Schlaganfall

Bei einem Schlaganfall muss schnell gehandelt werden - das mindert Spätfolgen

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Bei einem Schlaganfall werden Teile des Gehirns plötzlich nicht mehr ausreichend durchblutet. Ursache kann ein verstopftes Blutgefäß oder eine Blutung im Gehirn sein. In dem unterversorgten Bereich des Gehirns sterben daraufhin Nervenzellen ab.

Woran erkennt man einen Schlaganfall?

Abhängig vom betroffenen Hirnareal kann sich ein Schlaganfall ganz unterschiedlich äußern. Typische Anzeichen sind:

  • halbseitigen Lähmungen (Hemiparese)
  • Sprachstörungen
  • Gefühlsstörungen 
  • Sehstörungen
  • Kopfschmerzen 
  • Bewusstseinstrübung bis hin zur Bewusstlosigkeit

Häufig gehen dem eigentlichen Schlaganfall kurze Episoden mit ähnlichen Symptomen voran. Ist das der Fall, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

Wodurch wird ein Schlaganfall ausgelöst?

Ursache eines Schlaganfalls ist entweder ein Gefäßverschluss oder eine Hirnblutung.

Gefäßverschluss (ischämischer Hirninfarkt)

Lagern sich Plaques an den Innenwänden der Blutgefäße ab, verengen sich diese zunehmend (Arteriosklerose). Irgendwann gelangt nicht mehr ausreichend Blut hindurch. Auch wenn sich ein Blutpfropf (Thrombus) bildet und ins Hirn wandert, kommt es zu einem Schlaganfall. Solchen Blutpfropfe bilden sich beispielsweise bei Herzrhythmusstörungen, wenn das Blut im Herzen nicht mehr richtig zirkuliert.

Hirnblutung (hämorrhagischer Schlaganfall)

20 Prozent aller Schlaganfälle liegt eine Hirnblutung zugrunde. Sie entsteht beispielsweise, weil aufgrund von Bluthochdruck ein Gefäß im Kopf platzt. Auch angeborene Missbildungen der Gefäße (Aneurysmen) können irgendwann im Leben reißen. Ein weiterer Grund für einen blutigen Schlaganfall sind Kopfverletzungen.

Was kann ich gegen einen Schlaganfall tun?

Mit einem gesunden Lebensstil lässt sich Schlaganfällen wirksam vorbeugen. Damit lässt sich eine Arteriosklerose vermeiden – die Hauptursache der meisten Hirninfarkte. Die wichtigsten Maßnahmen sind:

  • Regelmäßige Blutdruckkontrollen - Ist der Blutdruck zu hoch, sollte der unbedingt eingestellt werden
  • Regelmäßig Sport hält die Gefäße gesund
  • Eine gesunde Ernährung mit viel Obst und Gemüse sowie wenig tierischen Fetten hält Blutfette in Schach
  • Übergewicht abbauen
  • Verzicht aufs Rauchen

Lähmungserscheinungen, plötzliche Sprachstörungen oder andere mögliche Symptome eines Schlaganfalls sollte man unbedingt ernst nehmen und schnellstmöglich ärztlich abklären lassen. Time is brain – Zeit ist Hirn heißt das Motto. Je früher der Schlag behandelt wird, desto weniger Nervenzellen sterben ab und desto geringer sind die Spätfolgen.

Vorlage: Dr. med. Johannes Pichler
Redaktion: Christiane Fux

Stand: 18.12.2013

Quellen:

  • Kompetenznetz Schlaganfall (www.kompetenznetz-schlaganfall.de)
  • Herold G.: Innere Medizin. Selbstverlag. 2011
  • Leitlinien der Dt. Ges. f. Neurologie (DGN): Akuttherapie des ischämischen Schlaganfalls (Stand: Mai 2009)
  • Leitlinie der Dt. Ges. f. Neurologie (DGN) und der Dt. Schlaganfallges. (DSG): Primär- und Sekundärprävention der zerebralen Ischämie (Stand: Oktober 2008)