Blähungen - lästige Darmwinde

Blähungen oder Darmwinde sind ein normaler Bestandteil einer gesunden Verdauung. Sie können aber auf Krankheiten hinweisen

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Blähungen oder Darmwinde sind normaler Bestandteil einer gesunden Verdauung. Sie stehen in direkter Verbindung mit Essen, Trinken und Darmflora. Blähungen gelten nicht als Erkrankung, sondern als Symptom. Unangenehm werden die Winde, wenn sie nicht entweichen und den Bauch aufblähen (Meteorismus). Übermäßige Gasbildung (Flatulenz) können zugleich ein Alarmsignal für andere Erkrankungen sein, die mit Verdauungsstörungen verbunden sind.

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Woran erkenne ich Blähungen?

Laut oder leise, geruchlos oder stinkend - Blähungen können viele Ausprägungen haben. Auch wenn es im Bauch rumpelt und rumort, stecken oft Darmwinde dahinter. Jeder Druck auf den Bauch (durch Kleidungsstücke wie Hose oder Rock) wird dann als unangenehm empfunden. Je nach Auslöser können weitere Symptome wie Bauchschmerzen, Bauchkrämpfe, Völlegefühl, Durchfall oder Verstopfung die Blähungen begleiten.

Starke Blähungen können auf Verdauungserkrankungen hinweisen, die weitere Symptome auslösen:

Reizdarmsyndrom: Schmerzen, Krämpfen und Unwohlsein halten bis zum Stuhlgang an. Dabei können die Häufigkeit des Toilettengangs sowie die Stuhlkonsistenz völlig unterschiedlich sein.

Milchzuckerunverträglichkeit (Laktoseintoleranz): Bereits kurze Zeit, nachdem Milch (auch im Milchkaffee) oder Milchprodukte (Milchreis, Käse) verzehrt werden, treten Bauchschmerzen, Krämpfe, starke Blähungen und Durchfall auf.

Glutenunverträglichkeit (Zöliakie): Das Klebereiweiß in Getreide wie Weizen, Gerste, Roggen oder Hafer kann nicht verdaut werden. Mit der Zeit wird die Dünndarmschleimhaut so sehr geschädigt, dass Gewichtsverlust, chronische Durchfälle, Blähungen und Übelkeit auftreten.

Nahrungsmittelallergie: Bei 5 bis 7 Prozent der deutschen Bevölkerung lösen Nahrungsmittel wie Milch, Eier, Nüsse, Obst oder Gemüse Unverträglichkeitsreaktionen aus. Hinweise sind Juckreiz, Schwellungen im Mund, Durchfall, Blähungen oder Hautreaktionen wie Ekzeme.

Darmkrebs: Veränderungen der Dickdarm- oder Mastdarmschleimhaut können eine veränderte Stuhlbeschaffenheit, Stuhlfrequenz und chronische Blähungen auslösen. Weitere Hinweise sind Blut im Stuhl, Gewichtsverlust und Müdigkeit.

Leberzirrhose: Die Leber kann ihre Funktion als Verdauungsdrüse nicht mehr übernehmen. Mögliche Anzeichen sind Müdigkeit, Leistungsschwäche, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Verstopfung, Blähungen sowie ein Druckgefühl unterhalb des rechten Rippenbogens.

Falls Blähungen Ihre Lebensqualität einschränken, sollten Sie sich vom Arzt untersuchen lassen. Ob eine Ultraschall-Untersuchung des Bauchraumes, Stuhluntersuchungen oder Tests auf Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten sinnvoll sind, hängt von den jeweiligen Symptomen ab.

Wodurch werden Blähungen ausgelöst?

Blähungen können durch ungewohntes oder zu schnelles Essen und Stress ausgelöst werden. Treten keine weiteren Beschwerden auf, sind sie Teil des ganz normalen Verdauungsvorgangs.

Grundsätzlich lassen sich zwei mögliche Ursachen für Blähungen unterscheiden:

  • Die Luftschlucker: Wer beim Essen viel redet, meist als erster mit der Mahlzeit fertig ist verschluckt jede Menge Luft (Aerophagie), die in den Verdauungstrakt gelangt.
  • Blähende Nahrungsmittel und Getränke: Ballaststoffreiche Nahrungsmittel wie Kohl, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte, bestimmte Gemüsesorten wie Zwiebeln oder Rettich, Fruchtsäfte und kohlensäurehaltige Getränke, Obst und Trockenobst sowie Zucker und Zuckerersatzstoffe (Sorbit, Fructose, Xylit, Mannit) können verstärkte Blähungen verursachen.

Vor allem im Dickdarm finden sich unzählige Bakterien, die unverdaute Nahrungsbestandteile wie Aminosäuren, Kohlenhydrate oder Ballaststoffe weiter abbauen und zur verstärkten Gasbildung führen können. Manchmal entstehen schwefelhaltige Gase, die z. B. einen recht unangenehmen Geruch haben, während Kohlendioxid und Wasserstoff geruchsfrei sind.

Weitere Ursachen für Blähungen können Nahrungsmittelallergien oder Unverträglichkeiten, Reizmagen oder -darm, Funktionsstörungen der Bauchspeicheldrüse, Nebenwirkungen von Arzneimitteln oder eine Verstopfung sein.

Was kann ich gegen Blähungen tun?

Tipps, wie Sie Blähungen vorbeugen können:

  • Essen Sie leicht verdauliche Speisen und meiden Sie blähende Nahrungsmittel (siehe oben)
  • Planen Sie ausreichend Zeit für Ihre Mahlzeiten ein. Kauen Sie gründlich und schlucken möglichst kleine Bissen hinunter. Bei Zeitmangel ist es vielleicht sinnvoll, mehrere kleine Mahlzeiten einzuplanen
  • Wer den Mund beim Kauen geschlossen hält, schluckt weniger Luft
  • Bevorzugen Sie zum Essen stilles Wasser als Getränk
  • Ein regelmäßiger Verdauungsspaziergang oder Sport sind anregend für die Darmbewegung

Manchmal lindern einfache Hausmittel die Beschwerden bei Blähungen:

  • Massieren Sie Ihren Bauch sanft im Uhrzeigersinn
  • Wärme wirkt entspannend auf den Verdauungstrakt. Vielleicht haben Sie ein Kirschkernkissen oder eine Wärmflasche zur Hand.
  • Tees aus Kümmel, Fenchel und Anis beruhigen das Verdauungssystem

In der Apotheke sind sogenannte Entschäumer-Präparate erhältlich, die unangenehme Luftblasen im Darm auflösen. Bei starken Krämpfen helfen krampflösende Mittel.

Stand: 29.12.2016
Autor: Jutta Wiedemann

Vorlage: Dr.med. Katharina Larisch

Quellen:

  • Layer P. et al.: Praktische Gastroenterologie. Urban & Fischer Verlag. 3. Auflage 2008
  • Grönemeyer D.: Grönemeyers neues Hausbuch der Gesundheit. Rowohlt Verlag. 4. Auflage 2008