Metobeta® 50/-100

Was ist Metobeta® 50/-100?

Metobeta® 50/-100 Tabletten zählen zu den selektiven Beta-Blockern und werden bei Bluthochdruck, und anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie zur Migräne-Vorbeugung verordnet. Ihr Wirkstoff Metoprolol besetzt die Andockstellen von Adrenalin am Herzen, sodass das Hormon seine Wirkung hier nicht mehr entfalten kann. Dadurch schlägt der Herzmuskel langsamer und weniger kraftvoll und der Blutdruck sinkt. Außerdem kann Metoprolol Migräne-Anfällen vorbeugen und ihre Heftigkeit mildern.

Wirkstoff: Metoprolol
Pharmafirma: betapharm Arzneimittel GmbH
PZN: 4801866 u.a.
Abgabe: rezeptpflichtig

Wann wird Metobeta® 50/-100 angewendet?

Anwendungsgebiete von Metobeta®50/-100 sind:

  • Bluthochdruck
  • Koronarer Herzkrankheit (KHK)
  • Funktionellen Herzbeschwerden
  • Schnellen Formen von Herzrhythmusstörungen
  • Herzinfarkt (Akutbehandlung und Vorbeugung eines weiteren Infarktes)
  • Migräne-Vorbeugung

Wann darf Metobeta® 50/-100 nicht angewendet werden?

  • Bei Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff, anderen Beta-Blockern oder einem der anderen Inhaltsstoffe
  • Bei Herzschwäche
  • Bei Schock
  • Bei bestimmten Herzrhythmusstörungen (AV-Block 2. Oder 3. Grades, Sinusknoten-Syndrom, sinuatrialer Block)
  • Wenn der Ruhepuls vor Behandlungsbeginn weniger als 50 Schläge pro Minute aufweist
  • Bei stark erniedrigtem Blutdruck (Systole < 90 mmHg)
  • Bei Übersäuerung des Blutes (Azidose)
  • Bei Neigung zu Bronchialkrämpfen (z.B. Asthma)
  • In Spätstadien peripherer Durchblutungsstörungen
  • Bei gleichzeitiger Gabe bestimmter Arzneimittel (siehe Wechselwirkungen)

Was muss bei der Anwendung beachtet werden?

Bei einer Beeinträchtigung der Leberfunktion sind Patienten während der Behandlung mit Metoprolol sehr sorgfältig vom Arzt zu überwachen. Das Gleiche gilt bei AV-Block 1. Grades (Herzrhythmusstörung), Zuckerkrankheit (Diabetes) mit stark schwankendem Blutzuckerspiegel, bei längerem strengem Fasten und schwerer körperlicher Belastung sowie bei Phäochromozytom (hormonproduzierender Tumor der Nebennieren).

Bei Patienten mit Schuppenflechte (Psoriasis) in der eigenen oder der familiären Vorgeschichte sind im Vorfeld Nutzen und Risiken der Behandlung mit Beta-Blockern sorgfältig gegeneinander abzuwägen.

Auch bei Patienten mit Überempfindlichkeitsreaktionen in der Vorgeschichte sowie Allergikern unter Desensibilisierungstherapie ist eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung notwendig, weil Beta-Blocker die Empfindlichkeit gegenüber Allergenen sowie die Schwere akuter allergischer Allgemeinreaktionen (anaphylaktischer Reaktionen) erhöhen können.

Bei Schwangeren darf Metobeta®50/-100 ebenfalls nur nach Nutzen-Risiko-Abwägung angewendet werden. Mütter sollten frühestens drei bis vier Stunden nach der Einnahme des Medikaments ihr Kind stillen. Zudem ist das Kind ärztlich zu überwachen.

Metorpolol kann zu positiven Ergebnissen bei Dopingkontrollen führen.

Regelmäßige Blutzuckerkontrollen sind ratsam, weil Metoprolol die Warnzeichen einer Unterzuckerung verschleiern kann.

Zur Beendigung einer längerfristigen Anwendung sollte die Dosis des Arzneimittels langsam verringert werden. Abruptes Absetzen könnte nämlich schwere Folgen haben (Minderdurchblutung des Herzmuskels mit erneuter Verschlimmerung einer Angina pectoris (Herzenge), Herzinfarkt, Wiederauftreten von Bluthochdruck).

Aufgrund des enthaltenen Milchzuckers ist das Arzneimittel ungeeignet für Menschen mit angeborener Galaktose-Unverträglichkeit, Laktase-Mangel oder Glukose-Galaktose-Malabsorption.

Die Verkehrstüchtigkeit, die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen und zum Arbeiten ohne sicheren Halt können durch die Behandlung mit Metobeta®50/-100 beeinträchtigt sein, vor allem bei Therapiebeginn, Dosiserhöhung, Präparatewechsel und Alkoholkonsum.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Häufige Nebenwirkungen sind:

  • Missempfindungen und Kältegefühl an den Gliedmaßen, zentralnervöse Störungen (z.B. Müdigkeit, depressive Verstimmung, Schwindel, Verwirrtheit, Kopfschmerzen, Schwitzen, Albträume, verstärkte Traumaktivität, Schlafstörungen, Halluzinationen), vorübergehende Magen-Darm-Beschwerden (Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Verstopfung, Durchfall), allergische Hautreaktionen (Rötung, Juckreiz, Ausschlag, erhöhte Lichtempfindlichkeit)

Welche Wechselwirkungen sind möglich?

Metobeta®50/-100 darf nicht zusammen mit MAO-Hemmern (Antidepressiva) eingenommen werden, ausgenommen davon sind MAO-B-Hemmer.

Während der Behandlung mit Metoprolol dürfen Patienten keine intravenösen Gaben von Kalzium-Antagonisten vom Verapamil- und Diltiazem-Typ oder anderen Arzneistoffen gegen Herzrhythmusstörungen erhalten (Ausnahme: Intensivmedizin).

Mit Wechselwirkungen ist unter anderem zu rechnen bei gleichzeitiger Gabe von:

Kalzium-Antagonisten vom Nifedipin-Typ, Diabetes-Medikamenten, bestimmten Antidepressiva (trizyklischen Antidepressiva, SSRI), Barbituraten (Schlaf- und Beruhigungsmittel), Phenothiazine (Schizophrenie usw.), Nitroglyzerin (Angina pectoris usw.), „Wassertabletten“ (Diuretika), gefäßerweiternden und anderen blutdrucksenkenden Substanzen (wie Reserpin, Alpha-Methyldopa, Guanfacin, Clonidin), Herzglykosiden (Herzerkrankungen), Adrenalin oder Noradrenalin oder anderen sympathomimetisch wirkenden Substanzen (z.B. in Hustenmitteln, Nasen- und Augentropfen), Indometacin (Rheuma usw.), Rifampicin (Tuberkulose), Cimetidin (Magengeschwüre usw.), Narkosemitteln, muskelentspannenden Substanzen (wie Suxamethonium, Tubocuranin).

Informieren Sie daher sicherheitshalber Ihren Arzt oder Apotheker über alle Arzneimittel, die Sie anwenden oder bis vor kurzem angewendet haben.

Stand: 24.10.2012