Chlamydien

Chlamydien werden beim ungeschützten Sex übertragen.

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Chlamydien ist heute eine der häufigsten Geschlechtskrankheiten. Die Erreger werden beim ungeschützten Sex übertragen. Die Infektion wird oft nicht bemerkt, weil sie nicht immer Symptome verursacht. Sie kann aber Unterleibsentzündungen auslösen, die in einer Unfruchtbarkeit gipfeln können.

Woran erkenne ich eine Chlamydien-Infektion?

Ein bis drei Wochen nach der Ansteckung mit Chlamydien machen sich die Symptome bemerkbar – die sich bei beiden Geschlechtern ähnlich äußern. Bei Männern kommt es zur Entzündung der Harnröhre: Das Wasserlassen ist erschwert, es juckt und brennt. Die Chlamydien verursachen einen schleimig-eitrigen Ausfluss. Bei Frauen kann es auch zu vermehrtem, manchmal eitrigem Ausfluss kommen. Auch Juckreiz und Brennen beim Urinieren sind spürbar. Wenn die Infektion vom Gebärmutterhals in die Gebärmutterhöhle und die Eileiter aufsteigt, sind Fieber und Bauchschmerzen die Folge.

Bei beiden Geschlechtern können Schmerzen an After und Gelenken (Arthritis) auftreten. Oft läuft die Infektion allerdings ohne nennenswerte Beschwerden ab. In seltenen Fällen, zum Beispiel in tropischen Ländern, können Chlamydien auch eine Bindehautentzündung auslösen.

Wodurch wird eine Chlamydien-Infektion ausgelöst?

Infektionen beim Menschen werden meist durch Chlamydia trachomatis verursacht. Diese werden vor allem beim Geschlechtsverkehr, oral oder als Schmierinfektion übertragen. Je nach Altersgruppe sind etwa zehn Prozent der Bevölkerung Träger des Bakteriums.

Was kann ich gegen Chlamydien tun?

Kondome sind die beste Methode, um die Infektion mit Chlamydien zu verhindern. Kommt es trotzdem zur Ansteckung, ist es wichtig, dass sich beide Partner behandeln lassen. Sonst besteht die Gefahr einer erneuten Erkrankung. Mit Antibiotika lassen sich die Bakterien erfolgreich bekämpfen. Bis die Therapie abgeschlossen ist, sollte auf Geschlechtsverkehr verzichtet werden. Da oft keine Beschwerden auftreten, sollten bestimmte Risikogruppen sich regelmäßig testen lassen. Dazu gehören zum Beispiel alle, die mit neuen oder mehreren Partnern in letzter Zeit ungeschützten Verkehr hatten.

Vorlage: Prof. Dr. med. Martin Kolben, Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Redaktion:

Stand: 22.08.2012

Quellen:

  • Robert Koch-Institut (www.rki.de; Abruf: 28.03.2012) 
  • Petersen E.E.: Infektionen in Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme Verlag. 4. Auflage 2003 
  • Hahn H. et al.: Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie. Springer Verlag. 6. Auflage 2008