Prednisolon acis®

Was ist Prednisolon acis®?

Prednisolon acis® ist ein Glukokortikoid („Kortison“) zur systemischen Therapie, das heißt: Das Präparat wird nicht lokal (etwa als Salbe) angewendet, sondern in Tablettenform eingenommen, sodass es im ganzen Körper seine Wirkung entfalten kann. Es wird bei verschiedenen allergischen und entzündlichen Erkrankungen sowie als Substitutionstherapie (zum Ersatz des körpereigenen Kortisons) verordnet.

Wirkstoff: Prednisolon
Pharmafirma: acis Arzneimittel GmbH
PZN: 1300402 u.a.
Abgabe: rezeptpflichtig

Wann wird Prednisolon acis® angewendet?

Prednisolon acis® wird angewendet bei:

  • Nebennierenschwäche (z.B. Morbus Addison) sowie Stresszustände nach längerer Kortikoidtherapie (als Hormonersatztherapie)
  • Rheumatischen Erkrankungen (z.B. rheumatoide Arthritis, Lupus erythematodes)
  • Erkrankungen der Atemwege und Lunge (z.B. Asthma, COPD, schwerer Heuschnupfen)
  • Haut- und Schleimhauterkrankungen (z.B. Nesselsucht, Ekzeme)
  • Blutkrankheiten und Krebs (z.B. bestimmten Formen von Lymphdrüsen- und Blutkrebs)
  • Erkrankungen des Nervensystems (z.B. Multiple Sklerose)
  • Erkrankungen von Magen, Darm und Leber (z.B. Colitis ulcerosa, Morbus Crohn, Autoimmunhepatitis)
  • Bestimmten Nieren- und Augenerkrankungen

Wann darf Prednisolon acis® nicht angewendet werden?

  • Bei Überempfindlichkeit gegenüber Prednisolon oder einem der anderen Inhaltsstoffe

Was muss bei der Anwendung beachtet werden?

Prednisolon acis® darf nur, wenn unbedingt notwendig, und unter ärztlicher Überwachung (sowie eventuell spezifischer Behandlung der jeweiligen Erkrankung) angewendet werden bei:

Akuten Virusinfektionen (wie Gürtelrose, Lippenherpes, Augenentzündung durch Herpesviren), bakteriellen Infektionen, Pilzerkrankungen mit Befall innerer Organe, bestimmten Parasitenerkrankungen, Lymphknotenerkrankung nach Tuberkulose-Impfung, infektiöse Leberentzündung, Kinderlähmung, ca. 8 Wochen vor bis 2 Wochen nach Impfungen mit Lebendimpfstoffen, Magen-Darm-Geschwüren, schwer einstellbarem Bluthochdruck, schwerer Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), schwere Osteoporose, psychische Erkrankungen (aktuell oder früher), erhöhter Augeninnendruck, Verletzungen und Geschwüre der Augenhornhaut, schwere Dickdarmentzündung (Colitis ulcerosa) mit drohendem Darmdurchbruch, entzündeten Darmwandausstülpungen (Divertikulitis), direkt nach bestimmten Darmoperationen (Enteroanastomosen).

Patienten mit krankhafter Muskelschwäche (Myasthenia gravis) sollten im Krankenhaus auf die Prednisolon-Therapie eingestellt werden.

Patienten mit schwerem Bluthochdruck oder schwerer Herzschwäche sind während der Therapie vom Arzt sorgfältig zu überwachen.

In der Schwangerschaft und Stillzeit sollte Prednisolon nur, wenn unbedingt notwendig, verordnet werden. Bei Einnahme höherer Dosen wird Abstillen empfohlen.

Eine Windpocken- oder Masern-Erkrankung kann während einer Kortison-Therapie sehr schwer verlaufen, vor allem bei immungeschwächten Kindern und erstmaligem Auftreten einer solchen Infektion.

Prednisolon kann die Anzeichen einer Infektion verdecken sowie bei längerer Anwendung das risiko für Infektionen erhöhen.

Besonders bei längerer Prednisolon-Einnahme sollte auf eine ausreichende Kaliumzufuhr (z.B. Bananen) und eine begrenzte Kochsalzzufuhr achten.

Bei besonderen körperlichen Belastungen (z.B. fieberhafte Erkrankungen, Unfälle, Operationen) ist sofort ein Arzt zu verständigen. Der Notarzt muss über die Behandlung mit Prednisolon informiert werden.

Bei Langzeitbehandlung mit Prednisolon ist eine Osteoporose-Vorbeugung (Kalzium- und Vitamin-D-Zufuhr, viel Bewegung) ratsam, besonders bei bestehenden Risikofaktoren für Knochenschwund (z.B. Osteoporose in der Familie, höheres Alter, mangelhafte Eiweiß- und Kalziumzufuhr, starker Tabak- und Alkoholkonsum, nach den Wechseljahren, Bewegungsmangel). Liegt bereits Osteoporose vor, sollten eventuell entsprechende Medikamente verordnet werden.

Bei Kindern ist während der Behandlung auf eine mögliche Wachstumshemmung durch Prednisolon zu achten.

Prednisolon kann zu positiven Ergebnissen bei Dopingkontrollen führen. Die missbräuchliche Einnahme kann die Gesundheit schwer gefährden.

Mögliche Risiken nach Abbruch bzw. Beendigung einer Langzeitbehandlung sind Verschlimmerung oder Wiederaufflammen der Grunderkrankung, akuten Nebennierenschwäche und Kortison-Entzugssymptome.

Aufgrund des enthaltenen Milchzuckers ist das Arzneimittel ungeeignet für Menschen mit angeborener Galaktose-Unverträglichkeit, Laktase-Mangel oder Glukose-Galaktose-Malabsorption.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Im Rahmen einer Hormonersatztherapie ist kaum mit Nebenwirkungen zu rechnen.

In allen anderen Fällen sind unter anderen folgenden Nebenwirkungen möglich:

  • Störung der Nebennierenfunktion, Cushing-Syndrom (Vollmondgesicht, Stammfettsucht, Gesichtsröte), Wachstumshemmung bei Kindern, Ausbleiben der Menstruation, Impotenz, vorübergehende Fettablagerungen z.B. im Wirbelkanal oder Brustkorb, Wassereinlagerungen, Gewichtszunahme, erhöhter Blutzucker, Diabetes, erhöhte Blutfette, Kaliummangel, Dehnungsstreifen der Haut, Erweiterung der Hautgefäße, vermehrte Körperbehaarung, Akne, verzögerte Wundheilung, Überempfindlichkeitsreaktionen, Muskelschwäche und -schwund, Osteoporose und andere Formen von Knochenabbau (Nekrosen), Depression, Gereiztheit, Euphorie, gesteigerter Appetit, Psychosen, Schlafstörungen, Auftreten einer bislang unerkannten Epilepsie, erhöhte Anfallsneigung bei bestehender Epilepsie, Magen-Darm-Geschwüre und –Blutungen, Entzündung der Bauchspeicheldrüse, Bluthochdruck, erhöhtes Risiko für Arterienverkalkung und Thrombosen, Gefäßentzündung, Blutbildveränderungen, Schwächung des Immunsystems, allergische Reaktionen, erhöhter Augeninnendruck (Glaukom), Linsentrübung (Katarakt), Verschlimmerung von Hornhautgeschwüren an den Augen, Begünstigung von Augenentzündungen durch Pilze, Viren oder Bakterien

Welche Wechselwirkungen sind möglich?

Östrogene (z.B. in der Pille) können die Wirkung von Prednisolon beeinflussen. Das Gleiche gilt für Rifampicin (Tuberkulose), Phenytoin und Primidon (Epilepsie), Barbiturate (Schlaf- und Beruhigungsmittel) sowie Aluminium- oder Magnesiumhydroxid (zur Neutralisierung überschüssiger Magensäure).

Prednisolon seinerseits kann die Wirkung von Herzglykosiden (Herzerkrankungen) sowie harntreibender und abführender Arzneimittel verstärken.

Eine Wirkungsabschwächung durch Prednisolon ist dagegen möglich bei Diabetes-Medikamenten, Cumarin-Derivaten (zur Blutgerinnungshemmung), Praziquantel (Wurmerkrankungen), Somatropin (Wachstumshormon).

Weitere Wechselwirkungen sind möglich mit nicht-steroidalen Entzündungshemmern (z.B. ASS, Indometacin), bestimmten muskelerschlaffenden Arzneimitteln, bestimmten Arzneimitteln aus der Augenheilkunde (Atropin) und ähnlich wirkenden Substanzen (andere Anticholinergika), Protirelin (Hormon des Zwischenhirns), Ciclosporin (zur Unterdrückung des Immunsystems nach Transplantationen und bei Autoimmunerkrankungen) sowie ACE-Hemmern (Bluthochdruck, Herzschwäche usw.)

Prednisolon kann Hautreaktionen auf Allergietests unterdrücken.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker über alle Arzneimittel, die Sie anwenden oder bis vor kurzem angewendet haben.

Stand: 21.08.2013