L-Thyroxin Henning® 25-200

Was ist L-Thyroxin Henning®?

L-Thyroxin Henning® 25 – 200 Tabletten enthalten ein künstliches Schilddrüsenhormon. Sie werden bei verschiedenen Schilddrüsenerkrankungen verordnet. Schilddrüsenhormone beeinflussen viele wichtige Prozesse im Körper, etwa die Aktivität von Muskeln, Nerven, Herz, Kreislauf und Verdauungstrakt, die Sexualität sowie – vor allem bei Kindern – die körperliche und geistige Entwicklung.

Wirkstoff: Levothyroxin-Natrium
Pharmafirma: Henning Berlin Arzneimittel GmbH
PZN: 2532675 u.a.
Abgabe: rezeptpflichtig

Wann wird L-Thyroxin Henning® angewendet?

L-Thyroxin Henning® in Dosierungen von 25 bis 200 Mikrogramm wird angewendet:

  • Bei Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)
  • Bei gutartiger Schilddrüsenvergrößerung (Kropf) mit normaler Organfunktion
  • Nach Kropfoperationen bei normalisierter Schilddrüsenfunktion zur Vorbeugung eines neuen Kropfes
  • Bei bösartigem Schilddrüsentumor, vor allem nach Entfernung der Schilddrüse

Weitere Anwendungsgebiete für L-Thyroxin Henning® 25/50/75/100:

  • Bei Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) zusammen mit Medikamenten, welche die Schilddrüsenfunktion hemmen (Thyreostatika), nach Erreichen der normalen Stoffwechsellage 

Weiteres Anwendungsgebiet für L-Thyroxin Henning® 100/150/200:

  • Schilddrüsen-Suppressionstest (zur Prüfung der Schilddrüsenfunktion)

Wann darf L-Thyroxin Henning® nicht angewendet werden?

  • Bei Überempfindlichkeit gegenüber Levothyroxin oder einem weiteren Inhaltsstoff des Arzneimittels
  • Bei unbehandelter Schilddrüsenüberfunktion
  • Bei unbehandelter Unterfunktion der Nebennieren oder Hirnanhangsdrüse
  • Im Akutstadium von Herzinfarkt, Herzmuskelentzündung oder Entzündung aller drei Herzwandschichten (Pankarditis)
  • In der Schwangerschaft darf eine Schilddrüsenüberfunktion nicht mit einer Kombinationstherapie aus Levothyroxin und schilddrüsenhemmenden Medikamenten (Thyreostatika) behandelt werden.

Was muss bei der Anwendung beachtet werden?

Schilddrüsenhormone dürfen erst nach Ausschluss bzw. bei Behandlung bestimmter Erkrankungen eingenommen werden: Koronare Herzkrankheit (KHK), Herzenge (Angina Pectoris), Arterienverkalkung (Arteriosklerose), Bluthochdruck, Unterfunktion von Nebennierenrinde bzw. Hirnanhangdrüse, Schilddrüsenautonomie (Verselbstständigung von Teilen der Schilddrüse).

Eine durch L-Thyroxin Henning® verursachte Überfunktion der Schilddrüse muss bei Patienten mit Koronarer Herzkrankheit, Herzschwäche sowie schnellen Formen von Herzrhythmusstörungen unbedingt vermieden werden. Daher werden regelmäßige Kontrollen der Schilddrüsenhormonspiegel im Blut empfohlen.

Nehmen Frauen nach den Wechseljahren mit erhöhtem Osteoporose-Risiko und Schilddrüsenunterfunktion Levothyroxin ein, sollte die Schilddrüse regelmäßig kontrolliert werden.

Der Bedarf an Levothyroxin kann in der Schwangerschaft östrogenbedingt ansteigen und damit eine Erhöhung der L-Thyroxin Henning®-Dosis notwendig machen. Während und nach der Schwangerschaft sind daher regelmäßige Kontrollen der Schilddrüsenfunktion empfohlen.

Levothyroxin darf bei einer Überfunktion der Schilddrüse nur in Kombination mit schilddrüsenhemmenden Medikamenten (Thyreostatika) verabreicht werden.

Achtung: Schilddrüsenhormone eignen sich nicht zur Gewichtsreduktion (Gefahr schwerer Nebenwirkungen bei Einnahme höherer Dosen!).

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Werden Anwendungsvorschriften eingehalten und Blutwerte labordiagnostisch kontrolliert, sind keine Nebenwirkungen zu erwarten.

Wird im Einzelfall die Dosisstärke nicht vertragen oder ist das Medikament zu hoch dosiert, können Beschwerden auftreten, wie sich auch für Schilddrüsenüberfunktion typisch sind, z.B. Herzrhythmusstörungen, Herzrasen, Zittern, innere Unruhe, Schlaflosigkeit, verstärktes Schwitzen, Gewichtsabnahme, Durchfall. Der behandelnde Arzt wird in diesem Fall die Tagesdosis reduzieren oder die Behandlung vorübergehend unterbrechen.

Bei Überempfindlichkeit gegen einen der Inhaltsstoffe sind allergische Reaktionen im Bereich von Haut und Atemwegen möglich.

Welche Wechselwirkungen sind möglich?

Sojaprodukte können die Aufnahme von L-Thyroxin Henning® verringern, weshalb eine Dosisanpassung vor allem zu Beginn und nach Beendigung einer sojahaltigen Ernährung notwendig sein kann.

Die Blutfettsenker Colestyramin und Colestipol sowie Kalzium- und Natriumsalze der Polystyrolsulfonsäure (zur Senkung des Kaliumspiegels) sollten frühestens vier bis fünf Stunden nach L-Thyroxin Henning® eingenommen werden, aluminiumhaltige Magensäurebinder (Antazida), Calciumcarbonat (z.B. Osteoporose) und eisenhaltige Medikamente frühestens zwei Stunden danach.

Wechselwirkungen sind auch möglich mit:

Propylthiouracil (Schilddrüsenüberfunktion), Glukokortikoiden („Kortison“), Beta-Blockern (Herz-Kreislauf-Erkrankungen), jodhaltigen Kontrastmitteln, Amiodaron (Herzrhythmusstörungen), Phenytoin-Spritzen (Epilepsie), Salicylaten (Schmerzen, Fieber, Entzündungen), Cumarin-Abkömmlingen (Gerinnungshemmer), Clofibrat (erhöhte Blutfette), hoch dosiertem Furosemid (harntreibendes Mittel), Sertralin (Depression), Barbituraten (Schlaf- und Beruhigungsmittel), Chloroquin/Proguanil (Malaria), östrogenhaltigen Verhütungsmitteln, Hormonersatztherapie (Wechseljahre), Diabetes-Medikamenten.

Besprechen Sie sicherheitshalber jede zusätzliche Medikamentenanwendung mit Ihrem Arzt.

Stand: 21.08.2013