Adipositas (Fettleibigkeit)

Menschen mit massivem Übergewicht werden als fettleibig bezeichnet. Mediziner sprechen auch von Fettsucht oder Adipositas. Fettleibigkeit hat viele gefährliche Folgen für die Gesundheit. So leiden dicke Menschen häufiger unter Stoffwechselstörungen wie Diabetes mellitus, Herz-Kreislauf-Krankheiten oder Gelenkproblemen.

Adipositas gilt als chronische Erkrankung und kann die Lebensqualität erheblich einschränken. In westlichen Gesellschaften ist Fettleibigkeit weit verbreitet. In Deutschland sind rund 75 Prozent der Männer und etwa 60 Prozent der erwachsenen Frauen übergewichtig oder adipös. Auch Kinder und Jugendliche wurden in den letzten Jahren immer dicker. Experten schätzen, dass in Europa jedes vierte Schulkind fettleibig ist.

Woran erkenne ich Adipositas?

Fettleibigkeit ist eine besonders ausgeprägte Form des Übergewichts. Als adipös gelten Menschen mit einem besonders hohen BMI (Body-Mass-Index). Der BMI berechnet sich aus dem Gewicht (in kg) geteilt durch das Quadrat der Größe (in m). Normalgewichtige haben einen BMI zwischen 18,5 und 24,9 kg/m². Zwischen 25 und 29,9 kg/m² spricht man von Übergewicht. Adipositas beginnt bei 30 kg/m².

Neben der reinen Masse ist entscheidend, wo das Fettgewebe sitzt. Mit steigendem Bauchfettanteil nimmt auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu. Der weibliche Fettverteilungstyp hat die dicksten Polster in der Hüft- und Oberschenkelregion ("Birnenform"). Der männliche Fettverteilungstyp ist dagegen Stamm- bzw. bauchbetont ("Apfelform").

Sehr dicke Menschen haben oft mit einer Reihe Beschwerden zu kämpfen.
Häufige Probleme sind: 

  • Atemnot und Kurzatmigkeit und Atemstillstände im Schlaf (Schlafapnoesyndrom)
  • Geringere Belastbarkeit, schnelle Ermüdung
  • Rücken- und Gelenkbeschwerden, frühzeitiger Gelenkverschleiß (Arthrose)
  • Starkes Schwitzen
  • Vielfältige seelische Probleme von Minderwertigkeitskomplexen bis Depressionen

Fettleibige Menschen leiden häufig unter Bluthochdruck (Hypertonie), einem gestörten Zuckerstoffwechsel (Diabetes mellitus) und hohen Blutfettwerten (Fettstoffwechselstörung). Kommen alle Faktoren zusammen, sprechen Mediziner von einem Metabolischen Syndrom. Diese ungesunde Kombination verdreifacht das Risiko für Arterienverkalkung (Arteriosklerose) und deren Folgen (z.B. Herzinfarkt).

Wodurch wird Adipositas ausgelöst?

Fettleibigkeit ist fast immer eine Folge von falscher und übermäßiger Ernährung und mangelnder Bewegung. Bekommt der Körper mehr Energie als er verbraucht, zum Beispiel durch zu fettes und zu süßes Essen, baut er Fettreserven auf. Das Fett lagert unter der Haut, aber auch in den inneren Organen. In seltenen Fällen ist das starke Übergewicht erblich bedingt (Beispiel: Prader-Willi-Syndrom) oder durch eine Stoffwechselstörung (Beispiel: Schilddrüsenunterfunktion) bedingt.

Was kann ich gegen Adipositas tun?

Wer gesund abnehmen und das erreichte Gewicht dauerhaft halten will, muss in aller Regel seine Ernährungs- und Lebensgewohnheiten konsequent umstellen. Entscheidend ist, dass der Organismus nicht mehr Energie bekommt, als er verbraucht.

Die drei Grundpfeiler der Adipositas-Therapie sind:

  • Diätberatung, Kalorienreduktion (z.B. Reduktionsdiät)
  • Verhaltenstherapie (Neu erlernen von Hunger und Sättigung, Stressabbau etc.) 
  • Regelmäßiges körperliches Training

Wunderpillen gegen Übergewicht und Adipositas gibt es nicht. In einigen Fällen können Arzneimittel das Abnehmen jedoch unterstützen. Ohne Diät sind Medikamente wirkungslos. Zudem sollten sie nur unter Aufsicht erfahrener Ärzte eingenommen werden.

Bei extremer Fettsucht oder erheblichen Folgeerkrankungen kommt auch eine Operation infrage. Voraussetzung ist immer, dass die konservative Therapie aus Ernährungsumstellung und Bewegung erfolglos war. Möglich sind beispielsweise eine Magenverkleinerung oder Einengung des Magens mit einem sogenannten Magenband. Die Fettabsaugung (Liposuktion) ist zur Adipositas-Therapie nicht geeignet.

Mit einem gesunden Lebensstil können Sie der Fettleibigkeit vorbeugen. Als Richtwert für ein gesundes Körpergewicht gilt der Taillenumfang: Bei Männern sollte er höchstens 94 Zentimeter betragen, Frauen sollten in der Körpermitte nicht mehr als 80 Zentimeter messen.

Achten Sie auf eine ausgewogene, fettarme und ballaststoffreiche Ernährung und bewegen Sie sich regelmäßig. Meiden Sie kalorienreiche Snacks und süße Getränke.

Analysieren Sie Ihr Essverhalten: Warum greifen Sie wann zu welchem Lebensmittel? Treibt Sie echter Hunger zum Kühlschrank, oder sind es Stress, Einsamkeit oder Frust? Wer seine ungesunden Essgewohnheiten erkennt, ist dem gesunden Körpergewicht schon einen ersten Schritt näher.

Stand: 19.03.2013
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