Herzinfarkt

Beim Herzinfarkt muss man schnell handeln!

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Das menschliche Herz besitzt mehrere Blutgefäße, die es mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen. Zu einem Herzinfarkt kommt es, wenn sich eines dieser Herzkranzgefäße (Koronararterien) verschließt. Das verstopfte Gefäß muss so schnell wie möglich wieder geöffnet werden. Sonst kann der Teil des Herzmuskels absterben, den das Gefäß normalerweise versorgt.

Woran erkenne ich einen Herzinfarkt?

Bei einem Herzinfarkt heißt es: Sofort handeln! Der Myokardinfarkt ist immer ein Notfall, denn er kann tödlich enden. In vielen Fällen kommen die Patienten zu spät ins Krankenhaus. Ein Herzinfarkt trifft in Deutschland etwa 300 von 100.000 Menschen - Männer erwischt der Herzkollaps doppelt so oft. Schon beim geringsten Verdacht auf einen Herzinfarkt sollten Sie sofort den Rettungsdienst rufen (Tel. 112).

Typische Beschwerden bei einem Herzinfarkt sind:

  • Plötzlich auftretende, starke, drückende oder brennende Brustschmerzen. Sie können aber auch im Oberbauch, Rücken oder Kiefer auftreten. Bei vielen strahlen die Schmerzen in den linken Arm aus.
  • Beklemmungs-, Enge- oder Angstgefühl 
  • Plötzliche schwere Atemnot bzw. Bewusstlosigkeit oder schwere Schwindelgefühle.

Bei Frauen sind die Symptome eines Herzinfarktes anders als bei Männern: Brustschmerzen treten nur bei einem Drittel der Frauen auf. Häufig sind Müdigkeit, Schlafstörungen, Kurzatmigkeit, manchmal Magenbeschwerden. Ein Herzinfarkt wird bei Frauen deshalb seltener und viel später erkannt.

Wodurch wir ein Herzinfarkt ausgelöst?

Die Hauptursache des Herzinfarkts ist die Koronare Herzerkrankung, kurz KHK. Sie wird durch verschiedene Risikofaktoren begünstigt, beispielsweise Bluthochdruck, Übergewicht, Bewegungsmangel oder Rauchen.

In den Arterien bilden sich Ablagerungen (Plaques). Die Arterienverkalkung verringert den Durchmesser der Gefäße und verschlechtert die Durchblutung. In den Plaques können sich feine Risse bilden. Dann lagern sich Blutplättchen an, um den Riss zu reparieren. Der Körper setzt Botenstoffe frei, die immer mehr Blutplättchen anlocken. Schließlich entsteht ein Blutgerinnsel, welches das ganze Gefäß verschließt und die Blutversorgung unterbricht - es kommt zum Herzinfarkt.

Was kann ich gegen einen Herzinfarkt tun?

Das verschlossene Blutgefäß bei einem Herzinfarkt muss so schnell wie möglich wieder geöffnet werden, damit das Herz wieder durchblutet wird. Therapiemöglichkeiten sind:

  • Lysetherapie: Das Blutgerinnsel wird medikamentös aufgelöst.
  • Akut-PTCA: Das verstopfte Gefäß wird mithilfe eines Ballons gedehnt. Oft wird zusätzlich eine Gefäßstütze (Stent) implantiert, damit das Gefäß geöffnet bleibt.
  • Rescue-PTCA: Im Notfall wird ein Herzkatheter in Erwägung gezogen, um das Gefäß zu eröffnen.
  • Bypass-OP: Die Engstelle des Gefäßes wird mittels einer Brustwandarterie oder einer Vene von einer anderen Körperstelle überbrückt.

Zudem werden Medikamente eingesetzt, beispielsweise Acetylsalicylsäure, Heparin, Betablocker, ACE-Hemmer und Nitrate.

Vorlage: Prof. Dr. med. Michael Böhm, Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie
Redaktion:

Stand: 18.12.2012

Quellen:

  • Deutsche Herzstiftung e.V.
  • Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK)
  • Herold G.: Innere Medizin. Selbstverlag. 2012