Medikamente gegen Rückenschmerzen
Eine kurzfristige, gezielte Behandlung mit Medikamenten kann bei Rückenschmerzen durchaus sinnvoll sein. Denn damit lässt sich der Teufelskreis aus Bewegungslosigkeit und Schmerz durchbrechen. Letztendlich verhindert das auch, dass immer wieder auftretende Beschwerden chronisch werden.
Nur kurzfristig einnehmen
Bei akuten Rückenproblemen ohne zusätzliche Gefühlsstörungen reichen einfache Schmerzmittel aus. Viele Betroffene greifen zu Arzneimittel aus der Gruppe der sogenannten traditionellen Nichtsteroidalen Antirheumatika/Antiphlogistika (tNSAR) wie Ibuprofen, Diclofenac, Naproxen und Acetylsalicylsäure (ASS). Sie sind in geringer Dosierung nicht rezeptpflichtig. Auch Paracetamol ist ein beliebtes, frei erhältliches Schmerzmittel gegen Rückenschmerzen. Am besten nehmen Sie diese Arzneien aber nur kurzfristig ein.
„Pflanzlich“ ist nicht gleich „harmlos“
Von pflanzlichen Heilmitteln raten Experten komplett ab. Nicht nur fehlt der wissenschaftliche Nachweis für viele Mittel. Auch Nebenwirkungen können bei den vermeintlich harmlosen, natürlichen Substanzen auftreten. Das Nebenwirkungsprofil von Weidenrindenextrakten (Salicylate) und der Teufelskralle (Harpagophytum) entspricht zum Beispiel dem der tNSAR. Bevor Sie Phytotherapeutika einnehmen, sprechen Sie am besten mit Ihrem Arzt.
Spezialfall chronische Schmerzen
Bei chronischen Rückenschmerzen richtet sich die Medikamentenentscheidung nach der Stärke der Schmerzen. Wichtig ist eine regelmäßige Kontrolle, um die Dosis den individuellen Bedürfnissen anzupassen.
Leichte chronische Schmerzen:
Hier kommen tNSRA zum Einsatz. Sie sollten nur in der niedrigsten wirksamen Dosierung und so kurzfristig wie möglich regelmäßig eingenommen werden.
Mittelstarke chronische Schmerzen:
Übliche Mittel sind schwache Opioide wie Tramadol oder Tilidin/Naloxon. Nachteil: Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen und Verstopfung sind häufig. Zu Behandlungsbeginn kann auch die Verkehrstüchtigkeit eingeschränkt sein. Oft erfolgt eine Kombination mit tNSRA.
Starke chronische Schmerzen:
Sie werden mit starken Opioiden behandelt (z.B. Fentanyl; Morphin). Oft erfolgt die Einnahme im Rahmen eines multimodalen Therapiekonzepts und unter Aufsicht von schmerztherapeutischen Experten. Häufige Nebenwirkungen die Magen-Darm-Beschwerden.
Verschreibt der Arzt Ihnen Opioide, sollten Sie sich an die empfohlene Anwendung und Dosierung halten. Falsch ist die Annahme, dass Opioide zwangsläufig süchtig machen.
Vorlage: Dr. med. Katharina Larisch
Redaktion: Kathrin Rothfischer
Quellen:
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Mutschler E. et al.: Arzneimittelwirkungen. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft. 9. Auflage 2008
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Bundesärztekammer (BÄK) et al.: Nationale VersorgungsLeitlinie Kreuzschmerz (Stand: August 2011)
