Euthyrox®

Was ist Euthyrox®?

Euthyrox® Tabletten versorgen den Körper mit dem künstlichen Schilddrüsenhormon Levothyroxin, was vor allem bei einer Unterfunktion der Schilddrüse und damit verbundenem Hormonmangel notwendig ist. Schilddrüsenhormone spielen eine wichtige Rolle für viele Stoffwechselprozesse wie Körperwachstum, Kohlenhydrat-, Fett- und Eiweißstoffwechsel.

Wirkstoff: Levothyroxin
Pharmafirma: Merck Pharma GmbH
PZN: 3542291 u.a.
Abgabe: rezeptpflichtig

Wann wird Euthyrox® angewendet?

Euthyrox® ist in allen Dosierungen (25 bis 200 Mikrogramm) anwendbar:

  • Bei Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)
  • Bei gutartiger Schilddrüsenvergrößerung (Kropf) bei normaler Schilddrüsenfunktion
  • Nach Kropfoperationen zur Vorbeugung eines neuen Kropfes bei Patienten mit normaler Schilddrüsenfunktion
  • Bei bösartigen Tumoren der Schilddrüse

Zusätzliches Anwendungsgebiet für Euthyrox® 25 bis 100 Mikrogramm:

  • Zusatztherapie bei Schilddrüsenüberfunktion, wenn die Schilddrüsenfunktion mithilfe von schilddrüsenhemmenden Medikamenten normalisiert wurde

Weiteres Anwendungsgebiet für Euthyrox® 100, 150 und 200 Mikrogramm:

  • Schilddrüsensuppressionstest zur Untersuchung der Schilddrüsenfunktion

Wann darf Euthyrox® nicht angewendet werden?

  • Bei Überempfindlichkeit gegenüber Levothyroxin oder einem weiteren Inhaltsstoff des Arzneimittels
  • Bei unbehandelter Schilddrüsenüberfunktion 
  • Bei unbehandelter Unterfunktion der Nebennieren oder der Hirnanhangsdrüse
  • Im Akutstadium von Herzinfarkt, Herzmuskelentzündung oder Entzündung aller drei Herzwandschichten (Pankarditis)
  • In der Schwangerschaft darf eine Schilddrüsenüberfunktion nicht mit einer Kombinationstherapie aus Levothyroxin und schilddrüsenhemmenden Medikamenten (Thyreostatika) behandelt werden.

Was muss bei der Anwendung beachtet werden?

Schilddrüsenhormone dürfen erst nach Ausschluss bzw. bei Behandlung bestimmter Erkrankungen eingenommen werden: Koronare Herzkrankheit (KHK), Herzenge (Angina Pectoris), Arterienverkalkung (Arteriosklerose), Bluthochdruck, Unterfunktion von Nebennierenrinde bzw. Hirnanhangdrüse, Schilddrüsenautonomie (Verselbstständigung von Teilen der Schilddrüse).

Eine durch Euthyrox® verursachte Überfunktion der Schilddrüse muss bei Patienten mit Koronarer Herzkrankheit, Herzschwäche sowie schnellen Formen von Herzrhythmusstörungen unbedingt vermieden werden. Daher werden regelmäßige Kontrollen der Schilddrüsenhormonspiegel im Blut empfohlen.

Nehmen Frauen nach den Wechseljahren mit erhöhtem Osteoporose-Risiko und Schilddrüsenunterfunktion Levothyroxin ein, sollte die Schilddrüse regelmäßig kontrolliert werden.

Der Bedarf an Levothyroxin kann in der Schwangerschaft östrogenbedingt ansteigen und damit eine Erhöhung der Euthyrox®-Dosis notwendig machen. Während und nach der Schwangerschaft sind daher regelmäßige Kontrollen der Schilddrüsenfunktion empfohlen.

Levothyroxin darf bei einer Überfunktion der Schilddrüse nur in Kombination mit schilddrüsenhemmenden Medikamenten (Thyreostatika) verabreicht werden.

Achtung: Schilddrüsenhormone eignen sich nicht zur Gewichtsreduktion (Gefahr schwerer Nebenwirkungen bei Einnahme höherer Dosen!).

Euthyrox® Tabletten sind ungeeignet für Menschen mit erblicher Galaktose-Intoleranz, Laktase-Mangel oder Glukose-Galaktose-Malabsorption.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Werden Anwendungsvorschriften eingehalten und Blutwerte labordiagnostisch kontrolliert, sind keine Nebenwirkungen durch Euthyrox® zu erwarten.

Wird im Einzelfall die Dosisstärke nicht vertragen oder ist das Medikament zu hoch dosiert, können Beschwerden auftreten, wie sich auch für Schilddrüsenüberfunktion typisch sind, z.B. Herzrhythmusstörungen, Herzrasen, Zittern, innere Unruhe, Schlaflosigkeit, verstärktes Schwitzen, Gewichtsabnahme, Durchfall. Der behandelnde Arzt wird in diesem Fall die Tagesdosis reduzieren oder die Behandlung vorübergehend unterbrechen.

Welche Wechselwirkungen sind möglich?

Sojaprodukte können die Aufnahme von Euthyrox® beeinträchtigen, weshalb eine Dosisanpassung vor allem zu Beginn und nach Beendigung einer sojahaltigen Ernährung notwendig sein kann.

Die Blutfettsenker Colestyramin und Colestipol sollten frühestens vier bis fünf Stunden nach Euthyrox® eingenommen werden, aluminiumhaltige Magensäurebinder (Antazida), Calciumcarbonat (z.B. Osteoporose) und eisenhaltige Medikamente frühestens zwei Stunden danach.

Wechselwirkungen sind auch möglich mit:

Propylthiouracil (Schilddrüsenüberfunktion), Glukokortikoiden („Kortison“), Beta-Blockern (Herz-Kreislauf-Erkrankungen), jodhaltigen Kontrastmitteln, Amiodaron (Herzrhythmusstörungen), Phenytoin-Spritzen (Epilepsie), Salicylaten (Schmerzen, Fieber, Entzündungen), Cumarin-Abkömmlingen (Gerinnungshemmer), Clofibrat (erhöhte Blutfettwerte), hoch dosiertem Furosemid (harntreibendes Mittel), Sertralin (Antidepressivum), Barbituraten (Schlaf- und Beruhigungsmittel), Chloroquin/Proguanil (Malaria), östrogenhaltigen Verhütungsmitteln, Hormonersatztherapie (Wechseljahre), Diabetes-Medikamenten.

Besprechen Sie sicherheitshalber jede zusätzliche Medikamentenanwendung mit Ihrem Arzt.

Stand: 21.08.2013