigsten Entpannungsmethoden bei Rückenschmerzen sind:
Progressive Muskelrelaxation (PMR)
Bei der Progressiven Muskelentspannung trainiert der Übende ganz bewusst verschiedene Muskeln nach einer vorgeschriebenen Reihenfolge für fünf bis sieben Sekunden. Sobald er sie nach der Anspannung locker lässt, nimmt er das Gefühl der Entspannung weitere 20 bis 30 Sekunden wahr. Braucht man anfangs noch eine halbe Stunde, um den ganzen Körper zu entspannen, reichen nach sechs bis sieben Wochen regelmäßigen Trainings meist wenige Minuten, bis die vollständige Entspannung eintritt. Die Wirksamkeit der PRM ist wissenschaftlich nachgewiesen, sowohl für Rücken-, als auch für Kopfschmerzen.
Autogenes Training (AT)
Das Autogene Training ist eine Form der Selbsthypnose. Der Übende liegt dabei mit geschlossenen Augen auf dem Boden oder sitzt entspannt in einem Stuhl. Indem man sich auf Formeln wie „Ich bin ganz ruhig“ konzentriert, gelangt man immer tiefer in die Entspannung. Wer AT erlernen möchte, sollte eine gute Körperwahrnehmung haben. Mitunter kann es etwas dauern, bis eine Wirkung eintritt. Wissenschaftliche Studien, die eine Wirksamkeit bei chronischen Schmerzen nachweisen, gibt es nur wenige.
Biofeedback
Hier macht der Therapeut mithilfe des Computers Körpervorgänge wie Herzschlag, Durchblutung, Muskelaktivität etc. sicht- und hörbar. Zum Beispiel steht ein hoher Ton für Muskelanspannung. Der Übende muss daraufhin bewusst den Muskel entspannen, damit der Ton tiefer wird. Dadurch lernen die Betroffenen, ihre Beschwerden gezielt zu beeinflussen und auch psychosomatische Zusammenhänge zu erkennen.
Hypnose
Hypnose ist ein Trancezustand, der eine tiefe Entspannung zulässt: der Herzschlag verlangsamt sich, der Blutdruck sinkt und die Atmung wird ruhiger. Schmerz kann der Hypnotisierte in diesem Zustand zum Beispiel komplett ausblenden oder durch andere Empfindungen wie etwa Hitze ersetzen. Vor allem bei akuten Beschwerden ist eine Hypnose wirksam. Voraussetzung ist allerdings, dass der Patient dem Therapeuten voll vertraut. Für Menschen mit einer Kommunikations- oder Beziehungsstörung ist die Hypnose dagegen nicht geeignet.
Vorlage: Christiane Fux
Redaktion: Kathrin Rothfischer
Quellen:
- Jacobs S. et al.: Hypnotherapeutische Interventionen im Rahmen eines verhaltentherapeutischen Kurzprogramms zur Behandlung chronischer Schmerzen. Verhaltenstherapie und Verhaltensmedizin 2001; 3
- Morschitzky H.: Somatoforme Störungen. Springer Verlag. 2. Auflage 2007
- Schulz-Stübner S.: Medizinische Hypnose: Grundlagen und Behandlungstechnik. Schattauer Verlag. 1. Auflage 2006
- Kröner-Herwig B.: Schmerzpsychotherapie. Springer Verlag. 6. Auflage 2007
