Genitalherpes - Bläschen im Intimbereich

Herpes im Intimbereich

© Laurent Hamels/Fotolia

Genitalherpes (Herpes genitalis) ist eine der häufigsten Geschlechtskrankheiten. Die von Herpes-Simplex-Viren (HSV) ausgelöste Erkrankung ist ansteckend und betrifft überwiegend Haut oder Schleimhäute im Intimbereich. Ist die Krankheit einmal ausgebrochen, kann sie jeder Zeit wiederkommen. Lesen Sie hier, woran Sie Genitalherpes erkennen. Außerdem in der Galerie: Diese Krankheiten werden beim Sex übertragen.

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Woran erkenne ich Genitalherpes?

Übertragen wird Genitalherpes in der Regel durch Geschlechtsverkehr, aber auch bei der Geburt kann eine infizierte Mutter ihr Kind anstecken. Die ersten Symptome sind erst zwei bis zwölf Tage nach der Ansteckung sichtbar. Welche der folgenden Anzeichen und wie schwer sie auftreten, ist von Mensch zu Mensch verschieden. Genitalherpes gilt als wesentlich schmerzhafter als Lippenherpes.

  • Kleine, helle Bläschen, die von einem geröteten Hof umgeben sind
  • Geschwollene Lymphknoten
  • Fieber
  • Muskel- und Kopfschmerzen
  • Brennen und Schmerzen an Geschlechtsteilen und After
  • Probleme beim Wasserlassen
  • Mehrere Bläschen können kleine Bläschen-Gruppen bilden
  • Aus den Bläschen können sich Geschwüre entwickeln, die nach zwei bis drei Wochen abheilen

Einmal infiziert, "schläft" der Virus im Körper und kann jederzeit wieder ausbrechen. Nicht alle die infiziert sind, haben allerdings auch Symptome. Falls die Erkrankung erneut auftritt, kündigt sie sich mit unangenehmem Kribbeln oder Stechen im Genitalbereich an. Bis sich erste Bläschen bilden, können wenige Stunden bis Tage vergehen. In schweren Fällen kann sich die Hauterkrankung auch auf die Oberschenkel ausbreiten. Durch Anal- oder Oralsex mit einem erkrankten Partner sind auch Mund, Rachen und After gefährdet.

Ungewöhnliche Hautreaktionen im Geschlechtsbereich sollten deswegen immer vom Arzt untersucht werden. Zur Diagnosestellung werden Blut und Hautbläschen in einem Labor untersucht. Ein nicht behandelter Genitalherpes kann schwer verlaufen und sich großflächig ausbreiten.

Wodurch wird Genitalherpes ausgelöst?

Genitalherpes wird durch Herpes-Simplex-Viren ausgelöst. Hauptverursacher sind die HSV vom Typ 2 (50 bis 70 Prozent), mit zunehmender Häufigkeit auch HSV vom Typ 1 (20 bis 30 Prozent).
Zur Übertragung der HSV-Typ 2 kann es vor allem beim ungeschützten Geschlechtsverkehr kommen. Das Ansteckungsrisiko ist am höchsten, wenn beim Sexualpartner bereits Herpes-Bläschen sichtbar sind. Frauen haben ein höheres Ansteckungsrisiko als Männer. Nur Kondome schützen vor einer Infektion.

Herpes-Simplex-Viren nisten sich im Bereich der Nervenwurzeln ein und dort in einem Ruhezustand verweilen. In diesem Zustand lösen sie keine Symptome aus. Je nach Lebenssituation können diese Viren wieder aktiv werden, sich im ganzen Körper ausbreiten und lebensbedrohliche Erkrankungen verursachen. Begünstigende Faktoren sind:

  • Ein geschwächtes Immunsystem (nach Operationen, HIV)
  • Andere Erkrankungen wie Erkältung, Fieber oder bakterielle Entzündungen
  • Hautreizungen
  • Stress

Was kann ich gegen Genitalherpes tun?

Bei den ersten Anzeichen für Genitalherpes sollten zentral wirksame Anti-Virus-Arzneimittel (Tabletten) angewendet werden. Zu diesem Zeitpunkt erreichen antivirale Arzneistoffe wie Aciclovir, Famciclovir, Valaciclovir die beste Wirkung. Zugleich werden unangenehme Beschwerden gelindert und der Krankheitsverlauf verkürzt.

Bei mehr als sechs Genitalherpes-Erkrankungen pro Jahr kann eine Dauertherapie mit Anti-Virus-Arzneimitteln verordnet werden, die langfristig die Ausbruchsfrequenz senken soll. In schweren Fällen ist ein stationärer Aufenthalt im Krankenhaus sinnvoll.

Tipps zum Umgang mit der Erkrankung:

  • Bei akuten Genitalherpes-Infektionen sollten Sie sexuelle Kontakte vermeiden.
  • Stärken Sie Ihr Immunsystem.
  • Selbstbeobachtung: Was löst erneute Herpes-Anzeichen bei Ihnen aus? (z.B. Stresssituationen, bestimmte Menschen, hormonelle Schwankungen oder Erkrankungen) Versuchen Sie diese zu meiden.
  • Finger weg von erkrankten Hautstellen! Die Virenübertragung auf andere Körperstellen, bzw. zusätzliche bakterielle Infektionen lassen sich so vermeiden.

 

Stand: 29.09.2014
Autor: Jutta Wiedemann

Vorlage: Prof. Dr. med. Hans Wolff, Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten

Quellen:

  • Robert Koch-Institut (www.rki.de; Abruf: 26.09.2014)
  • Dirschka T. et al.: Klinikleitfaden Dermatologie. Urban & Fischer Verlag. 3. Auflage 2011
  • Moll I.: Dermatologie. Thieme Verlag. 7. Auflage 2010
  • pro familia e.V. (www.profamilia.de; Abruf: 26.09.2014)
  • Herold G.: Innere Medizin. Selbstverlag. 2012