Grüner Star (Glaukom)

Die Augenkrankheit Grüner Star (Glaukom) zählt zu den häufigsten Ursachen für Blindheit.

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Die Augenkrankheit Grüner Star (Glaukom) zählt zu den häufigsten Ursachen für Blindheit. In Deutschland sind etwa 800.000 Menschen betroffen, schätzt der Initiativkreis für Glaukomfrüherkennung e.V. Mit der Bezeichnung Grüner Star (Glaukom) wird eine Gruppe von Augenerkrankungen zusammengefasst, bei allen ist der Auslöser ein erhöhter Augeninnendruck.

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Woran erkenne ich Grüner Star?

Je nach Ausprägung der Erkrankung lassen sich vier große Gruppen (Primäres Offenwinkelglaukom, Winkelblockglaukom, Primäres angeborenes Glaukom, erworbene Glaukome) unterscheiden - alle mit ähnlichen Symptomen. Alle führen langsam zu einer nicht heilbaren Schädigung des Sehnervs. Zunächst sind Nervenfasern am Rand des Gesichtsfeldes betroffen, die jedoch nicht bemerkt werden.

Wer ständig Ringe oder Höfe um Lichtquellen sieht, sollte umgehend einen Augenarzt aufsuchen. Diese Symptome treten beim Primären Offenwinkelglaukom auf, der häufigsten Form des Grünen Stars. Beim Sekundären Glaukom sind die Symptome identisch - es verursacht allerdings lange Zeit keine Beschwerden.

Bei dem sogenannten Engwinkelglaukom kann es zu einem akuten Glaukom-Anfall kommen. Dabei treten starke Augen- und Kopfschmerzen auf, plötzliche Sehstörungen, Übelkeit, Erbrechen, gerötete Augen sowie die Verhärtung des Augapfels. Wie beim Offenwinkelglaukom kann auch beim akuten Glaukom-Anfall ein heller Schein um Lichtquellen auf den Grünen Star hinweisen. Meist ist nur ein Auge betroffen. Der Anfall kann nach wenigen Stunden wieder abklingen oder mehrere Tage anhalten. Es sollte in jedem Fall ein Augenarzt aufgesucht werden.

Tritt der Grüne Star bei Neugeborenen oder Kleinkindern unter zwei Jahre auf, spricht man vom Primären angeborenen Glaukom. Die Kinder haben meist wunderschöne große Augen, reagieren empfindlich auf Licht und neigen zu tränenden Augen und Lidkrämpfen.

Wodurch wird der Grüne Star ausgelöst?

Auslöser ist fast immer ein erhöhter Augeninnendruck, der vom Augenarzt bei Vorsorgeuntersuchungen festgestellt werden kann. Im Auge befinden sich zwischen Hornhaut und Linse zwei Augenkammern, die mit Kammerwasser gefüllt sind. Das Kammerwasser versorgt Hornhaut und Linse mit Nährstoffen. Der gleichbleibende Augeninnendruck von 10 bis 21 mm Hg wird durch Produktion und Abfluss des Kammerwassers geregelt.

Bei den meisten Glaukom-Erkrankungen steigt der Augeninnendruck durch eine Abfluss-Behinderung des Kammerwassers an, wodurch Netzhaut und Sehnerv geschädigt werden.

Ausnahmen stellen Menschen mit Normaldruck-Glaukom dar. Derzeit wird vermutet, dass die mangelnde Blutversorgung der Netzhautzellen zu ihrem Absterben führt.

Mit dem 40sten Lebensjahr steigt das Risiko an, ein Glaukom zu entwickeln. Dieses Risiko erhöht sich, falls es unter den Verwandten ersten Grades bereits zu Glaukom-Erkrankungen gekommen ist. Darüber hinaus können bestimmte Erkrankungen (Herz-Kreislauf, Bluthochdruck, niedriger Blutdruck, erhöhte Blutfettwerte, Augenentzündungen, Fehlsichtigkeit über 4 Dioptrien, Raynoaud-Syndrom, Migräne, Diabetes), Arzneimittel wie Cortison oder Rauchen das Erkrankungsrisiko weiter erhöhen.

Was kann ich gegen den Grünen Star tun?

Die Therapie beim Grünen Star richtet sich gegen die weitere Zerstörung des Sehnervs. Arzneimittel oder chirurgischen Eingriffen stehen Augenärzten zur Verfügung, um den Verlauf der Erkrankung zu verlangsamen. Es sollten regelmäßig Vorsorgeuntersuchungen gemacht werden, um rechtzeitig eingreifen zu können. Wird die Augenerkrankung nicht behandelt, kann sie vom beschränkten Gesichtsfeld (Scheuklappen-Blick) bis zur Erblindung führen.

Medikamente

Die Arzneimitteltherapie verfolgt das Ziel, den Augeninnendruck zu senken. Manche Arzneimittel hemmen die Produktion des Kammerwassers, andere verbessern den Abfluss. Die Wahl und Dosierung der Arzneimittel sind von der Glaukom-Erkrankung abhängig.

Operation

Auch chirurgische Eingriffe können den Abfluss des Kammerwassers verbessern. Der Medizin stehen Methoden wie Lasertrabekuloplastik, Iridektomie/Iridotomie mit Laser, Zyklophotokoagulation/Zyklokryokoagulation oder die Eröffnung des Schlemm'schen Kanals zur Verfügung. Diese Methoden werden in der Regel erst angewendet, wenn die Arzneimitteltherapie keinen ausreichenden Erfolg bringt.

Erste Hilfe

Ein akuter Glaukom-Anfall erfordert eine Notfall-Therapie. Der Augeninnendruck wird zunächst mit Medikamenten gesenkt. Bei der anschließenden Operation wird versucht, die Abflussstörung des Kammerwassers zu beheben.

Stand: 08.06.2015

Vorlage: Prof. Dr. med Jürgen Faulborn
Redaktion: Jutta Wiedemann
Quellen:

  • Grehn F.: Augenheilkunde. Springer Verlag. 30. Auflage 2008

Berufsverband der Augenärzte e.V. und Dt. Ophthalmologische Ges. e.V. (www.augeninfo.de; Abruf: 16.01.2012)

  • Leitlinie der Dt. Ophthalmologischen Ges. und dem Berufsverband der Augenärzte Deutschlands: Primäres chronisches Offenwinkel Glaukom, Normaldruckglaukom und okuläre Hypertension (Stand: Oktober 2006)
  • Leitlinie der Dt. Ophthalmologischen Ges. und dem Berufsverband der Augenärzte Deutschlands: Detektion des Primären Offenwinkelglaukoms (POWG): Glaukom-Screening von Risikogruppen, Glaukomverdacht, Glaukomdiagnose (Stand: Oktober 2006)
  • Initiativkreis zur Glaukomfrüherkennung e. V. (www.glaukom.de)