Nierenschwäche

Patienten mit Nierenschwäche scheiden weniger Urin aus

© kukhunthod / Fotolia

Arbeiten nur noch 40 Prozent der Niere, spricht man von akuter Nierenschwäche oder Nierenversagen. Das ist ein lebensbedrohlicher Zustand, der sofort behandelt werden muss. Denn besonders nach schweren Unfällen oder großen Operationen sterben 60 Prozent der Patienten infolge von Nierenversagen.

Woran erkenne ich eine Nierenschwäche?

Die Symptome einer beginnenden Nierenschwäche sind erst einmal unspezifisch: Müdigkeit, Konzentrationsstörungen und Übelkeit. Der Patient scheidet weniger Urin aus, Flüssigkeit wird vor allem in den Beinen eingelagert. Auch die Lunge kann betroffen sein, es kommt zu verstärkter Atemnot. Eventuell können auch Herzrhythmusstörungen auftreten oder ein Gehirnödem entstehen, das schlimmstenfalls sogar zum Koma führt.

Wodurch wird Nierenschwäche ausgelöst?

Meist ist die Durchblutung der Niere nicht mehr richtig gewährleistet. Die Entgiftung des Körpers funktioniert dann nicht mehr, Substanzen die eigentlich ausgeschieden gehören, reichern sich im Blut an. Im Gegensatz zur chronischen Niereninsuffizienz, kann sich der Patient vom akuten Nierenversagen wieder vollständig erholen. Generell unterscheidet man folgende Ursachen:

Verminderte Nierendurchblutung

Auslöser sind große Blut- und Flüssigkeitsverluste, etwa nach Unfällen und OPs oder durch die Einnahme bestimmter Medikamente (Röntgenkontrastmittel, Antibiotika, …); Manchmal sind auch Einschränkung der Herzfunktion oder eine Blutvergiftung schuld.

Schädigung von Nierengewebe

Auslöser sind Entzündungen durch Bakterien, Viren oder toxische Substanzen

Störung des Harnabflusses

Störungen im Bereich der ableitenden Harnwege, etwa durch Nierensteine, Tumore oder Prostatavergrößerung

Was kann ich gegen Nierenschwäche tun?

Was gegen die Nierenschwäche hilft, hängt stark von ihrem Auslöser ab, der beseitigt gehört. Generell müssen alle nierenschädigenden Medikamente abgesetzt werden und oft ist die Zufuhr von viel Flüssigkeit erforderlich. Sind schon sehr viele Schadstoffe im Blutkreislauf vorhanden, hilft eine Blutwäsche, eine Dialyse. Präventiv kann man zum Beispiel bei Medikamenten auf entsprechende Hinweise auf den Beipackzetteln achten und die Einnahme vorher mit dem Hausarzt absprechen.

Stand: 21.08.2013
Autor:

Vorlage: Dr. med. Marcell Toepfer, Facharzt für Innere Medizin

Quellen:

  • Herold: Innere Medizin. Selbstverlag. 2011
  • Baenkler H.-W. et al.: Innere Medizin. Thieme Verlag. 2. Auflage 2009
  • Leitlinie der Dt. Ges. f. Ernährungsmedizin (DGEM): Parenterale Ernährung bei Nierenversagen (Stand: Mai 2007)
  • Bundesverband Niere e.V. (www.bundesverband-niere.de)