Blasensteine - Kristalle in der Blase

Blasensteine entstehen bei einer ungünstigen Zusammensetzung des Urins oder lokalen Störungen in Nieren, Nierenkanälchen oder Blase.

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Blasensteine entstehen bei einer ungünstigen Zusammensetzung des Urins oder lokalen Störungen in Nieren, Nierenkanälchen oder Blase. Sehr kleine Blasensteine werden zu 80 Prozent unbemerkt über den Urin ausgeschieden. Andere bleiben in der Harnblase und vergrößern sich. Fast 5 Prozent der deutschen Bevölkerung müssen Blasensteine ein oder mehrmals in ihrem Leben behandeln lassen. Dabei sind Männer doppelt so oft betroffen wie Frauen.

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Woran erkenne ich Blasensteine?

Ein frei beweglicher Blasenstein verursacht noch keine Beschwerden. Erst wenn er in Nierenbecken oder Harnleitern festsitzt, können typische Symptome auftreten:

  • Extrem starke, krampfartige Schmerzen im Unterbauch
  • Blut im Urin
  • Schmerzhafte und erschwerte Blasenentleerung
  • Harnsperre oder Harnstottern beim Wasserlassen
  • Übelkeit und / oder Erbrechen
  • Ruhelosigkeit

Ob wirklich Blasensteine hinter den Beschwerden stecken, sollte ein Arzt untersuchen. Die einfache Untersuchung des Urins kann bereits auf Kristalle oder Blutkörperchen hinweisen. Ob eine Nieren- oder Blasenentzündung besteht, ergeben weiterführende Blutanalysen. In Notfallsituationen wird meist eine Computer-Tomografie erstellt, um Blasensteine sichtbar zu machen. Weitere Methoden sind die Röntgen- oder Ultraschall-Untersuchung sowie eine Blasenspiegelung (Zytoskopie).

Wodurch werden Blasensteine ausgelöst?

Im Urin befinden sich lauter Abfallprodukte des Körpers, die in Flüssigkeit gelöst sind. Manchmal bilden sich aus den Stoffen allerdings wieder feste Produkte. Zum Beispiel wenn die Blase nicht richtig entleert wird. Dann Kristallisieren die Abfallstoffe aus und bilden "Steine". Mögliche Ursachen hierfür sind eine Prostata-Vergrößerung oder eine verengte Harnröhre. In solchen Fällen spricht man von Primären Blasensteinen. Auch eine Blasenentzündung oder Erkrankungen wie Osteoporose (Knochenschwund) und entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn können das Entstehen von Blasensteinen begünstigen.

Die sogenannten Sekundäre Blasensteine entstehen in der Niere und können über die Harnleiter in die Blase wandern. Sie sind seltener und werden meist ohne Probleme mit dem Urin ausgeschieden.

Blasensteine unterscheiden sich in ihrer Zusammensetzung. Mit einem Anteil von 75 Prozent sind Kalziumoxalatsteine die Spitzenreiter unter den Harnsteinen. Zu den übrigen 25 Prozent zählen Blasensteine aus Magnesium-Ammonium-Phosphat, Harnsäure, Kalziumphosphat und selten Zystin.

In Entwicklungsländern gilt eine eiweißarme Ernährung (wenig Milchprodukte, Fleisch, Fisch oder Hülsenfrüchte) als häufige Ursache für Blasensteine. Doch auch das Klima spielt eine Rolle: In warmen Ländern sind Blasensteine grundsätzlich häufiger.

Was kann ich gegen Blasensteine tun?

Bei bestehenden Blasensteinen sollte Ihr Arzt entscheiden, welche Methode für Sie geeignet ist:

  1. Einfach abwarten und beobachten (watchful waiting): Intensives Trinken und Bewegung können zum spontanen Abgang der Blasensteine führen. Zur Blasenentkrampfung können muskelentspannende Arzneimittel verordnet werden.
  2. Kleine Blasensteine können während einer Blasenspiegelung entfernt werden.
  3. Große Blasensteine werden meist unter Narkose zerkleinert und entfernt. Dies kann mechanisch mit Zangen, mittels Extrakorporaler Stoßwellen-Lithotripsie, perkutaner Nephrolithotomie bzw. Nephrolitholapaxie geschehen. Aufgrund dieser Methoden lässt sich eine offene Operation meist vermeiden.

Wer Blasensteine verbeugen möchte, sollte konsequent seine Lebensgewohnheiten anpassen. Ohne entsprechende Maßnahmen entwickeln 50 Prozent der Patienten wieder Blasensteine. Fragen Sie Ihrem Arzt nach der Zusammensetzung Ihrer Blasensteine. Er wird Ihnen sagen, auf welche der folgenden Tipps Sie besonders achten sollten:

  • Trinken Sie täglich mindestens 2 bis 2,5 Liter Flüssigkeit am Tag. Vermeiden Sie dabei Apfel- und Grapefruitsaft.
  • Ernähren Sie sich kochsalzarm und kaliumreich mit viel frischem Gemüse. Bei Oxalatsteinen sollten Sie z.B. auf Rhabarber, Mangold oder Spinat verzichten.
  • Essen Sie wenig Innereien, Fleisch und Wurst. Dies ist besonders wichtig bei Harnsäuresteinen.
  • Ausreichend Bewegung im Alltag (Schwimmen, Walking, Radeln) regt den Stoffwechsel an.
  • Lassen Sie das spezifische Harngewicht Ihres Urins gelegentlich kontrollieren.
  • Streben Sie ein normales Körpergewicht an.
Stand: 02.01.2017

Vorlage: Prof. Dr. med. Rainer Hofmann, Facharzt für Urologie und Prof. Dr. med. Axel Heidenreich, Facharzt für Urologie
Redaktion: Jutta Wiedemann
Quellen:

  • Leitlinie der Dt. Ges. f. Urologie (DGU): Diagnostik, Therapie und Metaphylaxe der Urolithiasis (Stand: Februar 2009)
  • Piper W.: Innere Medizin. Springer Verlag. 1. Auflage 2007
  • Herold G.: Innere Medizin. Selbstverlag. 2013
  • Risler T.: Facharzt Nephrologie. Urban und Fischer Verlag. 1. Auflage 2008