HIV und Aids

Aids ist noch immer lebensbedrohlich.

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Aids ist die Folge einer lebensbedrohlichen Infektion des Immunsystems. Der Erreger ist das Human Immunodeficiency Virus, kurz HIV. Es wird vor allem beim ungeschützten Sex oder durch infiziertes Blut übertragen. Das HI-Virus dringt in bestimmte Immunzellen ein und zerstört sie. Dadurch werden die Abwehrkräfte des Infizierten stark geschwächt.

Woran erkennt man HIV und Aids?

Das Erscheinungsbild von HIV und Aids hängt vom Stadium der Erkrankung ab und ist von Patient zu Patient sehr unterschiedlich. Mediziner unterscheiden drei Krankheitsphasen:

Kategorie A

Etwa die Hälfte der Patienten entwickelt sechs Tage bis sechs Wochen nach der Infektion grippeähnliche Beschwerden, wie Fieber, Kopf- und Halsschmerzen und Ausschlag. Häufig schließt sich daran eine symptomfreie Latenzzeit an, die sogar mehrere Jahre anhalten kann. In dieser Phase nehmen die Immunzellen aber bereits ab. Während der gesamten Zeit kann der Infizierte andere Menschen anstecken.

Kategorie B

In dieser Phase ist das Immunsystem bereits so stark geschwächt, dass Krankheitskeime nicht mehr gut abgewehrt werden können. Die Patienten leiden daher häufig unter:

  • Herpes-Infektionen
  • Durchfällen
  • Nervenschmerzen (Neuropathien)
  • erhöhter Körpertemperatur
  • Mundsoor
  • Zungenbelägen, verursacht durch das Epstein-Barr-Virus

Kategorie C

In diesem Stadium treten schließlich die für Aids typischen Symptome und Begleiterkrankungen auf. Dazu gehören

  • Starke Gewichtsabnahme
  • HIV-assoziierte Enzephalopathie (HIVE), eine Infektionen des Bindegewebes, die das zentrale Nervensystem angreift
  • Bösartige Veränderungen des zentralen Nervensystems
  • Kaposi-Sarkome, typische bösartige Hautveränderungen, die bei anderen Menschen nur sehr selten auftreten

Hinzu kommt, dass Krankheitserreger nun insgesamt leichtes Spiel haben. Es kommt beispielswiese zu Infektionen mit Tuberkulosebakterien, Herpes-  und Hepatitis-Viren sowie Pilzen, die sehr schwer verlaufen können.

Die Diagnose von HIV erfolgt über einen Bluttest, der Antikörper gegen HIV aufspürt. Diese sind allerdings erst ein bis drei Monate nach der Infektion im Blut nachweisbar. Trotzdem kann der Infizierte auch in dieser Phase andere Menschen anstecken.

Wodurch werden HIV und Aids ausgelöst?

HIV wird vor allem durch ungeschützten Sex mit einer infizierten Person übertragen. Weitere Möglichkeiten der Ansteckung sind verseuchtes Blut oder verschmutzte Nadeln und Spritzen. Infizierte Mütter, die keine Medikamente einnehmen, können das Virus im Verlauf der der Schwangerschaft, während der Geburt oder beim Stillen auf das Kind übertragen. HIV kann nicht durch die Benutzung gemeinsamer Toiletten oder beim Küssen übertragen werden.

Was kann ich gegen HIV und Aids tun?

Wichtigste Maßnahme vom Schutz vor HIV ist Safer Sex. Die Benutzung von Kondomen beim vaginalen und analen Verkehr verhindert, dass infektiöses Sperma in den Körper des Sexpartners gelangen kann. Ebenfalls anstecken können sich die Partner sich beim oralen Sex, wenn Samenflüssigkeit in den Mund gelangt, oder kurz vor, während oder nach der Menstruation.

HIV lässt sich inzwischen mit Medikamenten behandeln, die das Wachstum und die Vermehrung des HI-Virus verhindern. Allerdings haben diese zum Teil erhebliche Nebenwirkungen, sodass eine individuelle Balance zwischen Lebensqualität und Virenbekämpfung gefunden werden muss.

Infizierte können ihre Abwehrkräfte stärken durch:

Wichtig ist es Infektionen mit anderen Krankheitserregern zu vermeiden:

  • Vorsorgeimpfungen gegen Grippe und Lungenentzündung.
  • Vermeiden von Lebensmitteln, die Krankheitserreger enthalten können wie rohes Fleisch und Rohmilchprodukte
  • Häufiges Händewaschen, insbesondere nach Kontakt mit Haustieren

Vorlage: Dr. med. Gerhard Dobler
Redaktion: Christiane Fux

Stand: 13.01.2014

Quellen:

  • Robert Koch-Institut (www.rki.de; Abruf: 06.03.2012)
  • Herold G.: Innere Medizin. Selbstverlag 2012