Gesundheitsgefahr Sitzen – so beugen Sie vor

Sitzen kann tödlich sein. Einfaches Gegenmittel: Bewegung.

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Ständiges Sitzen knabbert an der Gesundheit des Menschen. Und zwar ähnlich stark wie Rauchen oder Übergewicht. Doch es gibt ein Gegenmittel, mit dem man den negativen Effekt auf die Gesundheit ausgleichen kann: Bewegung. Dabei ist die Dosis entscheidend. Wie Sie mit ein paar Tricks Ihren Alltag bewegter gestalten, erfahren Sie in der Bildergalerie.

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Aufstehen, zur Arbeit fahren, vorm PC sitzen, nach Hause fahren und ab auf die Couch – so sieht der Tageablauf vieler Menschen aus. Dieser sesshafte Lebensstil hat fatale Folgen für die Gesundheit: Wer zu viel sitzt, bekommt eher Diabetes, Krebs oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen und stirbt infolge dessen im Durchschnitt auch früher. Jährlich bis zu fünf Millionen Menschen trifft aufgrund von zu viel Sitzen ein vorzeitiger Tod, besagen Schätzungen.

150 Minuten sind nicht genug

Um diesem Schicksal zu entgehen, lautet die allgemeine Empfehlung etwa 150 Minuten pro Woche aktiv zu sein. Dass dieser Rat zwar gut ist, aber nicht reicht, um die negative Folgen von zu viel Sitzfleisch zu eliminieren, ermittelten Ulf Ekelund und seine Kollegen von der University of Cambridge. Mithilfe eines riesigen Datensatzes fanden sie aber auch heraus, wie viel Bewegung es dafür braucht. Als Grundlage werteten die Forscher die Daten von 16 Studien aus. Insgesamt flossen so die Angaben von über einer Million Frauen und Männer ein.

Für ihre Untersuchung teilten sie die Menschen in vier Gruppen ein. Die trägste Gruppe bewegt sich unter fünf Minuten täglich, die aktivste über 60 Minuten. Als „Aktivität“ wurde hierbei beispielsweise gezählt, wenn jemand mit einer Geschwindigkeit von mindestens 6 km/h ging oder 16 km/h mit dem Rad fuhr.

Der Vergleich der Gruppen zeigte, zu wenig Bewegung kann tödlich sein. Die am wenigsten aktive Gruppe hat im Vergleich zur sportlichsten Gruppe ein 28 bis 59 Prozent höheres Risiko vorzeitig zu versterben.

Kleine Bewegungshappen im Alltag

Die gute Nachricht: „Es ist möglich durch das richtige Maß an Bewegung das Risiko für einen vorzeitigen Tod durch zu viel Sitzen zu verringern oder sogar aufzuheben – und dafür muss man noch nicht mal Sport machen oder ins Fitnessstudie gehen“, fasst Ekelund zusammen.

Tatsächlich reichen 60 bis 75 Minuten moderate Aktivität täglich aus, um die Nachteile des Sitzens auszugleichen. Eine Stunde täglich also, die allerdings nur von einem Viertel der Probanden erreicht wurde. „Für viele Menschen ist es beim heutigen Lebensstil nicht möglich, längeren Sitzperioden zu entkommen“, meint der Forscher.

Gerade denjenigen raten die Wissenschaftler aber ganz besonders, kleine Bewegungshäppchen einfach über den zu Tag verteilen. „Gehen Sie zum Mittagessen raus aus dem Büro, Joggen Sie morgens eine kleine Runde oder nehmen Sie das Fahrrad für den Arbeitsweg“, so Ekelund. Jedes Bisschen Bewegung sei besser als gar keine. Und auf den Fahrstuhl zu verzichten und dafür auf die Treppe umzusteigen, dürfte für die meisten ohne große Anstrengung möglich sein – wenn der Schweinehund erstmal überstimmt worden ist.

Stand: 02.08.2016
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Sitzen kann tödlich sein. Einfaches Gegenmittel: Bewegung. Dabei ist die Dosis entscheidend. Gesundheitsgefahr Sitzen – so beugen Sie vor Ständiges Sitzen knabbert an der Gesundheit des Menschen. Und zwar ähnlich stark wie Rauchen oder Übergewicht. Doch es gibt ein Gegenmittel, mit dem man den negativen Effekt auf die Gesundheit ausgleichen kann: Bewegung. Dabei ist die Dosis entscheidend. Wie Sie mit ein paar Tricks Ihren Alltag bewegter gestalten, erfahren Sie in der Bildergalerie. ((Mehr Bewegung im…)) Aufstehen, zur Arbeit fahren, vorm PC sitzen, nach Hause fahren und ab auf die Couch – so sieht der Tageablauf vieler Menschen aus. Dieser sesshafte Lebensstil hat fatale Folgen für die Gesundheit: Wer zu viel sitzt, bekommt eher Diabetes, Krebs oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen und stirbt infolge dessen im Durchschnitt auch früher. Jährlich bis zu fünf Millionen Menschen trifft aufgrund von zu viel Sitzen ein vorzeitiger Tod, besagen Schätzungen. 150 Minuten sind nicht genug Um diesem Schicksal zu entgehen, lautet die allgemeine Empfehlung etwa 150 Minuten pro Woche aktiv zu sein. Dass dieser Rat zwar gut ist, aber nicht reicht, um die negative Folgen von zu viel Sitzfleisch zu eliminieren, ermittelten Ulf Ekelund und seine Kollegen von der University of Cambridge. Mithilfe eines riesigen Datensatzes fanden sie aber auch heraus, wie viel Bewegung es dafür braucht. Als Grundlage werteten die Forscher die Daten von 16 Studien aus. Insgesamt flossen so die Angaben von über einer Million Frauen und Männer ein. Für ihre Untersuchung teilten sie die Menschen in vier Gruppen ein. Die trägste Gruppe bewegt sich unter fünf Minuten täglich, die aktivste über 60 Minuten. Als „Aktivität“ wurde hierbei beispielsweise gezählt, wenn jemand mit einer Geschwindigkeit von mindestens 6 km/h ging oder 16 km/h mit dem Rad fuhr. Der Vergleich der Gruppen zeigte, zu wenig Bewegung kann tödlich sein. Die am wenigsten aktive Gruppe hat im Vergleich zur sportlichsten Gruppe ein 28 bis 59 Prozent höheres Risiko vorzeitig zu versterben. Kleine Bewegungshappen im Alltag Die gute Nachricht: „Es ist möglich durch das richtige Maß an Bewegung das Risiko für einen vorzeitigen Tod durch zu viel Sitzen zu verringern oder sogar aufzuheben – und dafür muss man noch nicht mal Sport machen oder ins Fitnessstudie gehen“, fasst Ekelund zusammen. Tatsächlich reichen 60 bis 75 Minuten moderate Aktivität täglich aus, um die Nachteile des Sitzens auszugleichen. Eine Stunde täglich also, die allerdings nur von einem Viertel der Probanden erreicht wurde. „Für viele Menschen ist es beim heutigen Lebensstil nicht möglich, längeren Sitzperioden zu entkommen“, meint der Forscher. Gerade denjenigen raten die Wissenschaftler aber ganz besonders, kleine Bewegungshäppchen einfach über den zu Tag verteilen. „Gehen Sie zum Mittagessen raus aus dem Büro, Joggen Sie morgens eine kleine Runde oder nehmen Sie das Fahrrad für den Arbeitsweg“, so Ekelund. Jedes Bisschen Bewegung sei besser als gar keine. Und auf den Fahrstuhl zu verzichten und dafür auf die Treppe umzusteigen, dürfte für die meisten ohne große Anstrengung möglich sein – wenn der Schweinehund erstmal überstimmt worden ist. Quelle: Ulf Ekelund et al. Does physical activity attenuate, or even eliminate, the detrimental association of sitting time with mortality? A harmonised meta-analysis of data from more than 1 million men and women. The Lancet, 2016; DOI: 10.1016/S0140-6736(16)30370-1