Lungenentzündung

Oft verraten charakteristische Atemgeräusche dem Arzt ob der Patient eine Lungenentzündung hat

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Entzünden sich Teile der Lunge, vor allem im tieferen Bereich, spricht man von einer Lungenentzündung (Pneumonie). Betroffen sind vor allem Säuglinge, Kleinkinder und ältere Menschen, deren Immunsystem geschwächt ist. Eine Lungenentzündung kann auch tödlich enden.

Woran erkenne ich eine Lungenentzündung?

Die Anzeichen einer Lungenentzündung können sehr unterschiedlich ausfallen, von plötzlichem Schüttelfrost, hohem Fieber, Husten und Atemnot bis hin zu Schmerzen in der Brust. Der Husten ist anfangs trocken, kann aber nach einer Weile Schleim hervorbringen, der grün, gelb, braun oder rostfarben ist. Ist die Lungenentzündung sehr schwer, atmen die Betroffenen oft schneller, weil sie zu wenig Luft bekommen. Tiefes Einatmen und Husten bereiten oft Schmerzen. Es gibt allerdings auch Lungenentzündungen, die dem Erkrankten einfach wie ein grippaler Infekt vorkommen, dann spricht man von einer atypischen Lungenentzündung.

Wodurch wird eine Lungenentzündung ausgelöst?

Bakterien, Viren und Pilze können das Gewebe der Lunge angreifen. Am häufigsten ist die Bakterienart Streptococcus pneumoniae Auslöser der Lungenentzündung. Aber auch ätzende Reizstoffe, zum Beispiel giftige Gase, Medikamente oder eine Strahlentherapie kann eine Lungenentzündung hervorrufen. Ebenso begünstigt die Ansammlung von Wasser bei bestimmten Herzerkrankungen eine Lungenentzündung. Generell sind Menschen mit einem schwachen Immunsystem gefährdet.

Was kann ich gegen eine Lungenentzündung tun?

Bettruhe und körperliche Schonung sind für Erkrankte sehr wichtig, damit das Immunsystem in Ruhe die Infektion bekämpfen kann. Der Betroffene sollte außerdem viel trinken, insbesondere, wenn schleimlösende Medikamente eingenommen werden. Lungenentzündungen werden mit Antibiotika behandelt, auch bei einer Infektion mit Viren. Denn so wird verhindert, dass zusätzlich Bakterien die geschwächte Lunge angreifen. In manchen Fällen kann man sich, zumindest gegen Bakterien des Stammes Pneumokokken, präventiv impfen lassen. 

Vorlage: Dr. med. Rainald Fischer, Facharzt für Innere Medizin
Redaktion:

Stand: 22.08.2012

Quellen:

  • Leitlinien der Paul-Ehrlich-Ges. f. Chemotherapie et al.: Epidemiologie, Diagnostik, antimikrobielle Therapie und Management von erwachsenen Patienten mit ambulant erworbenen tiefen Atemwegsinfektionen sowie ambulant erworbener Pneumonie (Stand: Juli 2009)
  • Kompetenznetz Ambulant Erworbene Pneumonie (www.capnetz.de)
  • Herold G.: Innere Medizin. Selbstverlag. 2011 
  • Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. De Gruyter Verlag. 261. Auflage 2007 
  • Baenkler H.-W. et al.: Innere Medizin. Thieme Verlag. 2. Auflage 2009 
  • Robert Koch-Institut (www.rki.de)