Novaminsulfon-ratiopharm® Tropfen

Was ist Novaminsulfon-ratiopharm®?

Novaminsulfon-ratiopharm® Tropfen dienen der Behandlung von starken Schmerzen und hohem Fieber. Der Wirkstoff Metamizol hemmt die Bildung von Botenstoffen, die an der Weiterleitung von Schmerzsignalen beteiligt sind (Prostaglandine). Außerdem wirkt Metamizol fiebersenkend sowie in geringem Maße entzündungshemmend und krampflösend.

Wirkstoff: Metamizol
Pharmafirma: ratiopharm GmbH
PZN: 3530394
Abgabe: rezeptpflichtig

Wann wird Novaminsulfon-ratiopharm® angewendet?

Novaminsulfon-ratiopharm® Tropfen werden angewendet zur Behandlung von:

  • akuten starken Schmerzen nach Verletzungen oder Operationen
  • schmerzhaften Magen-Darm-Krampfen (Koliken)
  • Tumorschmerzen
  • sonstigen akuten oder chronischen starken Schmerzen, wenn andere Behandlungsmaßnahmen nicht anwendbar sind
  • hohem Fieber, wenn es sich durch andere Maßnahmen nicht senken lässt

Wann darf Novaminsulfon-ratiopharm® nicht angewendet werden?

  • Bei Überempfindlichkeit gegenüber Metamziol, Pyrazolonen, Pyrazolidinen oder einem anderen Inhaltsstoff des Arzneimittels
  • Bei gestörter Knochenmarkfunktion oder Erkrankungen des blutbildenden Systems
  • Bei angeborenem Mangel am Enzym Glukose-6-Phosphatdehydrogenase
  • Bei gestörter Bildung des roten Blutfarbstoffes (akute hepatische Porphyrie)
  • Bei Patienten mit einem Körpergewicht unter 5 kg
  • Bei Säuglingen unter 3 Monaten oder unter 5 kg Gewicht
  • Im letzten Schwangerschaftsdrittel

Was muss bei der Anwendung beachtet werden?

In den ersten sechs Monaten einer Schwangerschaft dürfen Novaminsulfon-ratiopharm® Tropfen nur, wenn unbedingt notwendig, eingenommen werden.

In der Stillzeit sollte das Medikament nicht angewendet werden bzw. Frauen, die Novaminsulfon-ratiopharm® Tropfen einnehmen, dürfen nicht stillen. Nach der letzten Einnahme der Tropfen muss eine Frau mindestens 48 Stunden warten, bevor sie ihr Kind stillen darf.

Patienten mit niedrigem Blutdruck, instabilem Kreislauf oder beginnendem Kreislaufversagen sollten während der Behandlung besonders eng überwacht werden, weil Novaminsulfon-ratiopharm® den Blutdruck (weiter) stark absenken kann. Das Gleiche gilt bei Patienten mit hohem Fieber, Blut- bzw. Flüssigkeitsmangel sowie bei Erkrankungen, bei denen ein Blutdruckabfall unbedingt vermieden werden muss. Das ist etwa bei schwerer koronarer Herzkrankheit oder verengten Hirngefäßen der Fall.

Das Medikament muss sofort abgesetzt werden, wenn Anzeichen einer starken Verminderung der Granulozyten (Form von weißen Blutkörperchen) oder der Blutplättchen auftreten. Das gleiche gilt bei Anzeichen von Hautreaktionen.

Das Risiko für schwere allergische Reaktionen als Folge der Anwendung von Novaminsulfon-ratiopharm® ist in bestimmten Fällen besonders hoch: bei Asthma, insbesondere bei gleichzeitiger Entzündung von Nasenschleimhaut und Nasennebenhöhlen sowie bei Nasenpolypen, bei chronischer Nesselsucht sowie bei Unverträglichkeit gegenüber Farbstoffen, Konservierungsmittel oder Alkohol.

Bei Leber- oder Nierenfunktionsstörungen darf Novaminsulfon-ratiopharm® nur angewendet werden, wenn der Nutzen höher ist als die Risiken.

Vorsicht beim Lenken von Fahrzeugen oder Bedienen von Maschinen - Novaminsulfon-ratiopharm® Tropfen können das Konzentrations- und Reaktionsvermögen eventuell beeinträchtigen, besonders in Kombination mit Alkohol.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Novaminsulfon-ratiopharm® Tropfen lösen nur selten oder sehr selten Nebenwirkungen aus, darunter:

Allergische Reaktionen (sehr selten schwer und lebensbedrohlich), Blutdruckabfall, Blutbildveränderungen (Mangel an weißen Blutkörperchen oder Blutplättchen, starker Mangel an Granulozyten), verschiedene Formen von Hautausschlägen, Störung der Nierenfunktion

Welche Wechselwirkungen sind möglich?

In Kombination mit Chlorpromazin (z.B. psychische Erkrankungen) kann es zu einer Unterkühlung kommen.

Metamizol kann den Blutspiegel von Ciclosporin (Autoimmunerkrankungen, nach Transplantationen) verringern.

Nicht ausschließen lassen sich Wechselwirkungen mit oralen Blutgerinnungshemmern, blutdrucksenkenden Medikamenten, Methotrexat (Krebs, Rheuma), Lithium (z.B. manisch-depressive Störungen) und harntreibenden Mitteln (Diuretika).

Stand: 21.08.2013
Autor: Dr. Nina Buschek