Krebs - Sport macht Tumoren Beine

Sport ist ein kostenloses Anti-Krebs-Mittel

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Sport ist ein regelrechtes Anti-Krebs-Medikament. Krebspatienten, die körperlich aktiv sind – also joggen, radeln oder ihre Muskeln trainieren - können ihr Rückfallrisiko senken. Aber auch Gesunde können sich durch Sport vor bösartigen Tumoren schützen, ergab eine Studie. So lautet die Empfehlung von Medizinern für Krebspatienten: Laufen statt schonen! Das gilt selbst nach einer kraftraubenden Chemotherapie.

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Laura Bilek und Kollegen vom University Nebraska Medical Center (UNMC) in Omaha untersuchten, wie sich Sport auf das Immunsystem von Krebspatienten auswirkt. An der Studie nahmen 16 Krebspatienten teil, die alle eine Chemotherapie absolviert hatten. Die Forscher nahmen die T-Zellen unter die Lupe - ein Typ von Abwehrzellen, der eingedrungenen Keimen, aber auch Krebszellen den Garaus macht. Anhand von Blutproben bestimmten sie bei jedem Krebspatienten die Anzahl der lädierten und intakten T-Zellen. Nach der Chemotherapie war der Großteil dieser Immunzellen nicht mehr voll funktionsfähig -  mit einer geschwächten Patrouille von Krebszellen lassen sich Infektionen oder bösartige Tumorzellen kaum mehr bekämpfen.

Immunzellen - Stark statt schwach

Dann unterzogen sich die Tumorpatienten einem Training über zwölf Wochen. Geschult wurden Ausdauer, Kraft, Beweglichkeit und Gleichgewicht. Nach der wochenlangen körperlichen Aktivität  hatten die Patienten deutlich mehr abwehrtüchtige T-Zellen im Blut als zuvor. Dagegen hatte die Anzahl der „alten“ T-Zellen abgenommen. „Wir vermuten, dass durch die körperliche Aktivität die nutzlosen T-Zellen herausgeworfen und so Platz für die nützlichen Zellen freigeschaufelt wird“, sagt Bilek. Sport mache das Immunsystem effektiver im Kampf gegen Krankheitserreger und Krebs.

Heer von Krebspatienten

Bekannt war bislang, dass Sport bestimmten Krebsarten vorbeugen kann. Dazu gehören vor allem Darm- und Brustkrebs. Zum einen trägt Sport dazu bei, Übergewicht zu verhindern. Außerdem beeinflusst körperliche Aktivität das Krebsrisiko vermutlich durch die Regulation verschiedener Hormone und Botenstoffe im Blut, die das Zellwachstum und damit auch Tumoren fördern.

Krebs ist eine häufige Erkrankung. Allein in Deutschland traf die Diagnose Krebs im Jahr 2010 etwa 450.000 Menschen neue. Für das Jahr 2012 rechnet das Robert Koch-Institut sogar mit knapp 490.000 neuen Krebspatienten. Krebs tritt meistens bei Menschen in höherem Lebensalter auf. Das mittlere Erkrankungsalter zum Zeitpunkt der Diagnose liegt bei Frauen bei 69, bei Männern bei 68 Jahren. Die häufigste Krebsart bei Frauen ist Brustkrebs, bei Männer ist es Prostatakrebs. Krebserkrankungen liegen auf Platz zwei der häufigsten Todesursachen - nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
 

Stand: 09.11.2012

Autor:

Quelle: Bilek, L. et.al, "Effect of Exercise on T Cells in Cancer Survivors," poster session, The Integrative Biology of Exercise VI meeting, American Physiological Society;