Akne vulgaris - wenn Mitesser zu Pickeln werden

Akne ist eine hormonabhängige Hauterkrankung.

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Akne ist eine hormonabhängige Hauterkrankung. Bestimmte Hormone regen in der Haut die Fettproduktion so sehr an, dass sich die Talgdrüsen verstopfen und entzünden können. 75 bis 95 Prozent der Jugendlichen leiden unter Akne, der häufigsten Hauterkrankung. Bei den meisten Patienten ist es eine vorübergehende Erscheinung, die zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr wieder abklingt.

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Woran erkenne ich Akne?

Mitesser, Pickel oder Pusteln sind typische Anzeichen für Akne. Sie entstehen an Hautstellen mit Talgdrüsen, in die feine Härchen eingebettet sind. Dort verengen sich die Ausführgänge, sodass das Fett nur schwer ausgeschieden werden kann. Zuerst treten dabei die typischen schwarzen Punkte auf. Pickel und Pustel entstehen dann, wenn sich das Gewebe entzündet. Die Entzündung werden durch Bakterien verursacht, die zum Beispiel beim Ausdruck-Versuch in die Wunde gelangen.

Je nach Ausprägung und betroffenen Hautstellen lassen sich verschiedene Akne-Formen unterscheiden:

  • Acne comedonica: Viele Mitesser werden sichtbar. Falls sich die Mitesser entzünden, spricht man von Acne excorieé des jeunes filles.
  • Acne papulopustulosa: Pickel und Pusteln treten im Gesicht und am oberem Rücken auf.
  • Acne conglobata: Entzündete Pickel und Pusteln im Gesicht, an Oberkörper und Armen.

Seltenere Akne-Ausprägungen:

  • Acne fulminans: Neben den Symptomen der Acne conglobata treten Fieber und Gelenkschmerzen hinzu.
  • Acne inversa: Entzündete Talgdrüsen finden sich in den Schweißdrüsen unter den Achseln oder im Schambereich.

Wodurch wird Akne ausgelöst?

Veränderungen der männlichen Geschlechtshormone (Androgene) sind der Hauptauslöser von Akne. Während der Hormonumstellungsphase in der Pubertät sind fast alle Jungen und Mädchen betroffen. Bei manchen Männern und Frauen hält die Akne-Neigung auch länger an. Natürliche Hormonschwankungen bei Frauen entstehen z.B. durch die Monatsblutung oder eine eintretender Schwangerschaft.

Die Entzündung der Talgpfropfen kann durch bestimmte Bakterien (Propionibacterium acnes und Staphylococcus epidermidis) ausgelöst werden.

Weitere Faktoren, die Akne verursachen oder verschlimmern können:

  • Medikamente oder chemische Substanzen
  • Fetthaltige Kosmetikprodukte oder Fette und Öle
  • Eine hohe Luftfeuchtigkeit
  • Allergische Hautreaktionen z.B. auf Konservierungsmittel in Kosmetika oder Arzneimitteln
  • Ausdrücken von Mitessern oder Pickeln
  • Chloriertes Wasser z. B. in Schwimmbädern

Was kann ich gegen Akne tun?

Wer unter seinen Pickeln leidet, sollte gleich zum Hautarzt gehen. Auch wenn sich das Hautbild plötzlich verschlechtert, Pickel stark entzünden, Narben oder dunkle Hautstellen entstehen, sollte ein Arzt die Ursache herausfinden und eine geeignete Akne-Therapie einleiten. Die Akne-Therapie dauert etwa  sechs bis acht Wochen.

Tipps, die Ihrer Haut gut tun:

  • Reinigen Sie Ihr Gesicht morgens und abends mit einer hautfreundlichen Reinigungslotion oder Seife (ph 5,5).
  • Pflegeprodukte mit Salicylsäure, Milchsäure oder Fruchtsäuren können das Hautbild verbessern.
  • Fettige Haare sollten öfters mit einem milden Shampoo gewaschen werden. Dabei ist es vorteilhaft, wenn keine Haare ins Gesicht hängen.
  • Pickel und Mitesser sollten regelmäßig von einer Fachkosmetikerin ausgedrückt werden. Entzündungen und Narben lassen sich eher vermeiden.
  • Schützen Sie die empfindliche Gesichtshaut vor Extrem-Temperaturen wie Hitze oder Kälte und direkter Sonneneinstrahlung. Langfristig kann sich das Hautbild verschlechtern.
  • Statt Fett- und Ölhaltiger Kosmetikprodukte sollten Sie sich für Pflegeprodukte auf Wasserbasis entscheiden.
  • Bei leichter Akne können geeignete Pflegeserien aus Apotheke oder Drogerie lindern wirken
  • Ein gesunder Lebensstil mit ausgewogener Ernährung und ausreichend Bewegung an der frischen Luft tun immer gut. Zwar wissenschaftlich nicht erwiesen, aber vielleicht hilfreich: Meiden Sie scharf gewürzte Speisen, Süßigkeiten wie Schokolade und Alkohol.
Stand: 09.07.2014

Vorlage: Dr. med. Silke Stachowitz

Redaktion: Jutta Wiedemann

  • Braun-Falco O. et al.: Dermatologie und Venerologie. Springer Verlag. 5. Auflage 2005
  • Meves A. et al.: Intensivkurs Dermatologie. Urban & Fischer Verlag. 1. Auflage 2006
  • Terhorst D.: Basics Dermatologie. Urban & Fischer Verlag. 2. Auflage 2009
  • Leitlinie der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft: Behandlung der Akne (Stand: Februar 2010; korr. Oktober 2011)