Fieber

Fieber ist eher ein Symptom als eine Erkrankung.

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Fieber ist eine Erhöhung der eigenen Körpertemperatur und in der Regel keine eigenständige Erkrankung. Es unterstützt die körpereigene Immunabwehr als Reaktion auf äußere (beispielsweise Infektionen) und innere (zum Beispiel Tumore) Einflüsse. Kontrolliert und in Grenzen gehalten wird Fieber durch eine bestimmte Region im Gehirn, dem Hypothalamus.

Woran erkenne ich Fieber?

Die durchschnittliche Körpertemperatur eines Menschen beträgt morgens etwa 36,5 Grad Celsius, im Tagesverlauf kann sie um bis zu einem Grad ansteigen. Die Körpertemperatur bei gesunden Menschen kann grundsätzlich unterschiedlich hoch sein. Faktoren wie Stress, Sport oder Koffein spielen dabei eine Rolle. Kommt es tatsächlich zu einer Erhöhung der Körpertemperatur, lassen sich drei Arten von Fieber unterscheiden:

  • Erhöhte Temperatur: unter 38 Grad Celsius (noch kein Fieber, rektal gemessen)
  • Mäßiges Fieber: bis 39 Grad Celsius (rektal gemessen)
  • Hohes Fieber: Über 39 Grad Celsius (rektal gemessen)

Nach Höhe und Ursache des Fiebers können diese Symptome auftreten:

  • Allgemeines Krankheitsgefühl
  • Müdigkeit, Schwäche, Benommenheit
  • Glieder- und Gelenkschmerzen
  • Appetitlosigkeit
  • Frösteln und Schüttelfrost, wenn das Fieber steigt
  • Schwitzen, mit zum Teil starkem Flüssigkeitsverlust, wenn das Fieber sinkt
  • Warme, gerötete Haut, trockene Lippen und Mundschleimhaut
  • Herzrasen
  • schnelle, flache Atmung

Wodurch wir Fieber ausgelöst?

Fieber kann durch verschiedene Substanzen, zum Beispiel durch Bestandteile von Krankheitserregern (Pyrogenen), ausgelöst werden. Folgende Ursachen können Fieber außerdem auslösen:

  • Infektionen durch Viren, Bakterien oder Parasiten (z.B. Grippe oder Malaria)
  • Medikamente
  • Erhöhte Stoffwechselaktivität (z.B. Schilddrüsenüberfunktion)
  • körperliche Überanstrengung
  • Hitzschlag
  • extremer Flüssigkeitsverlust
  • Operationen
  • bösartige Tumore

Bei Frauen steigt die Körpertemperatur nach dem Eisprung um 0,5 Grad Celsius an. Außerdem gibt es Menschen, bei denen sich trotz eingehender Untersuchungen keine Ursachen feststellen lassen. Mediziner sprechen dann von „unklarer Genese“.

Was kann ich gegen Fieber tun?

Da Fieber eine körpereigene Abwehr gegen Infektionen ist, sollte es nicht sofort gesenkt werden. Wichtig ist, dass ein Arzt die Fieberursache klärt und eine angemessene Therapie in Angriff genommen werden kann. So verschreibt ein Arzt bei hohem Fieber und schwerem Krankheitsgefühl fiebersenkende Medikamente, wie zum Beispiel Paracetamol. Bei einer bakteriellen Infektion kommen auch Antibiotika zum Einsatz.

Was sie selber tun können:

  • Dauert das Fieber länger an, sollten Sie einen Arzt aufsuchen
  • Haben Sie zusätzlich ein schweres Krankheitsgefühl, sollten Sie einen Arzt aufsuchen
  • Selbst wenn das Fieber abgeklungen ist, sollten Sie sich schonen
  • Trinken Sie viel, um den hohen Flüssigkeitsverlust auszugleichen.
  • Pro einem Grad Celsius über 37 Grad zusätzlich 0,5 Liter Flüssigkeit pro Tag trinken
  • Kalte Umschläge, Essig-Fußwickel oder nasskalte Wadenwickel wirken fiebersenkend.

Vorlage: Dr. med. Beate Eigler, Fachärztin für Innere Medizin
Redaktion: Janine Berdelmann

Stand: 22.08.2012

Quellen:

  • Baenkler H.-W. et al.: Innere Medizin. Thieme Verlag. 2. Auflage 2009
  • Michalk D.: Differentialdiagnose Pädiatrie. Urban & Fischer Verlag. 2. Auflage 2005
  • Ullrich L.: Thiemes Intensivpflege und Anästhesie. Thieme Verlag. 1. Auflage 2005
  • Herold G.: Innere Medizin. Selbstverlag. 2012