Nackenschmerzen

Nackenschmerzen können den Hals-, Nacken- oder Schulterbereich betreffen

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Nackenschmerzen können den Hals-, Nacken- oder Schulterbereich betreffen. Die Halswirbelsäule ist sehr beweglich. Durch die hohe mechanische Belastung ist auch die Abnutzung der Halswirbel stärker. Oft gehen Nackenschmerzen mit einer Verspannung oder Verkrampfung der Schultermuskulatur einher.

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Woran erkenne ich Nackenschmerzen?

Fast 50 Prozent der Erwachsenen leiden mindestens einmal im Jahr unter Rückenschmerzen, ein Drittel davon hat Beschwerden in der Hals- und Schultergürtelpartie. Sind verspannte Muskeln die Ursache, fühlen sich die Schmerzen wie bei einem Muskelkater an. Vom Nacken können sie zwischen die Schulterblätter, in den Brustbereich oder in den Hinterkopf ausstrahlen. Manchmal sind einzelne Stellen im Muskel besonders verhärtet. Mitunter tritt auch ein steifer Hals auf, bei dem der Kopf nur unter Schmerzen bewegt werden kann.

Typisch für Bandscheibenschäden ist, dass der Schmerz einseitig ist und sich über Schulter, Arm, Hand und Finger ausbreitet. Neben einem steifen Hals können auch taube Finger oder kraftlose Hände auftreten. Werden die Nackenschmerzen schlimmer, wenn Sie versuchen, das Kinn an die Brust zu legen und kommen starke Kopfschmerzen hinzu, kann das ein Hinweis auf eine Gehirnhautentzündung sein.

Wodurch werden Nackenschmerzen ausgelöst?

Es gibt sehr viele Ursachen für Nackenschmerzen. Bei Unfällen kommt es häufig zu einem heftigen Schlag, Stoß oder Sturz. Das kann Muskelzerrungen und Wirbelbrüche nach sich ziehen. Häufig sind die Bandscheiben beeinträchtigt oder die Muskeln im Hals-Nackenbereich verspannt. Aber auch andere Krankheiten wie eine Osteoporose (Verminderung von Knochensubstanz), ein schiefer Rücken, Rheuma oder eine Gehirnhautentzündung können die Nackenbeschwerden auslösen.

Was kann ich gegen Nackenschmerzen tun?

Eine gut trainierte Muskulatur im Schulter-Nacken-Bereich kann Nackenschmerzen vorbeugen, da die Gelenke und Bandscheiben der Halswirbelsäule entlastet werden. Regelmäßige Kräftigungsübungen sind daher ratsam. Auch Ausdauersport (Laufen, Wandern, Radfahren etc.) hilft, die Entstehung von Nackenschmerzen zu verhindern.

Wenn Sie am Computer arbeiten, achten Sie darauf, dass Ihr Arbeitsplatz richtig eingestellt ist (Bildschirm, Schreibtisch, Stuhl). Auch im Alltag sollten Sie sich rückenschonend bewegen, zum Beispiel beim Tragen oder Bücken.

Wenn es Sie erwischt hat, legen Sie sich nicht ins Bett. Versuchen Sie sich, trotz der Schmerzen vorsichtig zu bewegen und Ihren Alltagsaktivitäten nachzugehen. Zudem können Wärme, Massagen, schmerzstillende oder muskelentspannende Medikamente helfen, die Beschwerden zu lindern. Bessern sich Nackenschmerzen nicht, sollten Sie zum Arzt gehen. Möglicherweise ist eine ernstere Erkrankung (wie z. B. ein Bandscheibenvorfall) der Grund dafür.

Vorlage: Priv - Doz. Dr. med. Thomas Wallny, Facharzt für Orthopädie
Redaktion: Kathrin Rothfischer

Stand: 27.07.2016

Quellen:

  • Ernst E. et al.: A systematic review of systematic reviews of spinal manipulation. J R Soc Med 2006; 99: 192-196
  • Imhoff A.B. et al.: Checkliste Orthopädie. Thieme Verlag. 3. Auflage 2005
  • Krämer J. et al.: Orthopädie, Unfallchirurgie. Springer Verlag. 8. Auflage 2007
  • Leitlinie der Dt. Ges. f. Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM): Nackenschmerzen (Stand: Juni 2009)