Rückenschmerzen

In den meisten Fällen treten Schmerzen im unteren Bereich der Lendenwirbel auf

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Rückenschmerzen sind ein verbreitetes Phänomen. Etwa zwei Drittel der Deutschen hatten schon einmal in ihrem Leben Schmerzen im Kreuz. Die Kreuzschmerzen können in allen Abschnitten des Rückens auftreten. In den meisten Fällen äußern sie sich jedoch im unteren Bereich der Lendenwirbelsäule.

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Woran erkennt man Rückenschmerzen?

Mediziner unterscheiden zwischen spezifischen und unspezifischen Rückenschmerzen.

Unspezifische Rückenschmerzen

Sie sind auf eine bestimmte Region des Rückens beschränkt und strahlen nicht in andere Körperteile aus. Der Schmerz wird als dumpf empfunden und lässt sich schlecht lokalisieren. Morgens sind die Schmerzen in der Regel besonders schlimm und lassen im Laufe des Tages nach. Die Beschwerden bessern sich meist, wenn der Patient auf und ab geht, im Sitzen oder Stehen verschlimmern sie sich. Die Ursache unspezifischer Rückenschmerzen ist meist unklar. In der Regel verschwinden sie innerhalb weniger Wochen von alleine.

Spezifische Rückenschmerzen

Diese Schmerzen strahlen in andere Bereiche des Körpers aus, zum Beispiel in eines der Beine. Ursache ist dann eine Entzündung der Nerven. Die Schmerzen werden als stechend und ziehend empfunden. Häufig gehen sie mit Empfindungsstörungen wie Kribbeln, Taubheitsgefühlen oder Lähmungen einher. Bei Bewegung werden diese Schmerzen eher schlimmer. Im Sitzen sind sie besonders heftig. Liegen dagegen wirkt lindernd, vor allem wenn die Beine in abgewinkelter Form hochgelagert werden.

Rückenschmerzen werden oft von Muskelverspannungen begleitet. Mitunter sind einzelne Muskelpartien so stark angespannt, dass sie verhärtet und tastbar sind. Sie können den Schmerz verstärken.

Wodurch werden Rückenschmerzen ausgelöst?

Rückenschmerzen haben vielfältige Ursachen, darunter:

Halten die Rückenschmerzen länger als zwölf Wochen an, gelten sie als chronisch. Oft schmerzt der Rücken dann, obwohl der ursprüngliche Auslöser des Schmerzes längst verschwunden ist. Der Grund dafür ist, dass das Gehirn die wiederkehrenden Schmerzreize speichert.

Was kann ich gegen Rückenschmerzen tun?

Bester Schutz vor Rückenschmerzen ist eine gut trainierte Rumpf- und Rückenmuskulatur. Sie entlastet die Wirbelsäule und beugt Fehlhaltungen vor. Auf die meisten Rückenschmerzen wirkt sich Bewegung günstig aus. Bettruhe und Schonung hingegen verschlimmern die Beschwerden in den meisten Fällen. Positiv ist in den meisten Fällen auch, sich nicht krankschreiben zu lassen, sondern seinen gewohnten Alltag beizubehalten.

Wärmflaschen, wärmende Salben oder Pflaster können die Schmerzen lindern. Schmerzmittel sollten hingegen nur bis zur angegebenen Höchstdosis und keinesfalls langfristig eingenommen werden.

Akute Rückenschmerzen sollte man frühzeitig behandeln lassen. So lässt sich in vielen Fällen verhindern, dass sie in chronische Schmerzen übergehen, die nur schwer wieder loszuwerden sind. Haben sich die Schmerzen chronifiziert helfen Bewegungs- und Physiotherapie sowie Entspannungsverfahren wie Progressive Muskelentspannung, oder Autogenes Training.

Stand: 21.08.2013
Autor:

Vorlage. Priv-Doz. Dr. med. Thomas Wallny, Dr. med. Jean-François Chenot, Facharzt für Allgemeinmedizin

Quellen:

  • Bundesärztekammer (BÄK) et al.: Nationale VersorgungsLeitlinie Kreuzschmerz (Stand: August 2011)
  • Universität Witten/Herdecke: Patientenleitlinie Rücken- und Kreuzschmerzen (Lumbalgie) (Stand: Juni 2006)