Harnwegsinfektion

Harnwegsinfektion: Wenn der Gang zur Toilette schmerzhaft wird.

© Britta60/Fotolia.com

Eine Harnwegsinfektion bezeichnet man auch als Blasenentzündung oder medizinisch Zystits. Entzündet sind die ableitenden Harnwege, also die Blase, Harnleiter und Harnröhre. Vor allem Frauen leiden darunter, da bei Ihnen die Harnwege kürzer sind. Am häufigesten sind Bakterien die Verursacher, die in die Harnwege hochsteigen.

Mehr zum Thema

Woran erkenne ich eine Harnwegsinfektion?

Es beginnt mit einem leichten Brennen der Harnröhre beim Wasserlassen. Schmerzen und häufiger – oft wenig erfolgreicher – Harndrang sind weitere Symptome einer Blasenentzündung. Mitunter kann es auch zu Krämpfen kommen und Blut im Urin zu sehen sein. Manchmal wird auch eitriger, übelriechender Harn ausgeschieden. Wandert die Blasenentzündung bis nach oben in die Nieren, sind starke Schmerzen und hohes Fieber Anzeichen einer beginnenden Nierenentzündung.

Wodurch wir eine Harnwegsinfektion ausgelöst?

Die häufigste Ursache ist, dass Bakterien (vor allem aus dem Darm) die Harnwege hochwandern. In 80 Prozent der Fälle handelt es sich dabei um Escherichia coli. Bei Frauen sind vorangegangene Harnwegsinfekte und Geschlechtsverkehr mögliche Risikofaktoren.

Häufig sind auch falsch durchgeführte Hygienemaßnahmen die Ursache: Frauen und Mädchen sollten sich immer von der Scheide in Richtung des Afters abtrocknen - niemals in Gegenrichtung. So werden die Darmbakterien nicht in die Harnröhre gebracht. Bei älteren Männern ist häufig eine vergrößerte Prostata der Auslöser einer Harnwegsinfektion. Aber auch Harnsteine, Diabetes, Unterkühlung oder ein schwaches Immunsystem können die Erkrankung begünstigen. 

Was kann ich gegen eine Harnwegsinfektion tun?

Zur Behandlung einer unkomplizierten Harnwegsinfektion setzt man Antibiotika ein. Das ist vor allem wichtig, wenn Fieber anzeigt, dass sich die Entzündung ausgebreitet hat. Ansonsten ist die wichtigste Therapieempfehlung: Viel trinken! Das kann auch Harnwegsinfektionen vorbeugen. Durch die Flüssigkeit werden die ableitenden Harnwege gut durchgespült. Vor allem Tees mit Wirkstoffen aus Brennnesseln, Birke, Schachtelhalm und Wacholder regen die Harnproduktion der Niere an. Auch Bärentraubenblättertee ist gut gegen Blasenentzündung. Die Wirkung von Cranberry-Saft dagegen, wird von Wissenschaftlern angezweifelt. Zusätzlich Linderung bei Harnwegsinfekten kann auch eine Wärmflasche verschaffen.

Vorlage: Dr. med. Heribert Schorn, Facharzt für Urologie
Redaktion:

Stand: 21.08.2013

Quellen:

  • Hautmann R. et al.: Urologie. Springer Verlag. 3. Auflage 2006
  • Eichenauer R. et al.: Klinikleitfaden Urologie. Urban & Fischer Verlag. 3. Auflage 2003
  • Urologenportal (www.urologenportal.de)
  • Leitlinie der Dt. Ges. f. Urologie e. V. (DGU) et al.: Harnwegsinfektionen bei erwachsenen Patienten, unkomplizierte bakterielle ambulant erworbene: Epidemiologie, Diagnostik, Therapie und Management (Stand: Juni 2010)
  • Wiesenauer M.: PhytoPraxis. Springer Verlag. 3. Auflage 2008