Wann Sport das Immunsystem schwächt

Joggen im Herbst bringt auch das Immunsystem auf Trab.

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Schniefen, Husten, Niesen - noch gibt es kein Medikament, das Viren in kurzer Zeit den Garaus macht. Das beste Mittel heißt daher immer noch: vorbeugen. Sport zum Beispiel, vor allem an der frischen Luft, härtet ab und ist einer von vielen Tricks, um das Immunsystem auf Trab zu bringen. Doch Vorsicht: Zu viel davon schadet mehr, als es nützt. Warum das so ist, erfahren Sie hier.

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Dauerstress schwächt Körperpolizei

Jegliche Art von Dauerstress, und dazu zählt auch wiederholte starke körperliche Anstrengung, versetzt den Organismus in einen andauernden Alarmzustand. Die Folge: Die Anzahl der Immunzellen nimmt ab, die Killerzellen sind weniger aktiv und auch die Abwehrzellen bilden sich langsamer. Das schwache Immunsystem sorgt dafür, dass Eindringlinge wie Bakterien und Viren leichtes Spiel haben. Studien haben gezeigt, dass Sportprofis deutlich häufiger an Infekten der oberen Atemwege leiden als Hobbysportler. Das kann auch zu einer akuten Bronchitis führen.

Wichtigste Regel: Nicht übertreiben!

Wenn Sie also Sport treiben, achten Sie darauf, sich nicht zu überfordern. Generell gilt: Moderates Ausdauertraining unterstützt die Körperpolizei, denn dadurch werden die weißen Blutkörperchen aktiviert. Etwa 45 Minuten ruhiges Joggen, drei- bis fünfmal in der Woche, ist dafür ausreichend. Als Anhaltspunkt ist auch hilfreich: Die Menge an Kilokalorien, die Sie in einer Woche durch Sport verbrauchen, sollte zwischen 1.500 bis maximal 3.000 liegen. Tun Sie Ihrer Gesundheit also etwas Gutes und schrauben Sie Ihren Ehrgeiz etwas zurück - das bringt auf lange Sicht mehr für Fitness und Wohlbefinden.

Sie hat's erwischt: Pause machen!

Sport ist nur für gesunde Menschen sinnvoll. Bereits bei einer einfachen Erkältung läuft die Immunabwehr auf Hochtouren. Wer jetzt sein Training absolviert, schwächt den Körper zusätzlich. Schon bei den ersten Anzeichen wie häufiges Niesen, laufende Nase oder Kratzen im Hals heißt es daher: Sportschuhe stehen lassen! Wer trotzdem trainiert, riskiert Infektionen wie zum Beispiel eine Bronchitis. Im schlimmsten Fall können sich Krankheitserreger im geschwächten Organismus, besonders in Herz, Nieren oder Nervensystem, festsetzen. Das kann zu bleibenden Gesundheitsschäden führen. Tatsächlich gilt: Kranke, die sich schonen, sind schneller wieder auf den Beinen und können den Trainingsrückstand ohne Probleme wieder aufholen!

Erkältung - normalerweise harmlos

Eine Erkältung ist eine Infektion der oberen Luftwege mit Viren. Oft kommt es zu einer Zweitinfektion mit Bakterien. Dies kann zu Komplikationen wie beispielsweise eine Entzündung der Augen, der Nasennebenhöhlen, des Mittelohrs, des Halses oder der Lunge führen. Eine Erkältung ist keine Grippe. Sie wird zwar auch durch Viren ausgelöst, der Krankheitsverlauf ist aber schwerer. In der Regel ist eine Erkältung harmlos. Sie tritt vor allem in den Herbst- und Wintermonaten auf. Im Durchschnitt leidet jeder Erwachsene etwa zwei- bis fünfmal im Jahr an einer Erkältung.

Stand: 05.01.2017
Autor:

Vorlage: Jens Richter