Handynacken – so beugen Sie vor

Die besten Tipps gegen Handynacken.

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Smartphones, Tablets  und E-Reader haben das Leben der Menschen in den letzten Jahren gewaltig verändert. Sie sind zum täglichen Begleiter geworden, mit deren Hilfe man durch den Alltag navigiert. Das ständige Starren auf das Display in der Hand hat aber auch unerwünschte Nebenwirkungen: den „Handynacken“. Was man darunter versteht und wie Sie der ihm entgegenwirken, erfahren Sie hier.

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Kurz einen Blick aufs Handy werfen – davon wird kein Nacken krank. Problematisch wird es, wenn die unnatürliche Fehlhaltung über Stunden praktiziert wird. Dank der digitalen Technik und der mobilen Anbindung ans Internet ist dies aber kein unwahrscheinliches Szenario mehr. Auch wenn es mühelos aussieht, belasten beim langen Verharren in der unnatürlichen Haltung große Kräfte den Rücken. „Beim Blick auf das Handy senkt der Nutzer sein Haupt meist um über 45 Grad – dann wirken Kräfte von über 20 Kilogramm“, erklärt die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) e.V. in einer Presseerklärung.

Kopfschmerzen und Muskelspannen

Der Rücken ist für so eine Dauerbelastung nicht gemacht. Die Folge: Die Muskeln im Schulter- und Nackenbereich können sich Verhärten, was wiederum zu Schonhaltungen führt. Vom Handynacken Betroffene leiden an Verspannungen, aber auch unter Kopfschmerzen und vermehrten Verschleißerscheingen im Bereich der Halswirbelsäule. 

Begünstigt wird das Phänomen noch durch eine schlecht trainierte Nackenmuskulatur. Und genau hier liegt ein Ansatzpunkt zur Vorbeugung eines Handynackens. „Viele Rückenleiden könnten verhindert werden, wenn wir durch regelmäßigen Sport und Ausgleich mehr in unsere Muskulatur investieren würden. Da kann jeder sehr viel für sich tun!“, erklärt auch Professor Bernd Kladny stellvertretender DGOU-Generalsekretär.

Handy hoch!

Die Experten empfehlen deswegen, zum Ausgleich auf jeden Fall ein- bis zwei Mal pro Woche Sport zu betreiben. Gut für einen starken Rücken sind dabei zum Beispiel Schwimmen, aber auch Pilates, Walking oder Yoga. Auch gezielte Rückengymnastik kann einiges bewirken. Zum Teil lassen sich die Übungen auch gut in den Alltag integrieren.

Aber auch wer gerade ein mobiles Gerät in der Hand hält, kann aktiv werden. Machen Sie zum Beispiel immer wieder Pausen und lassen den Blick um sich schweifen. Legen Sie kleine Lockerungseinheiten ein, etwa, indem Sie Ihren Nacken oder die Schultern etwas kreisen lassen. Strecken Sie dabei den Kopf nach oben und ziehen Sie die Schultern nach unten. Halten Sie außerdem das Handy höher: Senken Sie lieber den Blick, statt gleich den ganzen Kopf in die Schräglage zu bringen.

Arbeitsplatz richtig einrichten

Ganz neu ist das Leiden „Handynacken“ nicht – auch Menschen, die bei der Bildschirmarbeit falsch am Schreibtisch sitzen, plagen Verspannungen im Nackenbereich und Rückenprobleme, die draus resultieren können. Hier ist zur Prävention wichtig, dass Sie darauf achten, dass Ihr Arbeitsplatz rückenfreundlich eingerichtet ist. Das bedeutet zum Beispiel, dass die Tisch- und Stuhlhöhe bestmöglich eingestellt sind: Wenn Sie gerade sitzen, sollte die oberste Bildschirmzeile unterhalb Ihrer Augenhöhe liegen. 

Stand: 17.03.2016
Autor:
Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) e.V. vom 10.03.2016