Depression

Depressive Menschen sind häufig niedergedrückt.

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Eine Depression ist eine seelische Erkrankung, die sich unter anderem in tiefer Niedergeschlagenheit und Antriebslosigkeit äußert. Hinzu kommen weitere körperliche und seelische Symptome, die aber nicht bei jedem Erkrankten gleichermaßen auftauchen. Das können beispielsweise Schlafstörungen, Gewichtszu- oder -abnahme sowie Konzentrations- oder Verdauungsstörungen sein. Eine Depression wird bei Frauen häufiger diagnostiziert als bei Männern

Woran erkenne ich eine Depression?

Die Stimmung von Menschen mit einer Depression ist gedrückt. Sie empfinden kaum nach Freude, verlieren das Interesse an Arbeit, Hobbys, Freunden und Familie. Sie fühlen sich oft müde, erschöpft und antriebslos. Auch die Denkleistung leidet: Depressiven fällt es schwer, sich zu konzentrieren.

Auch das Selbstbewusstsein leidet unter einer Depression. Die Betroffenen fühlen sich schuldig und wertlos. Sie haben übertrieben Angst vor der Zukunft und sind pessimistisch. Hinzu kommen Appetit- und Schlafstörungen. Auch Gedanken an den Tod treiben viele Betroffene um. In extremen Fällen kommt es zu Suizidgedanken oder versuchten Suizid.

Mitunter äußern sich Depressionen aber auch zunächst in körperlichen Beschwerden: Das können Kopf- oder Rückenschmerzen sowie Schlafstörungen und Appetitlosigkeit sein. Sie sind oft der erste Grund, um einen Arzt aufzusuchen.

Wodurch wird eine Depression ausgelöst?

Noch weiß man nicht genau, warum sich bei manchen Menschen eine Depression entwickelt. Es spielen jedoch offenbar innere und äußere Faktoren zusammen. So weiß man beispielsweise, dass die Neigung zu Depressionen zum Teil erblich bedingt ist. Menschen, deren nahe Verwandte an einer Depression leiden, tragen ein höheres Risiko ebenfalls zu erkranken. Stress, traumatische Erfahrungen und schwere körperliche Erkrankungen erhöhen das Depressionsrisiko ebenfalls. Ganz entscheidend aber ist auch die individuelle Fähigkeit eines Menschen, mit Stress und anderen Herausforderungen und anderen seelischen Belastungen umzugehen. Wer das gut kann, trägt ein weit geringeres Risiko zu erkranken.

Eine Garantie für seelische Gesundheit gibt es aber nicht: Depressionen können jeden Menschen treffen – auch aus heiterem Himmel.

Was kann ich gegen Depressionen tun?

Aus einer echten Depression kommt man ohne professionelle Hilfe nicht heraus. Wichtig ist daher, nicht lange abzuwarten, sondern sich schnell seinem Hausarzt oder einem Psychiater anzuvertrauen. Psychotherapeutische Behandlungen und antidepressive Medikamente helfen dabei, wieder aus dem seelischen Tief herauszukommen.

Depressionen lassen sich im gewissen Maße vorbeugen. Da Stress ein wichtiger Auslöser ist, schützen das Erlernen einer Entspannungstechnik (Yoga, Progressive Muskelentspannung, Autogenes Training) oder auch Techniken zum Stressmangement ein Stück weit vor Depressionen. Auch ein grundsätzlich eher optimistisches, positives Naturell ist ein gewisser Schutz. Das kann man stärken, indem man lernt, negative Gedankenmuster abzulegen oder indem man sich gezielt übt, auch einer negativen Erfahrung etwas Positives abzugewinnen. Gut als Mittel gegen Depressionen sind Sport und Bewegung.

Vorlage: Prof. Dr. med. Ulrich Hegerl
Redaktion: Christiane Fux

Stand: 22.08.2012

Quellen:

  • Kompetenznetz Depression (www.kompetenznetz-depression.de; Abruf: 14.10.2011)
  • Nationale Versorgungs-Leitlinie der Bundesärztekammer (BÄK) und der Dt. Ges. f. Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN): Unipolare Depression (Stand: August 2011)
  • Tölle R. et al.: Psychiatrie. Springer Verlag. 15. Auflage 2009