Grippe

Grippeviren infizieren die Atemwege.

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Grippe ist eine Infektionskrankheit, welche die Atemwege betrifft. Mediziner sprechen auch von Influenza. Die Verursacher sind Influenza-Viren, welche die Schleimhaut der Atemwege schädigen. Eine Grippe ist extrem ansteckend, die Viren werden über die Luft übertragen. Sie tritt gehäuft in der typischen Grippe von November bis April auf.

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Bei den jährlichen Grippewellen in Deutschland steckten sich 5 bis 20 Prozent der Bevölkerung an, berichtet das Robert Koch-Institut. Werden Influenzaviren nachgewiesen, gibt es eine bundesweite Meldepflicht – anders als bei einer harmlosen Erkältung.

Woran erkenne ich eine Grippe?

Eine Grippe beginnt meist schlagartig. Sie kündigt sich meist durch hohes Fieber, Frösteln, Abgeschlagenheit, sowie Kopf- und Gliederschmerzen an. Viele leiden unter heftigem Reizhusten, Halsschmerzen, Schluckbeschwerden und Lichtempfindlichkeit. Im Unterschied zu einer Erkältung (grippaler Infekt) sind die Symptome einer Grippe meist stärker und setzen schneller ein.

Wodurch wird eine Grippe ausgelöst?

Eine Grippe wird durch Grippeviren verursacht. Sie werden durch Husten oder Niesen (Tröpfcheninfektion) übertragen. Es gibt drei Typen von Influenza-Viren: A, B und C. Das Influenza A-Virus spielt bei Grippe-Epidemien und Pandemien eine wesentliche Rolle.

Bis zu fünf Tage können zwischen Ansteckung und Ausbruch der Grippe vergehen. In dieser Zeit kann ein Infizierter andere anstecken. Eine Woche nach dem Ausbruch der Grippe sinkt die Infektionsgefahr wieder.

Eine Grippe dauert meist ein bis zwei Wochen – wenn sie unkompliziert verläuft. Sie ist aber nicht immer harmlos. Bei kleinen Kindern, älteren Menschen, chronisch Kranken oder Personen mit einem geschwächten Immunsystem kann die Grippe auch tödlich enden. Während einer Grippesaison sterben in Deutschland jährlich mehrere tausend Menschen.

Was kann ich gegen Grippe tun?

Bei der Grippetherapie geht es darum, die Symptome zu lindern – also das Fieber zu senken oder die Kopf- und Gliederschmerzen in den Griff zu bekommen. Hier werden Schmerzmittel eingesetzt. Bei Risikopersonen, zum Beispiel älteren Menschen, werden Medikamente angewendet, sogenannte Neuramidase-Hemmer. Sieh helfen aber nur, wenn man sie innerhalb von 48 Stunden nach den ersten Symptomen einnimmt. Die Arzneien blockieren ein Enzym, mit dessen Hilfe sich die Grippeviren vermehren. So verläuft die Erkrankung milder und ist auch schneller wieder vorüber.

Zusätzlich können Bakterien die Grippekranken befallen – ihr geschwächtes Immunsystem öffnet dafür Tür und Tor. Die Folge kann beispielsweise eine Lungenentzündung sein. Hier werden Antibiotika eingesetzt, die allerdings nur gegen die Bakterien – nicht die Viren – wirken.

Allgemeine Tipps sind: im Bett bleiben, sich körperlich schonen, viel schlafen, viel trinken oder Wadenwickel gegen das Fieber.

Der beste Schutz vor Grippe ist eine Grippeimpfung, die allerdings auch keinen 100-prozentigen Schutz bietet. Die beste Impfzeit ist von September bis November. Empfohlen wird sie beispielweise für Risikogruppen wie Schwangere, Menschen über 60 Jahre, immungeschwächte Patienten, chronisch Kranke oder Menschen, die viel Kontakt mit anderen haben (z.B. Lehrer, Ärzte). Der Impfschutz setzt etwa zwei Wochen nach der Impfung ein.

Stand: 14.12.2012

Vorlage: Dr. med. Beate Eigler, Fachärztin für Innere Medizin
Redaktion:
Quellen:

  • Robert Koch-Institut (RKI)
  • Leitlinie der Dt. Ges. f. Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie: Antibiotikatherapie der Infektionen an Kopf und Hals