Clarilind® Filmtabletten

Was ist Clarilind®?

Clarilind® ist ein Makrolid-Antibiotikum, das bei bakteriellen Infektionen wie Rachenentzündung, chronische Bronchitis oder Hautinfektionen angewendet wird. Der enthaltene Wirkstoff blockiert die Vermehrung der Bakterien.

Wirkstoffe: Clarithromycin
Pharmafirma: GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG
PZN: 0651401 u.a.
Abgabe: rezeptpflichtig

Wann wird Clarilind® angewendet?

Das Antibiotikum kann bei folgenden akuten und chronischen Infektionen verordnet, wenn die Krankheitserreger empfindlich auf den Wirkstoff reagieren und Penicillin-Antibiotika nicht gegeben werden können:

Wann darf Clarilind® nicht angewendet werden?

  • Bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, andere Makrolide oder einen der weiteren Inhaltsstoffe des Arzneimittels
  • Wenn bereits bestimmte andere Arzneimittel angewendet werden (siehe Wechselwirkungen)
  • Bei Herzrhythmusstörungen in der Vorgeschichte oder verlängertem QT-Intervall (Abschnitt im EKG)
  • Bei Mangel an Kalium
  • Bei schwerem Leberversagen und gleichzeitiger Nierenfunktionsstörung

Was muss bei der Anwendung beachtet werden?

Das Antibiotikum ist nicht zur Anwendung bei Kindern unter 12 Jahren bestimmt.

In der Schwangerschaft und Stillzeit darf das Antibiotikum nur angewendet werden, wenn der zu erwartende Nutzen die potenziellen Risiken übersteigt.

Bei Auftreten schwerer Überempfindlichkeitsreaktionen (Gewebsschwellungen, anaphylaktischer Schock etc.) müssen die Filmtabletten sofort abgesetzt und ein Arzt verständigt werden.

Patienten mit einer Überempfindlichkeit gegenüber den Antibiotika Lincomycin und Clindamycin reagieren möglicherweise auch allergisch auf Clarithromycin.

Treten während der Behandlung Hautschäden auf, sollte sofort der Arzt informiert werden. Eventuell muss das Antibiotikum abgesetzt werden.

Bei Auftreten von Krämpfen ist das Antibiotikum sofort abzusetzen.

Vorsicht ist geboten bei Anwendung des Antibiotikums bei Funktionsstörungen der Leber oder Nieren, Myasthenia gravis (schwere Muskelerkrankung), Erkrankungen der Herzkranzgefäße, Herzrhythmusstörungen in der Vorgeschichte, schwerer Herzschwäche, nicht behandeltem Kalium- oder Magnesiummangel und bei verlangsamtem Herzschlag.

Bei möglichen Anzeichen von Leberschäden (Gelbsucht, Appetitverlust, dunkler Urin, Juckreiz oder schmerzempfindlicher Bauch) sollte das Antibiotikum sofort abgesetzt und ein Arzt aufgesucht werden.

Löst das Arzneimittel schwere Überempfindlichkeitsreaktionen (z.B. akute Gewebsschwellung, anaphylaktischer Schock) aus, muss das Arzneimittel abgesetzt und vom Arzt entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden.

Patienten, die während der Arzneimittelanwendung einen Hautausschlag bekommen, müssen genau beobachtet werden. Falls sich der Hautausschlag ausbreitet, muss das Antibiotikum abgesetzt werden.

Patienten, die überempfindlich auf die Antibiotika Lincomycin und Clindamycin reagiert haben, können auch auf den Arzneistoff in Clarilind® allergisch reagieren. Es wird zur Vorsicht geraten.

Treten Krämpfe auf, muss die Arzneimitteltherapie abgebrochen werden.

Während oder in den Wochen nach der Antibiotika-Einnahme kann Durchfall auftreten. Bei starken oder anhaltenden Durchfällen oder bei Blut- oder Schleimbeimengungen im Stuhl sollte das Antibiotikum sofort abgesetzt und ein Arzt informiert werden. Es besteht möglicherweise Lebensgefahr! Nehmen Sie gegen den Durchfall keine Arzneimittel ein, welche die Darmbewegungen stoppen oder verlangsamen.

Bei längerer oder wiederholter Anwendung des Antibiotikums können unempfindliche Erreger eine Infektion auslösen. Die Antibiotikum-Einnahme muss dann unterbrochen werden, und der Arzt wird eine geeignete Therapie einleiten.

Aufgrund des enthaltenen Milchzuckers (Laktose) sind die Filmtabletten ungeeignet für Menschen mit angeborener Galaktose-Unverträglichkeit, Lapp-Laktase-Mangel oder Glukose-Galaktose-Malabsorption.

Nebenwirkungen der Behandlung (Schwindel, Benommenheit etc.) können die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigen.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Häufige Nebenwirkungen sind:

  • Pilzinfektion im Mund, Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, Geruchs- und Geschmacksveränderungen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen, Verdauungsstörungen, Entzündung von Mundschleimhaut und Zunge, reversible Verfärbung von Zähne und Zunge, Hautausschlag, starkes Schwitzen, Veränderung der Leberfunktionswerte, Erhöhung von BUN (Blut-Harnstoff-Stickstoff)

Welche Wechselwirkungen sind möglich?

Das Antibiotikum darf nicht zusammen mit Cisaprid (zur Anregung der Magen-Darm-Bewegung), Pimozid (psychische Erkrankungen), Terfenadin und Astemizol (Allergien), Ergotalkaloiden (Migräne) und Statinen (erhöhte Blutfettwerte) eingenommen werden.

Das Antibiotikum darf nur in einem zeitlichen Abstand von vier Stunden zu Zidovudin (HIV) eingenommen werden.

Es sind Wechselwirkungen mit vielen anderen Arzneimitteln möglich, so etwa mit verschiedenen HIV-Mitteln (Ritonavir, Saquinavir, Nevirapin etc.), Warfarin und anderen oralen Antikoagulanzien (Gerinnungshemmer), verschiedenen Wirkstoffen gegen Herzrhythmusstörungen (Chinidin, Disopyramid, Verapamil) und Epilepsie (Carbamazepin, Phenytoin, Phenobarbital, Valproat), bestimmten anderen Antibiotika (Rifabutin, Rifampicin), Methylprednisolon (ein Kortison), Midazolam, Triazolam und Alprazolam (Schlaf- und Beruhigungsmittel), Omeprazol (Refluxkrankheit, Magen-Darm-Geschwüre), Sildenafil, Tadalafil und Vardenafil (Impotenz), Sirolimus, Tacrolimus und Ciclosporin (Organtransplantationen), Digoxin (Herzerkrankungen), Theophyllin (Asthma), Johanniskraut (Depressionen) und Itraconazol (Pilzinfektionen).

Weitere Wechselwirkungen sind möglich. Informieren Sie daher Ihren Arzt oder Apotheker über alle Arzneimittel (auch rezeptfreie), die Sie anwenden oder bis vor kurzem angewendet haben.

Stand: 16.07.2013