Novalgin® Tropfen

Was sind Novalgin® Tropfen?

Novalgin® ist ein nicht-opioides Schmerzmittel. Neben einer schmerzstillenden Wirkung besitzt es auch fiebersenkende und krampflösende Eigenschaften. Der enthaltene Wirkstoff ist Metamizol, ein Vertreter der sogenannten Pyrazolone. Sein Wirkmechanismus ist noch nicht vollständig aufgeklärt.

Wirkstoff: Metamizol
Pharmafirma: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH
PZN: 731672 u.a.
Abgabe: rezeptpflichtig

Wann werden Novalgin® Tropfen angewendet?

Novalgin® Tropfen finden Anwendung bei:

  • akuten, starken Schmerzen nach Verletzungen oder Operationen
  • schmerzhaften Verkrampfungen der Hohlorgane im Bauchraum (z.B. Magenkolik, Darmkolik, Nierenkolik)
  • Tumorschmerzen
  • sonstigen akuten oder chronischen starken Schmerzen, wenn andere Therapiemaßnahmen nicht angewendet werden können
  • hohem Fieber, das mit anderen Maßnahmen nicht gesenkt werden kann

Wann dürfen Novalgin® Tropfen nicht angewendet werden?

  • Bei Überempfindlichkeit gegenüber Metamizol, anderen Pyrazolonen und Pyrazolidinen oder einem weiteren Inhaltsstoff des Arzneimittels
  • Wenn in der Vergangenheit nach der Anwendung von nicht-opioiden Schmerzmitteln (z.B. Acetylsalicylsäure, Paracetamol, Diclofenac, Ibuprofen, Naproxen) Überempfindlichkeitsreaktionen wie krampfartige Verengung der Atemwege, Nesselsucht oder plötzliche Haut- bzw. Schleimhautschwellungen aufgetreten sind
  • Wenn die Knochenmarksfunktion (Blutbildung) gestört ist bzw. bei Erkrankungen des blutbildenden Systems 
  • Bei angeborenem Mangel am Enzym Glucose-6-Phosphatdehydrogenase
  • Bei der angeborenen Stoffwechselerkrankung akute intermittierende hepatische Porphyrie
  • Im letzten Schwangerschaftsdrittel

Was muss bei der Anwendung beachtet werden?

Die Anwendung von Novalgin® Tropfen in den ersten drei Monaten einer Schwangerschaft wird nicht empfohlen. Im zweiten Schwangerschaftsdrittel ist eine Anwendung möglich, wenn es unbedingt notwendig ist.

Während der Behandlung mit Novalgin® Tropfen sowie mindestens 48 Stunden nach der letzten Einnahme dürfen Mütter nicht stillen.

Schwere allergische Reaktionen auf Metamizol können besonders bei jenen Patienten auftreten, die bereits auf die Anwendung anderer Schmerzmittel mit Asthmaanfällen, Nesselsucht oder akuten Haut- bzw. Schleimhautschwellungen reagiert haben. Weitere Risikofaktoren für schwere allergische Reaktionen auf Metamizol sind Asthma, chronische Nesselsucht sowie Unverträglichkeit gegenüber Farbstoffen, Konservierungsmitteln oder Alkohol.

Novalgin® Tropfen müssen sofort abgesetzt werden, wenn Anzeichen für eine starke Verminderung der Konzentration bestimmter Blutzellen (Granulozyten, Thrombozyten) auftreten.

Das Medikament kann den Blutdruck deutlich absenken, vor allem bei bestehendem niedrigen Blutdruck, hohem Fieber, Flüssigkeits- oder Blutmangel, instabilem Kreislauf oder beginnendem Kreislaufversagen (z.B. bei Herzinfarkt). Unbedingt zu vermeiden ist ein Blutdruckabfall unter anderem bei schwerer koronarer Herzkrankheit (KHK) sowie verengten Hirngefäßen. In all diesen Fällen ist eine sorgfältige Überwachung nötig.

Die Gabe von Novalgin® Tropfen bei gestörter Nieren- oder Leberfunktion muss sehr sorgfältig abgewogen und überwacht werden.

Novalgin® kann besonders in höherer Dosis die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr und zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigen, vor allem in Kombination mit Alkohol.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Gelegentliche Nebenwirkungen von Novalgin® sind:

FixHautreaktion, die bei jeder Einnahme des Medikaments an der gleichen Stelle auftritt (fixes Arzneimittelexanthem), Blutdruckabfall

Welche Wechselwirkungen sind möglich?

Wechselwirkungen mit Novalgin® sind möglich bei gleichzeitiger Anwendung von:

Ciclosporin (Autoimmunerkrankungen, nach Transplantationen), Chlorpromazin (psychotische Störungen), orale Antikoagulanzien (Blutgerinnungshemmer), Captopril (Blutdrucksenker), Lithium (z.B. manisch-depressive Störungen), Methotrexat (Krebs, Rheuma), Bluthochdruckmedikamenten, harntreibenden Medikamenten (Diuretika)

Sprechen Sie zu in jedem Fall mit Ihrem Arzt, wenn Sie zusätzlich weitere Medikamente anwenden bzw. anwenden möchten.

Stand: 21.08.2013
Autor: Dr. Nina Buschek