Osteoporose - wenn die Knochen schwinden

Osteoporose (Knochenschwund) ist eine Knochenerkrankung, bei der Knochenmasse abgebaut wird. Auch die Wirbel können betroffen sein.

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Osteoporose (Knochenschwund) ist eine Knochenerkrankung, bei der Knochenmasse abgebaut wird. Mit zunehmendem Alter verlieren die Knochen ihre Stabilität und neigen zur Brüchigkeit. In Deutschland sind etwa 7,8 Mio. der Bevölkerung über 50 Jahre von Osteoporose betroffen. Mit 83 Prozent überwiegt dabei der Frauenanteil deutlich.

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Woran erkenne ich Osteoporose?

Die Entwicklung der Osteoporose verläuft zunächst weitgehend ohne Beschwerden. Manchmal treten gelegentliche Rückenschmerzen auf. Im fortgeschrittenen Stadium können Spontanfrakturen auftreten. Dabei handelt es sich um Knochenbrüche, für die es keinen äußeren Anlass gibt. Sie führen zu starken Schmerzen und Muskelverspannungen durch die entstehenden Fehlstellungen.

Besonders betroffen sind die Knochen des Oberschenkels, das führt oft zum Oberschenkelhalsbruch.

Durch Einbrüche der Wirbelkörper werden Osteoporose-Patienten immer kleiner. Der entstehende Schmerz wird manchmal als „Hexenschuss“ fehlgedeutet. Der sich ausbildende Rundrücken wird im Volksmund als „Witwenbuckel“ bezeichnet.

Wodurch wird Osteoporose ausgelöst?

Normalerweise sind am Knochenstoffwechsel Vitamin D, Kalzium und Hormone (Calcitonin, Parathormon) beteiligt. Für Bildung und Aktivität dieser ‚Knochenhormone‘ sind die Geschlechtshormone Östrogen und Testosteron zuständig. Zusammen sorgen sie dafür, dass der Knochen hart und dicht ist.

Bei Osteoporose ist dieses Zusammenspiel gestört. Generelle Risikofaktoren sind der Östrogen-Mangel bei Frauen nach den Wechseljahren, das Alter (ab 70 Jahren), Bewegungsmangel und /oder Fehlernährung bereits in jungen Jahren sowie eine familiäre Veranlagung.

Manche Medikamente (z.B. Kortison), bestimmte entzündliche Erkrankungen (z. B. Asthma, Rheuma, Darm), Hormonstörungen (z.B. Schilddrüse, Wachstumshormone) sowie Rauchen können die Entwicklung einer Osteoporose begünstigen.

Was kann ich gegen Osteoporose tun?

Ohne Therapie schreitet der Knochenschwund immer weiter dahin und kann zu Komplikationen und eine immer größere Einschränkung der Bewegungsfreiheit nach sich ziehen. Grundsätzlich  gilt als Behandlungsansatz, sich zu bewegen und richtig zu ernähren.

  1. Knochengesunde Ernährung: Die Ernährung soll reich an Kalzium-haltigen Nahrungsmitteln (Milch, Joghurt, Käse) oder Getränken (Mineralwasser) und Vitamin D sein. Vitamin D ist zum Beispiel in Fisch, Butter oder Eiern enthalten. Kalzium-Räuber (phosphathaltige Lebensmittel wie Wurst, Fleisch, Schmelzkäse) sollen vermieden werden.
  2. Rauchen einstellen: Ein Raucher verliert jährlich etwa doppelt so viel Knochengewebe wie ein Nichtraucher.
  3. Sportliche Betätigung: Bewegung regt den Knochenstoffwechsel an. Geeignet sind spezielle Osteoporose-Gymnastik, Gehen, Wassergymnastik oder Rückenschwimmen.
  4. Medikamentöse Therapie: Der Bedarf an Kalzium (1 bis 1,5 g / Tag) und Vitamin D (400 I.E.) kann auch mit Mineralstoff- oder Vitamin-Präparaten gedeckt werden.Für die Behandlung der Osteoporose stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung, die alle dem Knochenabbau entgegenwirken (Biphosphonate, Selektive Östrogen-Rezeptor-Modulatoren (SERM), Strontium Ranelat, Teriparatid). Welches Präparat angewendet wird, hängt vom Erkrankungsstadium ab.

 

Stand: 05.12.2016
Autor: Jutta Wiedemann

Vorlage: Melanie Iris Zimmermann
Quellen:

  • Leitlinien Osteologie – Empfehlungen des Dachverbandes Osteologie (DVO): Prophylaxe, Diagnostik und Therapie der Osteoporose bei Erwachsenen (Stand: Oktober 2009)
  • Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. De Gruyter Verlag. 263. Auflage 2012
  • Bartl R.: Osteoporose. Thieme Verlag. 2. Auflage 2004
  • Kuratorium Knochengesundheit e.V. (www.osteoporose.org; Abruf: 16.12.2014)