Clexane® 60/-80/-100 mg Fertigspritzen

Was ist Clexane®?

Clexane® ist ein Medikament, das die Bildung von Blutgerinnseln verhindern kann (Antithrombotikum). Es enthält als Wirkstoff ein sogenanntes niedermolekulares Heparin, das die Blutgerinnung hemmt – es bilden sich keine Blutgerinnsel, die ein Gefäß verstopfen und dadurch zum Beispiel Venenthrombose, Schlaganfall oder Herzinfarkt verursachen könnten.

Wirkstoffe: Enoxaparin-Natrium
Pharmafirma: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH
PZN: 6828065 u.a.
Abgabe: Rezeptpflichtig

Wann wird Clexane® angewendet?

  • Bei tiefen Venenthrombosen mit und ohne Lungenembolie
  • Bei instabiler Angina pectoris (Herzenge)
  • Zur Behandlung verschiedener Ausprägungen eines Herzinfarktes
  • Zur Thrombose-Vorbeugung und Blutgerinnungshemmung während der Blutwäsche (Hämodialyse)

Wann darf Clexane® nicht angewendet werden?

  • Bei Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff, Heparin oder Heparin-ähnlichen Stoffen
  • Falls es innerhalb der letzten 6 Wochen Verletzungen oder Operationen am zentralen Nervensystem, am Auge oder am Ohr gab
  • Bei klinisch bedeutsamen Blutungen innerhalb der letzten 30 Tage (z.B. im Magen-Darm-Trakt)
  • Wenn es innerhalb der letzten 6 Monate eine Hirnblutung (z.B. Schlaganfall durch Hirnblutung) bzw. einen entsprechenden Verdacht gab
  • Bei akuten oder früheren Erkrankungen im Gehirn: Gewebswucherung, sackartige Erweiterung der hirnversorgenden Blutgefäße, Gefäßfehlbildungen
  • Bei klinisch bedeutsamen Gerinnungsstörungen
  • Bei Magen-Darm-Geschwüren
  • Bei drohender Fehlgeburt
  • Bei schweren Erkrankungen von Leber bzw. Bauchspeicheldrüse
  • Bei schwerem, nicht kontrollierbarem Bluthochdruck
  • Bei Entzündung der Herzinnenhaut
  • Bei einer Verminderung der Anzahl der Blutplättchen, die aktuell oder in der Vergangenheit durch eine allergische Reaktion auf Heparin ausgelöst wurde
  • Bei Verdacht auf bestimmte Augenerkrankungen (Gefäßfehlbildung in der Netzhaut, Glaskörperblutung oder sonstige Augenblutungen)

Was muss bei der Anwendung beachtet werden?

  • Schwangere und Stillende dürfen Clexane® nur auf ausdrückliche Anordnung des Arztes anwenden.
  • Clexane® darf nicht in einen Muskel gespritzt werden.
  • Bei Zuständen mit erhöhtem Blutungsrisiko darf Clexane® nur mit Vorsicht und gegebenenfalls unter ärztlicher Überwachung angewendet werden (z.B. gestörte Blutplättchenfunktion, gering bis mäßig eingeschränkte Leber- oder Bauchspeicheldrüsenfunktion, eingeschränkte Nierenfunktion, frühere Magen-Darm-Geschwüre, Verdacht auf einen bösartigen Tumor mit Blutungsneigung, ältere Patienten).
  • Bei gleichzeitiger Einnahme von anderen blutgerinnungshemmenden Mitteln sollen die Blutwerte regelmäßig kontrolliert werden.
  • Patienten mit künstlichen Herzklappen sollten Clexane® nur, wenn unbedingt notwendig, anwenden.
  • Steht eine Bypass-Operation am Herzen bevor, sollte die Anwendung von Clexane® durch eine andere gerinnungshemmende Behandlung ersetzt werden.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Sehr häufige bis häufige Nebenwirkungen sind:

  • Blutungen (z.B. in Magen oder Darm, Nasenbluten, Blutergüsse), starker Anstieg oder aber Abnahme der Blutplättchenzahl, Anstieg der Leberenzyme, allergische Reaktionen, Nesselsucht, Juckreiz, Hautausschlag, Reaktionen an der Injektionsstelle (z.B. Bluterguss, Schmerzen, Schwellung).

Welche Wechselwirkungen sind möglich?

Wechselwirkungen sind möglich bei gleichzeitiger Anwendung von Medikamenten, welche die die Blutgerinnung beeinflussen. Dazu zählen zum Beispiel nicht-steroidale Entzündungshemmer (wie Acetylsalicylsäure), Clopidogrel, Ticlopidin, GP-IIb/IIIa-Rezeptorantagonisten (z.B. Tirofiban, Abciximab), Dipyridamol, orale Gerinnungshemmer (Dicumarole), Fibrinolytika, Dextran und Zytostatika (Krebsmedikamente).

Darüber hinaus sind unter anderem Wechselwirkungen möglich bei gleichzeitiger Gabe von Antihistaminika (z.B. Allergiemedikamente), Digitalispräparaten (Herzmedikamente), Tetracyclinen (Antibiotika), Nikotin, Ascorbinsäure (Vitamin C), Phenytoin (Epilepsie), Chinidin (Herzrhythmusstörungen), Propranolol (z.B. Bluthochdruck, Herzerkrankungen), Benzodiazepinen (Schlafmittel), Chinin (Malaria), Nitroglycerin in Spritzenform (z.B. Anfälle von Angina pectoris).

Wird Clexane® in Kombination mit Arzneimitteln angewendet, die den Kaliumspiegel erhöhen, müssen die Patienten sorgfältig vom Arzt überwacht werden.

Stand: 21.08.2013