Ayurveda

Ayurveda ist das älteste der großen Heilsysteme. Der Stirnguss hilft bei verschiedenen Gesundheitsproblemen.

© Kzenon / istockphoto

Ayurveda hat seinen Ursprung in Indien, ist das älteste der großen Heilsysteme und hat viele andere Heilsysteme beeinflusst wie etwa die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM), die arabische, griechische und römische Medizin. Sie wurde in den letzten Jahrzehnten rundum erneuert – Grundlagen und Ansätze wurden wiederbelebt, Erkenntnisse aus der modernen Medizin und anderen Wissenschaften integriert.

Mehr zum Thema

Herausgekommen ist Maharishi Ayur-Veda, das von vielen Experten offiziell als „der Ayurveda“ angesehen wird. Daneben gibt es noch weitere Richtungen (z.B. Wellness Ayurveda, Universitärer Ayurveda). Der Begriff Ayurveda setzt sich aus Ayus (Zeitspanne oder langes Leben) und Veda (reines, vollständiges Wissen) zusammen und bedeutet demnach das Wissen vom Leben in seiner ganzen Reichweite. Ayurveda weist dem Mensch einen Weg zur weltlichen, gesundheitlichen und spirituellen Erfüllung.

Das wichtigste Prinzip der ayurvedischen Lehre ist das System der drei Doshas Vata, Pitta und Kapha. Sie liegen allen Rhythmen und Zyklen der Natur zugrunde (z.B. Tages- und Jahreszeiten) und steuern auch Geist und Körper des Menschen. So steht das Vata für Bewegung, Aktivität und Kommunikation (Denken, Sprechen, Herzschlag, Atmung, Blutkreislauf, Darmperistaltik usw.) und wird von den Elementen Luft und Raum bestimmt. Die für Aktivität und Bewegung notwendige Energie wird von Pitta bereitgestellt. Es bildet die Grundlage für den gesamten Stoffwechsel, die Verbrennungsvorgänge und den Wärmehaushalt des Körpers, ist verantwortlich für den Intellekt und kontrolliert die Emotionen. Die Elemente Feuer und Wasser sind diesem Dosha zugeordnet. Das Dosha Kapha steht für Stabilität, Ausdauer und Struktur, charakterisiert damit den Körperbau und alle materiellen Bausteine des Körpers. Kapha wird den Elementen Wasser und Erde zugeordnet.

Das dynamische Gleichgewicht der drei Doshas in Körper und Geist ist eine Voraussetzung für Gesundheit. Weitere Faktoren, die hierfür eine Rolle spielen, sind Agni – das Verdauungsfeuer, das alle Verdauungs- und Stoffwechselvorgänge steuert – sowie Ojas – die Vitalenergie, also das Resultat einer gesunden Verdauung. Ist das harmonische Verhältnis zwischen all diesen Faktoren gestört (etwa durch Zunahme eines der Doshas), kann etwa mithilfe von ayurvedischer Ernährung, ayurvedischen Heilpflanzen oder Panchakarma erneut Balance hergestellt werden. Panchakarma umfasst eine genau aufeinander abgestimmte Abfolge physikalischer Behandlungen zur sanften und dauerhaften Entschlackung des Organismus (z.B. Ölmassagen, Diät, Dampfbäder, Wärmepackungen, Einläufe, therapeutisches Abführen).

Anwendung

Maharishi Ayur-Veda wird unter anderem bei folgenden gesundheitlichen Störungen und Erkrankungen eingesetzt, manchmal unterstützend zur schulmedizinischen Behandlung (etwa bei Krebs):

Ayurveda konzentriert sich aber nicht auf die Behandlung von Krankheiten, sondern setzt schon vorher an – bei der Erhaltung von Gesundheit (z.B. durch gesunde Ernährung, ausgiebige Körperpflege, Anpassung an Jahres- und Tageszeiten, Körperübungen und ethisch-moralisch einwandfreies Verhalten).

Wirksamkeit

Durch die jahrtausendelange Anwendung von Ayurveda hat sich umfangreiches Erfahrungswissen angesammelt, das in moderner Zeit durch wissenschaftliche Studien ergänzt wurde. Eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Anwendung ayurvedischer Maßnahmen ist die Anleitung und Durchführung durch erfahrene Ayurveda-Therapeuten.

Risiken und Nebenwirkungen

Gesundheitliche Probleme sollten vor jeder ayurvedischen Behandlung schulmedizinisch abgeklärt werden. Therapeutische Ayurveda-Behandlungen und Reinigungskuren (besonders Panchakarma) sind tiefgreifende therapeutische Maßnahmen und sollten nur von gut ausgebildeten Ayurveda-Therapeuten (Arzt, Heilpraktiker) durchgeführt werden.

Ayurvedische Heilmittel, die in Indien hergestellt werden, können mit Schwermetallen belastet sein. Zudem sind sie in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen, daher unterliegen sie nicht den strengen Qualitätskontrollen der Apotheken. Ratsamer ist es, solche Heilmittel auf dem europäischen Markt zu beziehen und über seriösen Bezugsquellen, die eine Qualitätssicherung garantieren, zu beziehen (Vorsicht bei Internetangeboten!).

Prinzipiell kann Ayurveda mit jeder anderen Art von Behandlung kombiniert werden. Es gibt aber Ausnahmen:

  • Bei gleichzeitiger homöopathischer Behandlung sollte auf Aromaöle verzichtet werden (mögliche Beeinträchtigung der Wirkung von Homöopathika).
  • Panchakarma sollte nicht während einer Chemotherapie durchgeführt werden (mögliche Beeinträchtigung der chemotherapeutischen Behandlung).
  • Während Panchakarma sollte auf regulativ eingreifende Behandlungen wie Akupunktur, Homöopathie, Kneipptherapie oder Sauerstoffbehandlung verzichtet werden (mögliche Beeinträchtigung der Panchakarma-Therapie). Notwendige Medikamente sollten aber auf alle Fälle eingenommen werden.

Nicht ayurvedisch behandelt werden können akute Erkrankungen, die moderne medizinische Notfallmaßnahmen erfordern (z.B. Herzinfarkt), Erkrankungen, die eine Operation erfordern (z.B. Knochenbruch) sowie schwere Erkrankungen, die eine Intensivpflege erfordern.

Autor:

Stand: 11.10.2012

Quellen:

  • Deutsche Gesellschaft für Ayurveda e.V. (www.ayurveda.de)
  • Österreichische Gesellschaft für Ayurvedische Medizin (www.ayurveda.at)
  • Schrott, Dr. E.: Ayurveda, Goldmann Verlag, 2005
  • Jänicke, C. & Grünwald, J.: Alternativ heilen, Gräfe und Unzer Verlag, 2006