Morbus Crohn

Bei Morbus Crohn handelt es sich um eine chronische Entzündung des Darms, die schubweise verläuft

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Bei Morbus Crohn handelt es sich um eine chronische Entzündung des Darms, die schubweise verläuft. Bei ungefähr 30 Prozent ist nur der letzte Teil des Dünndarms betroffen, bei etwa 25 Prozent ausschließlich der Dickdarm. Bei nicht ganz der Hälfte der Betroffenen sind sowohl der Dünndarm als auch Abschnitte des Dickdarms entzündet.

Woran erkenne ich Morbus Crohn?

Pro Jahr erkranken fünf von 100.000 Deutschen neu an Morbus Crohn, Männer genauso häufig wie Frauen. Die meisten Neuerkrankungen treten im Alter zwischen 15 und 35 Jahren auf. Morbus Crohn äußert sich anfangs oft mit sogenannten Fisteln im Afterbereich. Dabei handelt es sich um fehlerhafte Verbindungsgänge zu benachbarten Geweben oder Organen.

Typische Anzeichen sind neben einem allgemeinen Krankheitsgefühl auch:

  • Bauchschmerzen und Gewichtsabnahme über mehr als sechs Wochen
  • Durchfall über mehr als sechs Wochen (drei- bis sechs Mal am Tag), meist ohne Blut
  • wiederkehrende Vereiterungen (Abszesse) im Unterleib und am Darm
  • Leichtes Fieber
  • Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust

Mögliche Begleiterscheinungen betreffen nicht nur den Verdauungstrakt:

  • Gelenkentzündungen
  • Hautveränderungen 
  • Wunde Stellen in der Mundschleimhaut
  • Augenentzündungen 
  • Osteoporose 
  • Leberentzündung

Die Krankheit hat entweder einen chronischen oder schubweisen Verlauf: Im ersten Fall dauern die Beschwerden länger als sechs Monate an, im zweiten Fall können die Symptome verschwinden, aber nach einiger Zeit zurückkommen.

Wodurch wird Morbus Crohn ausgelöst?

Noch ist nicht geklärt, was der Auslöser für Morbus Crohn ist. Experten vermuten, dass sowohl erbliche als auch psychische, infektiöse und immunologische Faktoren sowie Einflüsse aus der Umwelt (z.B. Rauchen) zur Krankheitsentstehung beitragen.

Was kann ich gegen Morbus Crohn tun?

Vermeiden Sie Stress und verzichten Sie am besten auf Zigaretten. Denn beides steht im Verdacht, die Entstehung von Morbus Crohn zu fördern.

Sind Sie bereits erkrankt, sollten Sie sich während eines akuten Schubes körperlich schonen. Eine ausgewogene Ernährung ist wichtig, da es durch die Darmentzündung schnell zu Mangelerscheinungen kommen kann. Wenn die Krankheit das ganze Leben bestimmt, hilft oft eine Psychotherapie. Sie kann nicht nur das Wohlbefinden verbessern, sondern manchmal auch die Beschwerden.

Morbus Crohn lässt sich nicht heilen, aber es stehen verschiedene Medikamente für die Behandlung zur Verfügung. Manchmal ist auch ein chirurgischer Eingriff nötig, um die Beschwerden zu lindern.

Stand: 18.12.2013
Autor:

Vorlage: Prof. Dr. med. Stefan Endres, Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie

Quellen:

  • Herold G.: Innere Medizin. Selbstverlag. 2012
  • Deutsche Morbus Crohn/Colitis ulcerosa Vereinigung DCCV e.V.