Blinddarmentzündung

Typisch für eine Blinddarmentzündung: Schmerzen um den Bauchnabel.

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Bei einer Blinddarmentzündung ist der sogenannte Wurmfortsatz - eine Aussackung des Dickdarms - entzündet. Etwa sieben Prozent der Deutschen bekommen im Lauf ihres Lebens eine Blinddarmentzündung - meistens zwischen dem zweiten und dritten Lebensjahrzehnt.

Kinder erkranken häufig im Alter zwischen vier und zwölf Jahren. Alte Menschen und sehr kleine Kinder sind eher selten betroffen. Grundsätzlich kann eine Blinddarmentzündung aber in jedem Lebensalter auftreten.

Woran erkenne ich eine Blinddarmentzündung?

Typisch für eine Blinddarmentzündung sind zu Beginn Schmerzen um den Bauchnabel oder in der oberen Bauchhälfte. Nach einiger Zeit wandert der Schmerz in die untere, rechte Bauchhälfte. Vor allem beim Gehen verstärken sich die Beschwerden. Zudem kommt es zu Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen. Oft erhöht sich die Körpertemperatur, richtig hohes Fieber ist aber eher selten.

Ältere Personen zeigen insgesamt schwächere Symptome, kleine Kinder geben oft an, Schmerzen im gesamten Bauchraum zu haben. Auch Schwangere haben oft kein typisches Krankheitsbild. Bei ihnen äußern sich die Schmerzen vor allem im rechten Ober- oder Mittelbauch.

Wodurch wird eine Blinddarmentzündung ausgelöst?

Für eine Blinddarmentzündung gibt es verschiedene Ursachen. Sehr oft verstopft der Ausgang des Wurmfortsatzes durch eine Kotstauung oder einen Knick. Auch Fremdkörper wie zum Beispiel Kirschkerne oder Würmer können die Verstopfung auslösen. Das passiert aber eher selten. Daneben können entzündliche Darmerkrankungen wie etwa Morbus Crohn oder Bakterien zu einer Blinddarmentzündung führen.

Was kann ich gegen eine Blinddarmentzündung tun?

Ein entzündeter Blinddarm muss immer operiert werden. Dafür stehen zwei verschiedene Methoden zur Verfügung. Bei der klassischen Operation wird der entzündete Wurmfortsatz über einen Schnitt im rechten Unterbauch entfernt. Bei der Bauchspiegelung (Laparoskopie) operiert der Arzt das kranke Gewebe mithilfe der sogenannten Schlüsselloch-Chirurgie über einen kleinen Schnitt im Bereich des Bauchnabels. Bei beiden Verfahren erhält der Patient einer Vollnarkose. Werden die Symptome nicht rechtzeitig erkannt, kann eine Blinddarmentzündung auch lebensbedrohlich sein. Erfolgt die Operation rechtzeitig, gibt es aber normalerweise keine Komplikationen.

Vorlage: Dr. med. Martin Schäfer, Facharzt für Chirurgie
Redaktion:

Stand: 22.08.2012

Quellen:

  • Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. De Gruyter Verlag. 263. Auflage 2012
  • Renz-Polster H. et al.: Basislehrbuch Innere Medizin. Elsevier Verlag. 4. Auflage 2008